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NL 10 KQs - Villain Push auf River

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Dagazz
Beigetreten: 13.04.2006
Oldschool Grinder

Hand History driven straight to this forum with DriveHUD 2 Poker Tracking Software

NL Holdem 0.1(BB)
BTN ($25.61) [VPIP: 17.9% | PFR: 17.9% | AGG: 50% | Hands: 39]
SB ($10) [VPIP: 16.7% | PFR: 5.6% | AGG: 0% | Hands: 18]
HERO ($10.33) [VPIP: 22.1% | PFR: 17.7% | AGG: 34.2% | Flop Agg: 40.1% | Turn Agg: 34.2% | River Agg: 28.1% | 3Bet: 6.6% | Fold to 3Bet: 64.6% | 4Bet: 7.4% | Hands: 6896]
HJ ($3.05) [VPIP: 31.6% | PFR: 26.3% | AGG: 30.4% | Hands: 40]
CO ($10.70) [VPIP: 9.7% | PFR: 6.5% | AGG: 66.7% | Flop Agg: 66.7% | Turn Agg: 66.7% | River Agg: 66.7% | 3Bet: 0% | 4Bet: 0% | Hands: 31]

Dealt to Hero: Q♣ K♣

HJ Folds, CO Raises To $0.25, BTN Folds, SB Folds, HERO Raises To $1, CO Calls $0.75

Hero SPR on Flop: [4.55 effective]
Flop ($2.05): 8♠ 5♣ K♦
HERO Bets $1.36 (Rem. Stack: $7.97), CO Calls $1.36 (Rem. Stack: $8.34)

Turn ($4.77): 8♠ 5♣ K♦ 9♠
HERO Checks, CO Bets $1.58 (Rem. Stack: $6.76), HERO Calls $1.58 (Rem. Stack: $6.39)

River ($7.93): 8♠ 5♣ K♦ 9♠ 3♣
HERO Checks, CO Bets $6.76 (allin), HERO Folds

Ich war mir in dieser Hand sehr unsicher.

PF Standard denke ich, da ein Call doch zu weak ist?

Auf dem Flop der sehr gut für mich ist bette ich 2/3 Pot. Die neue ES spielt OoP passiv und hätte hier gecheckt, das ist mir aber nicht sofort eingefallen und daher habe ich gebettet.

Auf dem Turn habe ich mich dann auf die ES besonnen und habe gecheckt mit der Intention den Turn und auch den River zu callen.

Nach Turn Call bettet Villain (den ich als Reg einstufe, er spielt auch mehrere Tische) sehr groß, also eine Overbet, mit der er mich auch All In stellt.

Ich habe lange getankt und dann gefoldet. Ich kann mir aber im Nachhinein keine vernünftige Valuehand vorstellen die Villain hier haben kann. Mögliche Two Pairs (K9, K8, 98) hätte er auf dem Turn größer gebettet da das Board ziemlich drawy wurde und er ja auch mit diesen Händen Value haben will. Das gleiche gilt für Sets. Die einzigen Hände die ich Villain gebe die mich schlagen wären 33 und K3s die er auf dem Flop einmal gecallt hat, auf dem Turn geblufft hat und auf dem River ein Set bzw. Two Pair aufgegabelt hat. Habe erst jetzt gesehen das eine Straight ja doch möglich gewesen wäre, aber auch die hätte er auf dem Turn doch größer gebettet?
Als Bluffs bieten sich natürlich jede Menge busted Draws an, von Straights über Flushdraws. (QTs, QJs, T9s, T8s...)
Hätte ich wohl doch callen sollen auf dem River?

Gruß Dagazz


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4 Antworten
MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022
Poker Player

Villain ist auf die ersten Hände ziemlich tight mit VPIP 10 und PFR 6.5. Viele Hände, die du genannt hast, sind wahrscheinlich gar nicht in seinen Ranges enthalten. Ich würde mir in dem Spot am meisten Sorgen vor AK und 88, 99 machen. Bottom seiner Valuerange ist vmtl. eine andere KQ Kombo, evtl. auch KJs. Bluffkandidaten sehe ich nicht so wirklich - deine Bet am Flop ist relativ groß und vertreibt viele Hände, die sich als Float anbieten würden. Am ehesten sehe ich AQdd oder AQss bluffen. Am River brauchst du 6.76 / (2x 6.76 + 7.93) = 31% Equity. Darauf könntest du knapp kommen:

Board: K♦8♠5♣ 9♠ 3♣
       Equity     Win     Tie
MP2    30.77%  23.08%   7.69% { KcQc }
MP3    69.23%  61.54%   7.69% { 99-88, AQs+, KQs }

By the way, am River ist es keine Overbet 6.76 < 7.93. Ich hätte am River gecalled, weil deine Hand in der passiven Line near Top of Range ist, und man sonst quasi nichts anderes callen würde.


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Am Flop spielt die Einsteigerstrategie eine Bet von halber Potgrösse, weil es ein 3-bet Pot ist. Rangecheck ist nur im einfach geraisten Pot die Strategie ausser Position.

Da der Gegner bisher sehr tight agiert hat, ist seine Range am Flop stärker als die eines normalen Spielers. Das braucht einen mit top Pair gute Kicker aber trotzdem nicht davon abzuhalten, zu betten. Man macht's halt nur nicht so gross, um den höheren Risiken zu entsprechen.

Der Flop ist sehr trocken. Man kann davon ausgehen, dass der Gegner wahrscheinlich nicht mit einem Draw am Flop gecallt hat. In Frage käme höchstens 76s, aber das ist wahrscheinlich nicht in der open Range des tighten Gegners. Er ist nicht auf dem Button. Man hat es also eher mit den Sets ausser KK, Kx oder Pockets zu tun.

Am Turn ändert sich nicht viel. Da der Gegner mutmasslich keine Draws hat und am Flop auch nicht mit backdoor Draws callt, ist der aufgetauchte Draw am Turn ziemlich irrelevant. 76s hat jetzt eine Straight. Auch die ist eher unwahrscheinlich. 99 hat sich zum Set verbessert. Sonst ist aber nicht viel passiert. Hauptsächlich hat sich die gegnerische Range durch den Call verbessert.

Deine relativ grosse Contibet am Flop hat möglicherweise die Range des Gegners schon sehr ausgedünnt. Es ist nicht mehr sicher, dass er Pockets schwächer als top Pair noch in der Range hat. Das macht einerseits die 9 ungefährlicher, andererseits deinen Vorteil gegen den Rest viel kleiner.

Wie MrRobot würde auch ich AK in der gegnerischen Range nicht ausschliessen. Über die Häufigkeit von 4-bets ist nichts bekannt. Nach 30 Händen ist auch nicht viel Wissen zu erwarten.

Von daher würde ich auf eine Blockbet umsteigen. Wenn die schwächeren Hände schon fast immer top Pair sind, dann werden die das bezahlen. Würde man checken und bekommt man eine Bet, dann hat man vielleicht schon deutlich weniger Equity als gegen einen Call. Dieser Gegner hat kaum Bluffhände.

Nach Check und kleiner Bet von ihm gebe ich das top Pair nicht auf. Es kann auch ein schwächeres top Pair sein, von dem die Bet kommt.

Auf dem River geht der Gegner all-in. Es ist fast eine Potsize Bet. Ich denke, dass der Gegner bei seiner Rangezusammensetzung nie blufft. Die Einsteigerstrategie foldet gegen eine Bet von mehr als 2/3 am River. Würde ich auch machen. Du schlägst so gut wie nichts mehr.

Ich ändere mal die Analyse von MrRobot etwas, in dem ich die offsuit Kombos von AK auch dazunehme. Das Set 99 ersetze ich durch 55, was nichts ändert:

Board: K♦8♠5♣ 9♠ 3♣
       Equity     Win     Tie
CO     78.95%  73.68%   5.26% { 88, 55, AQs+, KQs, AKo }
BB     21.05%  15.79%   5.26% { KcQc }

Das versaut die Rechnung, obwohl noch Bluffs drin sind.

Das Argument von MrRobot, am River zu callen, weil man top of Range ist, gilt nur, wenn man dem Gegner genügend Bluffs und schlechtere Valuebets zutraut, um zu callen. Also dann, wenn man sich unsicher darüber ist, ob fold mit top Pair kein akzeptabler Exploit der gegnerischen Range ist. Ich denke, gegen einen 10/7 Spieler ist das ein sehr guter Exploit. Call ab AK und besser. Wobei man damit wahrscheinlich einfach durchbetten würde. Für die Checkrange am River gilt also einfach 100% fold gegen ein All-in.


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Dagazz Themenstarter
Dagazz
Beigetreten: 13.04.2006
Oldschool Grinder

Vielen Dank für eure Bewertung. Was sich mir aber nicht erschließt ist die kleine Turnbet. Ich nehme mal an der River ist quasi eine Blank, somit sollte Villain schon auf dem Turn gewusst haben das er All In kommen will, da seine Hand stark ist. Wenn dem aber so ist, dann hätte er doch eine höhere Turnbet wählen müssen um ein besseres SPR herzustellen. Bettet er 2/3 was ja fast Standard ist auf dem Turn wenn ich Valu Bette dann wäre der Pot um ein Vielfaches größer und ich wäre nicht mehr heraus gekommen.
Lässt sich aus diesem Gedankengang ein Rivercall rechtfertigen?


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Es kann verschiedene Gründe geben, warum Leute klein betten. Ein Grund ist, Angst zu haben Calls zu verlieren, wenn man stattdessen grösser bettet. Eine Unterlogik ist, gegen weite Calls einen Vorteil zu haben, gegen tighte Calls aber nicht. Das würde gegen ein Monster sprechen und eher für eine top Pair Hand.

Aber man weiss nicht, ob das der Fall ist. Die Turnbet steht nicht für sich allein. Die Riverbet folgt ja auch noch. Grosse Bets bedeuten häufig polarisierte Ranges. Entweder ist es eine Valuebet und die Hand ist so stark, dass man sich gegen tighte Calls im Vorteil sieht (weil Spieler gegen grosse Bets mehr wegwerfen als gegen kleine) oder es ist eine schwache Hand, die Foldequity gegen bessere Hände erzielen will.

Am River muss die Turnbet unter dem Eindruck der Riverbet gesehen werden. Ohne weitere Reads kann man aber nicht sagen, dass der Gegner häufiger Bluffs hat als er sollte. Eine Möglichkeit kann sein, dass die Turnbet ein billiger Bluffversuch war, der nicht geklappt hat und dann am River draufgelegt wird, um doch noch einen Erfolg zu erzielen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Turnbet dazu gedient hat, dich in den Pot zu sucken und am River abkassiert wird.

Es gibt viele Denkmodelle. Man muss sie ins Verhältnis zur Spielweise des Gegners setzen, so weit sie bekannt ist, um Exploits spielen zu können. Hier liegt der Verdacht vor, dass der Gegner eine Nit ist. Die sind am River viel häufiger stark als schwach (eigentlich schon am Turn). Das ist stabiler als ein Exploitversuch auf Grund der Size einer Bet, die man mangels Reads nicht wirklich einordnen kann.


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