Ich sehe da grundlegende Widersprüche. Ehrlich gesagt bei euch beiden, wobei die von lausbua weniger schlimm sind ♦
Also erstmal zur Preflopsize:
2BB macht auf den Limits in der Regel wenig Sinn. Selbst wenn der Gegner "tight" ist willst du 3BB stealen. Tight heißt auf dem Limit ja meist, dass er seinen Blind dann eher mal öfter passiv defendet und nicht dass er anfängt sehr viel zu 3betten oder den Flop zu donken oder zu check/raisen. Die Adaption ist dann meist: "ich call mal preflop, der stealt ja viel....Flop....Mist nichts getroffen...fold gegen die Conti". Die haben dann einen ziemlich hohen fold to Contibet Wert in Richtung 60% oder sowas. Für eine Contibet brauchst du je nach Betsize nur rund 40%. D. h. er wird zu oft folden und da ist es gut für dich, wenn der Pot 2BB größer ist. Außerdem hast du schon preflop mehr Foldequity bei 3BB und gleichzeitig einen größeren Pot, wenn du denn mal AA hast.
2 oder 2,5BB macht Sinn, wenn deine Gegner wenig callen und stattdessen meist 3bet oder fold spielen. Üblicherweise trifft das auf Shortys zu.
Zu dem Preflopcall:
Hier sind die entscheidenden Widersprüch.
Du Askim gibst ihm eine depolarisierte 3bettingrange mit den Top x%.
Du lausbua gibst ihm eine polarisierte 3bettingenrange mit den Top x% + Air in Form von A2s, A8o, KTo, 78s usw.
Und genau das ist der entscheidende Punkt. Wir sind uns also einig, dass der Gegner in dem Spot looser 3bettet. Jetzt müssen wir aber entscheiden, ob er depolarisiert und polarisiert 3bettet.
1. depolarisierte 3bettingrange von Akim (88+ KQ+ AJ+)
Hier müssen wir auf die 3bet folden bzw. könnten höchstens mit einer Bluff 4bet regaieren. Call scheidet aus, weil wir eben keine "Lifecards" haben. Ich würde dafür aber nicht den Begriff Lifecards verwenden sondern sagen, dass unsere Hand "dominiert" ist. JT ist bei dieser Range von allem dominiert, wenn wir Toppair hitten. Kommt der Jack, sind wir von AJ, Sets, JJ+ dominiert und weit hinten. Sollten wir auf Jxx vorne sein, hat der Gegner 88, 99, KQ, AQ usw. also eine schwache Hand, mit der er meist nur contibettet und danach aufgibt. Analog dazu verhält es sich auf Txx Flops. Es gibt dann drei Möglichkeiten:
a) Wir hitten nichts --> Gegner contibettet und wir werden häufig folden
b) Wir hitten Toppair und sind dominiert --> wir werden einen mittleren bis großen Pot verlieren
c) Wir hitten Toppair und sind vorne --> wir werden nur einen kleinen Pot Gewinnen
Wir gewinnen also ab und zu kleine Pötte, er hat uns in größeren aber ziemlich am Sack und wir werden häufig auf die Contibet folden.
Gegen eine depolarisierte 3bettingrange sollte man daher solche dominierten Broadwayhände wie JT, QT, KT usw. nicht callen sondern entweder folden oder bluff 4betten. Callen sollte man hier bei passenden Odds drawing Hände in Form von PPs, SCs, vielleicht mal ein suited Ass.
2. polarisierte 3bettingrange von lausbua (ca. AK+, JJ+ sowie random Air wie A5, 78s, Q8o usw.
Hier müssen wir mit solchen Broadwayhänden wie JT, QJ, KT und auch mit mittleren Pockets passiv defenden. Gegen eine solche Range, sind unsere Toppairs nicht dominiert (außer gegen Overpairs). Wir werden zwar immer noch keine riesen Pötte spielen können, wenn wir den Flop nicht sehr stark treffen. Aber wir können viel mehr moven, da seine Range sehr viel schwächer ist. Hier macht es Sinn mal Flops zu bluffraisen oder zu floaten, mal mit Midpair auf QTx zu callen usw. Er wird viel öfter auf irgenwelchen SCs, crappigen Assen und irgendwelchem random Schrott sitzen, der nicht weiterspielen kann. Anders als bei Range 1, wo er meist mindestens ein Midpair hat oder 2 Overcards.
Aber Vorsicht! Das ganze ist nur spieltheoretisch so. Aus Balancinggründen müssen wir bei einer weiten Stealingrange von meinetwegen 40-50% auch eine relativ weite Defendingrange gegen 3bets haben, da wir uns sonst extrem exploitbar machen. Dieses potentielle Leak dürfen wir aber nur schließen, wenn der Gegner auch tatsächlich an unsere Range adaptet. Sollte er weiter seinen Stiefen runter spielen und nicht looser 3betten, dürfen wir exploitbar sein und sollten es auch bleiben. Man darf nicht gegen etwas adapten, was nicht vorhanden ist.
Nun endlich zum Postflopplay:
Flop haben wir eine klare Bet. Wenn er hier checkt haben wir fast immer die beste Hand. Entweder gibt er hier auf oder er check/callt mit sowas wie 89, 99, 77, A8.
Der Turn blankt. Auch hier haben wir wieder eine easy valuebet. River wäre danan ein checkbehind gewesen.