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QT double barrel

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Undercat
Beigetreten: 05.07.2023

Ich habe mir die Hand im solver angeguckt. Wie ich schon vermutet habe wäre die Hand am turn nochmal eine bet gewesen. Was mich allerdings verwirrt hat ist, dass im solver bei QT und QJ die Kombos mit spade in der Hand am turn lieber checken als betten sowohl bei der suited als auch bei der ofsuited Variante. Woran liegt das? Wäre es nicht gut selber ein spade in der Hand zu haben um somit die flush draws beim Gegner zu blocken die er auf jeden fall nochmal callen würde? Bei einer ähnlichen situation mit den Wheel draw wollte der solver hauptsächlich betten wenn er das Ass in der farbe des flush draws hatte hier ist es umgekehrt.

Hand History driven straight to this forum with DriveHUD 2 Poker HUD and Database Software

NL Holdem 0,1(BB)
BB ($7,20) [VPIP: 100% | PFR: 0% | AGG: 0% | Hands: 1]
UTG ($13,58) [VPIP: 0% | PFR: 0% | AGG: 100% | Hands: 11]
HERO ($10) [VPIP: 24,4% | PFR: 19,7% | AGG: 36,4% | Hands: 326309]
CO ($8,95) [VPIP: 77,8% | PFR: 22,2% | AGG: 31,3% | Hands: 10]
BTN ($10) [VPIP: 11,1% | PFR: 11,1% | AGG: 16,7% | Hands: 9]
SB ($10,21) [VPIP: 10% | PFR: 10% | AGG: 0% | Hands: 11]

Dealt to Hero: Q♥ T♥

UTG Folds, HERO Raises To $0,25, CO Folds, BTN Folds, SB Folds, BB Calls $0,15

Hero SPR on Flop: [12,64 effective]
Flop ($0,55): 2♠ K♥ 3♠
BB Checks, HERO Bets $0,19 (Rem. Stack: $9,56), BB Calls $0,19 (Rem. Stack: $6,76)

Turn ($0,93): 2♠ K♥ 3♠ 7♣
BB Checks, HERO Checks

River ($0,93): 2♠ K♥ 3♠ 7♣ 9♠
BB Checks, HERO Checks

Spoiler

BB shows: A♣ 5♠

BB wins: $0,89


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1 Antwort
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Wenn der Solver bestimmte Kartenkombinationen je nach Farben unterschiedlich spielt, geht es entweder um Outs oder um Blockereffekte. Hat man ein Pik in der Hand, dann hat der Gegner seltener Flush Draws. Der Gegner callt am Flop Showdownvalue oder Outs. Das heisst, er callt mit Equity. Wenn seine Range weniger Draws hat, dann muss diese Equity einen grösseren Anteil von Showdownvalue haben, als wenn sie viele Draws hat.

Das bedeutet, Q high liegt seltener vorne. Es bedeutet auch, dass die Outs schlechter sind, weil der Gegner dann mehr top Pairs hat. Infolgedessen sind sowohl Equity als auch Foldequity niedriger.

Man kann das im Solver nachvollziehen, wenn man sich die EVs der Bets anschaut. Der EV einer Bet ohne Pik wird höher sein als der einer Bet mit Pik.

Jedoch erklärt das nicht, warum ein QTs Flush Draw nicht gebettet wird. Der hat gewiss viele Outs und damit viel Equity. Wenn man die Flush Draws alle bettet, dann beeinflusst das die check behind Range. Die würde dann keine Flush Draws mehr beeinhalten. Sie könnten keine Flushes mehr am River treffen, was der Gegner ausnutzen kann. Der Solver versucht, auf keine Karte in keiner Linie gecappt zu sein.

Die Frage ist dann, welche Flush Draws gecheckt werden sollten und welche nicht. Das hängt davon ab, welche schwachen Calls am Flop geblockt werden und welche nicht. Das sind die Hände, die am Turn zum Folden gebracht werden können. Das heisst, man muss sich die Callrange des Gegners am Flop anschauen. Da sind dann wahrscheinlich Hände drin, die ein menschlicher Spieler nicht callen würde, z. B. Q:s J:h (ich hab's nicht nachgeschaut, reine Vermutung), aber Q:c J:d vielleicht am Flop schon gefoldet werden.

Da geht's um Solverfeinheiten, die von menschlichen Spielern selten getroffen werden, ganz besonders nicht auf NL10. Das ist in niedrigen Limits von geringer Bedeutung. Die Solver EV-Unterschiede zwischen diesen Linien werden sich im unter 1 bb/100 Bereich bewegen. Die Fehler, die in niedrigen Limits gemacht werden, sind typischerweise viel grösser als diese Unterschiede.

Man kann damit rechnen, dass ein als solide eingeschätzter NL10 Spieler am Flop viel mehr Hände auf die Contibet foldet, als es der Solver tun würde. Das macht die Contibet am Flop sehr profitabel, bedeutet aber auch, dass die gegnerische Range am Turn bereits deutlich stärker ist als die Solverrange.

Es ist durchaus möglich, dass sich diese Tendenz am Turn noch einmal fortsetzt. Dort könnte der menschliche Spieler Underpairs und schwache Draws folden, die der Solver weiterspielt. Auf diesem Board ist es allerdings so, dass die 7 eine totale Blank ist und der Gegner nicht viele Underpairs haben sollte, da er 3x und 2x preflop selten spielt. Also hat er vor allem Pockets als Underpairs. Und da könnte er die, die eine 7 schlagen, durchaus noch weiter callen. Es kann also gut sein, dass die Foldequity gegen menschliche Spieler auf diesem Board deutlich geringer ist als die gegen einen Solver.

Deswegen muss man die Solverlinie immer mit dem Hintergrund betrachten, dass die menschlichen Spieler keine Solver sind und sich überlegen, wie sehr die Situation noch der Situation im Solver gleicht. In der Bezahlversion kann man dem mit Nodelocks entsprechen. Ohne ist es Erfahrung des menschlichen Spielers.

Man begeht mit Sicherheit keinen grossen Fehler, wenn man auf den zweiten Bluff verzichtet. Der EV eines Bluffes ist klein, selbst wenn er gut wäre. Der EV-Fehler eines Bluffes kann schnell grösser sein, wenn die menschliche Range tighter ist als die eines Solvers, weil die Foldequity dann geringer ist, als sie sein sollte.

Mit dem Ass hat man viel mehr Showdownvalue gegen die Solverrange, weil der Solver auch high Card Hände schwächer als Ax callt. Hat man das Ass in der Flush Farbe, dann fallen gegnerische Flush Draw Calls weg, was zum einen den Showdownvalue weiter erhöht, andererseits auch die Foldequity gegen schwächere Hände, die ja Outs haben. In dem Fall ist die Bet eine Equityrealisierungsbet. Das heisst, die Equityrealisierung verbessert sich mit der Bet, weil der Gegner seltener auf Outs ziehen kann, die einen noch überholen.

Ausserdem hat der Gutshot selbst einiges an Equity durch Straight und top Pair Outs. Da ist dann gar nicht so viel Foldequity nötig, damit die Bet gut wird. Es wäre ein grosser Gewinn, wenn man bessere Ax zum Folden bekommt. Solche Hände callt der Solver am Flop auch.

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In der Hand stellt sich die Frage nach einer Riverbet. Es komplettiert sich ein Flush, aber der Gegner bettet nicht. Das bedeutet, entweder ist er auf einem Bluffcatch, einem Checkraiseversuch mit Monster (selten) oder er gibt die Hand auf.

Man hat Showdownvalue gegen Straight Draws. Man hat keinen gegen die Ax Gutshots. Deine Valuehände könnten 9 und besser sein. Das stellt die 3x und 2x Hände auf die Probe und die Ax Gutshots. Man kann erwarten, dass der Gegner wenigstens manche Flushes am River bettet, damit er nicht vollkommen leer ausgeht, wenn er es schon getroffen hat. Die Gefahr besteht nach check behind Turn, was ein Check mit Showdownvalue gewesen sein kann, z. B. A high oder mittleres Pocket (QQ/JJ wären typische Checks).

Du hast leider keinen Flush Blocker, was für einen Bluff sehr günstig wäre. Deine Hand unblockt Calls am Flop mit backdoor Flush Draw, die es am River nicht getroffen haben. Das wären aber Bluffkandidaten für den Gegner gewesen.

Ich glaube, das gegenwärtige Meta ist immer noch, dass die Linie bet Flop, check Turn, bet River viel Foldequity hat (= überfoldet ist). Man kann sich einen Bluff am River zumindest überlegen.


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