Bei mir greift in Diskussionen verlässlich ein Gib-Contra-Automatissmus ein. Wenn ich z.B. deine Antwort sehe, xarry, denke ich zwar, "ja, da hat er Recht, das ist fundiert", nur um Gegenargumente zu suchen und die zu vertreten. Das hat für mich nichts damit zu tun, die andere Meinung oder gar Person nicht zu respektieren, sondern ich halte das sogar für eine Respektsbeweis. So wie es gut ist, auf Schwächere Rücksicht zu nehmen, ist es gut, Stärkeren den Kampf zu liefern, den sie verdienen ♦. In letzterem Fall Rücksicht zu nehmen ist imo sogar anmaßend.
Wenn Lynar mir entgegenhält "seit wann machen wir das denn?" i.S.v. das machen wir nicht, ärgert mich das, weil es unsachlich und herablassend ist ("das ist so schlecht, dass ich es nicht einmal nötig habe, zu begründen, warum es schlecht ist."). Da bin ich sicher zu empfindlich und werde mich zurückhalten.
Original von xarry2 ... sie geben dem gegner phänomenal gute odds. insofern sehe ich minraises nicht als die nonplusultra strategie sondern eher als eine nötige anpassung an viele tighte regs die uns mit 4BB/3.5Bb nicht callen. sobald ich jedoch loosere spieler am tisch habe adapten wir zu unserem eigenen nachteil. wenn leute auch 3 oder 3.5BB callen warum ihnen dann so gute odds geben?
Dafür zu Minraisen spricht in dieser Situation,
1. das bessere Balancing: Mit 43BB openminraise ich hier eine weite Range, die zu einem großen Teil von Multiway-Pots profitiert. Gerade den Regs am Tisch will ich es nicht leicht machen, mich auf eine enge Range zu setzen.
2. die bessere Playability gegen die Callingrange: Treffen wir Toppair Q oder A haben wir sehr oft dominierte Hände im Pot. Gerade der Fisch geht oft auch bei einem hohen SPR mit TPNK broke.
3. der kleine Einsatz ansich: Die Hand kann keiner 3-Bet standhalten, so dass der Verlust im Falle einer 3-Bet kleiner ist.
Dagegen sprechen, die entstehenden Opportunitätskosten: Wir machen aus unserer PF-Equity nicht das Maximum. und die schlechtere Playability: Treffen wir Toppair Q oder A, haben wir meist einen SPR, der uns nicht nur vor die Frage stellt, wie wir das Geld in die Mitte bekommen, sondern der auch einen Fold möglich macht. Was den Minraise betrifft, wollte ich eigentlich einlenken. Nachdem ich das jetzt nochmal aufgelistet habe, bin ich mir der Sache aber nicht mehr sicher.
Original von xarry2
deine cbet am flop kann man in dem fall ruhig 4/5 potsize oder so machen. du machst hier nie nen puren bluff also brauchst auch nix zu balancen. Button bekommt 2.5:1, er braucht ungefähr 58$ implieds. bei deinem verbleibenden stack und der vermuteten stärke deiner hand wird er die sich sicher geben.
Ich denke, dass ich die Betsize mit AQ mit der mit A
balancen muss. Halte ich hier A :diamond:, kann ich nicht c/c spielen, weil es meine Hand offenlegt. Ich muss betten, will aber dominierte Flushdraws in der Hand behalten und mich nicht gegen Made Hands isolieren. Ganz intuitiv würde ich an BUs Stelle einen K-high Flushdraw mucken, wenn ich mit einer 4/5-Potsize Bet konfrontiert werde (entweder Drawingdead und große Reverse-Implied-Odds gegen Ahigh FD oder wenig Implieds gegen Made Hands). BUs Implied Odds mit einem FD gehen imo gegen $0. Bettet er, sobald ein vierter
kommt, hat er immer den Flush. Es sei denn er callt eine Made Hand am Flop und verwandelt sie in einem Bluff. Das würde ich ihm allerdings nicht ohne Weiteres zutrauen.
Original von xarry2
drum denke ich, dass seine range in etwa Q9-KQ (evt. AQ) und medium pockets wie 77-TT mit nem flushdraw sowie diverse Ax flushdraws. 65 mit nem diamond oder JT mit einem diamond sind auch nicht auszuschließen. natürlich zeigt er dir manchmal nen made flush. dass er sets hier slowplayt bezweifle ich. ein set ist auf dem board sehr verwundbar. ich an seiner stelle würde wohl oder übel (auch wenn ich den fisch gerne dabei hätte) den flop raisen. insgesamt wird der BTN (den ich keinesfalls als besonders gut oder thinking einstufen würde) eine range halten die du zu größten teil schlägst und die viele draws beinhaltet.
zum turn: schätzt du den BTN nun so ein, dass er seine draws auf deinen check in nen semibluff verwandelt, dann ist die line die du spielst super. ist er dagegen eher passiv in solchen spots würdest du ihm nur freecards geben. drum würde ich betten, ca 75-80$. bekommen wir nun einen raise ist es sehr sehr eklig. bei ner 80$ bet kriegen wir ca. 3.1:1. an sich gute odds, doch haben wir uns ziemlich klar auf TP+ oder nen sehr starken FD (mit OCs) festgelegt. daher dann b/f. die bet muss imo jedoch sein. for value and protection.
Ich habe keinen besonderen Read auf BU, was Semibluffs angeht. Ein Anhaltspunkt könnte aber der hohe AF sein. Das Problem an einer Turnbet ist imo, dass ich A
hier ganz intuitiv c/f spielen würde und auch er imo auf einem paired Turn keinen FD mehr callt.