Also grundsätzlich ist es erstmal KEIN Fehler OOP solche spekulativen Hände wie AJs oder AQs wegzuwerfen.
Der Erwartungswert des Calls wird OOP in vielen Fällen -EV sein, sollte aber größer sein als der Verlust durch den Blind, wenn du einfach foldest. (kompliziert formuliert, aber die Absicht sollte klar geworden sein)
Das wichtigste worauf du achten willst ist, dass die Range des Gegners möglichst weit und schwach ist bevor du anfängst looser die Blinds zu defenden. D.h. am Anfang ist es am besten, wenn du Calls und 3-Bets dann machst, wenn dein Gegner aus einer späten Position openraist. Du wirst oft grade gute Spieler sehen, die auch AQs z.b. gegen einen UTG im SB oder BB nur callen, aber dazu brauchst du ein gutes Verständnis über Boardtexturen und Ranges, da passive Blindcalls vorrausetzen, dass du oft genug den Pot angreifst und erfolgreich gewinnst.
Am Anfang ist es am einfachsten Hände die man eigentlich spielen will, aber sich OOP in der passiven Rolle noch nicht sicher fühlt als Bluff 3-Bet Hand zu nutzen. D.h. wenn du in die Hand einsteigen willst (weil du glaubst gegen die Range des Gegners mit der Hand vorne zu sein, aber glaubst nicht gut genug bist OOP zu callen), dann 3-bettest du sie und übernimmst sofort die Initiative - das ist wesentlich einfacher als zu callen und Postflop in einem unsicheren Spot spielen zu müssen.
Allerdings bevorzuge ich persönlich grade bei Broadways mit den Suited Kombos zu callen (da man Postflop viel mehr Spielraum hat um Sachen zu machen) und die unsuited Kombos zu 3-betten, da sich diese schlichtweg Postflop schlechter spielen lassen und es okay ist, wenn ich damit Preflop gewinne - d.h. aber nicht das ich AQo z.b. grundsätzlich 3-bette. Es hängt auch davon ab wie der Gegner auf unsere 3-Bet Strategie reagiert - gegen jemanden der light 4-bettet möchte ich AQo nicht 3-betten, wenn ich nicht geplant habe mit AQo Preflop den 5-Betshove zu machen.