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AK (3bet) vs. 22 Preflop allin

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webfuchs
Beigetreten: 10.01.2012
Oldschool Grinder

Gestern habe ich ein für mich mich neues Verhalten gesehen. Folgender Handverlauf:

PokerStars - $0.10 NL (6 max) - Holdem - 6 players
Hand converted by PokerTracker 4

Hero (SB): 126 BB
BB: 100 BB
UTG: 110.8 BB
MP: 171.2 BB
CO: 102.7 BB
BTN: 74.4 BB

Hero posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has K♠ A♠

UTG raises to 2.5 BB, fold, fold, BTN calls 2.5 BB, Hero raises to 12.5 BB, fold, fold, BTN raises to 74.4 BB and is all-in, Hero calls 61.9 BB

Flop: (152.3 BB, 2 players) T♥ 7♠ 8♣

Turn: (152.3 BB, 2 players) 8♥

River: (152.3 BB, 2 players) 4♥

Hero shows K♠ A♠ (One Pair, Eights)
(Pre 50%, Flop 34%, Turn 27%)
BTN shows 2♥ 2♣ (Two Pair, Eights and Twos)
(Pre 50%, Flop 66%, Turn 73%)
BTN wins 145.4 BB

Das jemand ein Pärchen zuerst callt und dann nach einer 3-bet allin geht habe ich gestern zum ersten mal erlebt. Zumindest mit so einem kleinen Pärchen.
Dabei ist dies vielleicht gar keine schlechte Idee. Lt. Equilab ist man mit dem Pärchen ja Favorit gegen AK. Und auch gegen die meisten Handkombinationen hat man gar nicht so schlechte Chancen (ausgenommen andere Pärchen).

Was haltet ihr davon? Was spricht dafür und was dagegen?


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11 Antworten
Cheeeer
Beigetreten: 23.05.2008
Oldschool Grinder

dagegen, dass man massiv hinten ist

dafür, man kann schneller andere Hobbies verfolgen :f_drink:


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Klar ist, dass deine Calling Range seine Hand brutal dominiert. Die Frage ist, ob seine Foldequity das ausgleichen kann.

Sagen wir, er hat 33% gegen deine Callingrange. (Die wäre dann z. B. JJ+, AQs+, AKo.) Wie viel Foldequity braucht er dann, damit sein Move positiven EV hat? Ist das realistisch bei deiner 3-bet Range?

Sein EV ist

EV = Foldequity * 18,5 bb + (1-Foldequity) * (Equity * 152,3 bb - 74,4 bb)
= FE * 18,5 bb + (1-FE) * (50,2 bb - 74,4 bb)
= FE * 18,5 bb - (1-FE) * 24,2 bb
= FE * 18,5 bb - 24,2 bb + FE * 24,2 bb
= FE * 42,7 bb - 24,2 bb > 0

=> FE > 24,2 /42,7 = 56,7%

D. h., wenn du knapp 60% deiner Hände foldest, dann ist der Move gut. Nur, machst du das? Deine 3-bet Range könnte sein
JJ+, AJs+, A5s, A4s, KJs+, AQo+ = 76 Kombos
Callingrange JJ+, AQs+, AKo = 44 Kombos -> du foldest 32/76 = 42%.

Damit das gut wird, brauchst du eine 3-bet Range von 44 / (100-56,7)% = 44 / 43,3% ~102 Kombos, was fast 1,5 mal so viel ist wie die vermutete 3-bet Range. Das ist eine ziemlich weite Range (fast 8% gegen UTG Raise + Caller). Hast du die? Und wenn du die hast, foldest du dann auch so viel?

Ich vermute, dass der Move schon als Exploit nicht gut ist, weil er eine unrealistisch hohe Foldequity erfordert. Für alles andere ist er eh nicht gut, weil seine Equity zu schlecht ist und er absolut nichts aus deiner 3-bet Range blockt, was du callen könntest. Da wäre es noch deutlich besser, wenn er statt solchen Pockets alle Axs+ jammt.


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Zitat
Meiggel C
Beigetreten: 10.06.2009
PokerStrategist

Absolut sinnloser Donkey-Move. Ja nicht nachmachen.


Antwort
Zitat
webfuchs Themenstarter
webfuchs
Beigetreten: 10.01.2012
Oldschool Grinder

Original von cjheigl
Klar ist, dass deine Calling Range seine Hand brutal dominiert. Die Frage ist, ob seine Foldequity das ausgleichen kann.

Sagen wir, er hat 33% gegen deine Callingrange. (Die wäre dann z. B. JJ+, AQs+, AKo.) Wie viel Foldequity braucht er dann, damit sein Move positiven EV hat? Ist das realistisch bei deiner 3-bet Range?

JJ+, AQ+ ist schon meine 3-bet-Range. Da folde ich ich nix mehr wenn jemand all-in geht.

Original von cjheiglSein EV ist

EV = Foldequity * 18,5 bb + (1-Foldequity) * (Equity * 152,3 bb - 74,4 bb)
= FE * 18,5 bb + (1-FE) * (50,2 bb - 74,4 bb)
= FE * 18,5 bb - (1-FE) * 24,2 bb
= FE * 18,5 bb - 24,2 bb + FE * 24,2 bb
= FE * 42,7 bb - 24,2 bb > 0

=> FE > 24,2 /42,7 = 56,7%

D. h., wenn du knapp 60% deiner Hände foldest, dann ist der Move gut. Nur, machst du das? Deine 3-bet Range könnte sein
JJ+, AJs+, A5s, A4s, KJs+, AQo+ = 76 Kombos
Callingrange JJ+, AQs+, AKo = 44 Kombos -> du foldest 32/76 = 42%.

Damit das gut wird, brauchst du eine 3-bet Range von 44 / (100-56,7)% = 44 / 43,3% ~102 Kombos, was fast 1,5 mal so viel ist wie die vermutete 3-bet Range. Das ist eine ziemlich weite Range (fast 8% gegen UTG Raise + Caller). Hast du die? Und wenn du die hast, foldest du dann auch so viel?

Alter Schwede, was für eine Berechnung 8-o
Ich sitzt jetzt schon 15 Minuten hier und versuche sie zu verstehen.

Auf einige Werte wie 18,5 bb, 74,4 bb und 152,3 bb (müsste hier nicht 152,8 stehen?) komme ich ja, allerdings kann ich mit der Berechnung + Darstellung nicht so viel anfangen.
Wofür steht

*

und

+ (1-Foldequity)

und wie errechnen sich die 50,2bb?

Wäre schön, wenn mir das jemand erklären könnte. Wobei ich später nochmal reinschaue und versuche das zu verstehen


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Meter1887
Beigetreten: 13.12.2010
PokerStrategist

vielleicht solltest du hier mal gucken. Genauer gesagt hier da du ja den Gold-Status hast, kannst du die Artikel auch lesen:f_thumbsup:
gegnerell die ganzen Mathematical Concepts sind sehr interessant durchzuarbeiten !


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

* ist das Zeichen für Multiplikation. Im Gegensatz zum gedruckten Multiplikationspunkt ist das auf der Tastatur enthalten und hat sich in Programmiersprachen verbreitet. Gelegentlich sieht man auch ein kleines x für Multiplikation. In unseren Strategieartikeln und im Glossar verwenden wir den Stern, daher habe ich mich an diese Konvention gehalten. Bsp. https://de.pokerstrategy.com/glossary/Erwartungswert/

Foldequity ist eine Zahl in Prozent. Solche Zahlen kann man auch anders schreiben, nämlich als Dezimalzahl zwischen 0 und 1. FE ist die Abkürzung. 1 in Prozent ist 100%. Generell kann man Prozentzahlen als Bruch von 100 schreiben. Z. B. ist 50% = 50/100 = 0,5.

1-Foldequity ist also gleichbedeutend mit 100% - Foldequity. Das ist die Wahrscheinlichkeit, mit der nicht gefoldet wird. In Klammern muss das gesetzt werden, wegen der Vorrangsregel Multiplikation vor Addition. Die Klammer stellt den Vorrang für die Subtraktion her.

Würde man schreiben 1 - 30% * 10 bb, dann ist das 1 - 3 = -2. (1 - 30%) * 10 bb ist dagegen (1 - 0,3) * 10 bb = 0,7 * 10 bb = +7 bb, ein himmelweiter Unterschied.

Auf die 152,3 bb komme ich, weil das in der History am Flop als Summe des Pots da so steht. Das ergibt sich aus 2 * 74,4 (Hero und UTG) + 2,5 (Button) + 1 (big Blind) = 152,3. Da Hero der small Blind ist, ist der small Blind in einem der beiden 74,4 schon drin. Die Summe in der History stimmt also.

Equity ist die Wahrscheinlichkeit, mit der jemand am Showdown die Hand gewinnt. Sie entspricht dem Anteil am Pot einer Hand oder einer Range durch den Showdownvalue.

Die 50,2 ergeben sich aus dem Produkt Equity * Pot. Die Equity wird mit 33% von der Hand 22 gegen deine Range angenommen, wie am Anfang erklärt.

Der Rest sind dann normale Umformungen, wobei ich zur besseren Nachvollziehbarkeit so wenig Schritte wie möglich pro Zeile gemacht habe.
1. Zeile: Die Formel des EVs für einen Bluff
2. Zeile: Einsetzen der Werte und Ausrechnen von Equity * Pot
3. Zeile: hintere Klammer zusammengefasst
4. Zeile: Ausmultiplizieren der letzen verbleibenden Klammer
5. Zeile: Die beiden positiven Werte addiert, wobei ich ausgenutzt habe, dass beide Faktoren mit Foldequity sind, so dass ich die Multiplikationsfaktoren einfach addieren konnte. Ausserdem um > 0 ergänzt, um die Bedingung der Ungleichung zu schreiben, um die es geht (der Erwartungswert soll grösser 0 sein).
6. Zeile: Ungleichung umgeformt, um die Foldequity zu isolieren. Bringt man in einer Gleichung oder Ungleichung einen Additionsterm auf die andere Seite, dreht sich das Vorzeichen um. Man könnte auch sagen, auf beiden Seiten wird der gleiche Term addiert, damit sich nichts ändert (hier wurde 24,2 auf beiden Seiten addiert. Auf der linken Seite gleichen sich dann 24,2-24,2 zu null aus). Dann noch den Multiplikationsfaktor für die Foldequity weg dividiert (beide Seiten der Gleichung durch 42,7 dividieren). Weil der Faktor positiv ist, bleibt die Richtung der Ungleichung erhalten (bei einer negativen Zahl würde aus grösser kleiner werden).


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Zitat
BIhben
Beigetreten: 06.10.2007
Elite Grinder

Original von webfuchs

JJ+, AQ+ ist schon meine 3-bet-Range. Da folde ich ich nix mehr wenn jemand all-in geht.

Wäre das auch Deine Callingrange würde UTG anstatt BTN pushen?


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pal200
Beigetreten: 03.10.2008
PokerStrategist

Auch wenn die Hand schon etwas älter ist, muss ich doch mal was dazu fragen. Der Call soll wirklich gut sein? Also erstmal hätte ich pre hier nur auf 10 BB gereraist. Und auf das All in hätte ich ganz locker gefoldet. Mal abgesehen davon das diese Spielweise super zu slow gespielte Asse oder Kings passt, sehe ich da auch etliche Pairs in seiner Range die dich erstmal alt aussehen lassen.


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Kostja007
Beigetreten: 02.01.2020
PokerStrategist

Gegen einen Spieler mit 75BB ist ein Fold mit AKs definitiv -ev


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Kostja007
Beigetreten: 02.01.2020
PokerStrategist

Für einen profitablen Call brauchst du hier nur ca. 39% Equity. Die hat man schon gegen eine Range von:
QQ+, AKs, AKo


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D4niD4nsen
Beigetreten: 15.11.2007
Elite Grinder

Mit Rake callt man ab 42.7% gegen die gegnerische Range

Populationeinschätzung ist unterschiedlich.
Wichtig ist zu wissen wieviel Equity man gegen welche groben Annahmen hat

Ich würde sein Play im Kern von sinnvollen Händen auf JJ/TT definieren, bisschen AKo AQs AA/KK mit Frequenz und dann halt ein paar Kombinationen für Spew gewählt wie kleinere Pairs, Axs

=> Equitylatorergebniss kommt immer üb 42.7%


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