bei gutem mindset, ausreichender skilledge und Mut zum Risiko kann man auch ein extrem aggressives BRM fahren.
Nur ein Beispiel: du spielst immer 4 Tische gleichzeitig und willst asap auf NL200 ankommen.
Du spielst derzeit NL10.
Vorgehensweise:
Du steigst auf NL25 auf, sofern du 12stacks für das Limit hast (300$) und steigst ab sofern du nur noch 8 stacks hast (200$) auf NL10 wären das immernoch 20 stacks und hier versuchst du wieder auf 300$ zu kommen und shottest dann NL25 erneut, sollte es auf NL10 nicht laufen musst du im Zweifel auf NL5 absteigen und dich dort wieder hochgrinden.
Solltest du auf NL25 durchstarten shottest du von da NL50 wieder mit 12 stacks (600$) und steigst auf NL25 ab, wenn du 4 Stacks verlierst, also 400$ hast (und musst im Zeifel wieder auf NL10 runter, wenn es auch auf NL25 dann nicht läuft.
Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass du extrem schnell in den Limits aufsteigen kannst, bei nem upswing in wenigen Wochen einige Limits rauf.
Der Nachteil ist, dass du ebenso schnell auch 1 oder 2, im Extremfall sogar 3 Limits wieder absteigen musst.
Es kann extrem frustrierend sein z.B. auf NL50 mit AA das Geld pre reinstellen, gegen AK zu verlieren und dann absteigen zu müssen und das Geld auf nem tieferen Limit wieder reingrinden zu müssen - und wenn man weil es nicht läuft in kurzer Zeit von NL50 auf NL10 runterrauscht, dann setzt das jedem zu...
Wer sich das also zutraut und wirklich strikt ans BRM halten kann und immer absteigt, auch wenn es weh tut, sofern die Bankroll es gebietet, der hat die Chancen sich sehr schnell raufzuspielen, wird aber den Swings der Varianz stark ausgeliefert sein. -> rollercoaster, bzw. Fahrstuhlfahren ist hier das was auf einen zu kommt.
Je größer das BRM in stacks ist, desto langsamer steigt man auf, aber desto weniger krass spürt man auch die Auswirkungen der Varianz.
Es gibt viele sehr gute Spieler die selbst für stakes wie NL25 ein 100stack BRM empfehlen, weil sie sagen, dass das mindset beim Poker das Allerwichtigste ist und kein Mensch A-game spielen kann, wenn er ständig auf scared money ist, bzw. zwischen den Limits hin und her switched.
Und es gibt die, die sagen: Microlimits sind ein Sumpf aus dem man so schnell wie möglich rauskommen muss, dazu muss man ein aggressives BRM fahren, das führt zu swings und mehrfachen Auf- und Abstiegen, aber wer das schafft kommt viel schneller nach oben und kann ab dann ein solideres BRM fahren.
Ich persönlich finde beide Sichtweisen haben sehr viel für sich -
Viele werden die Auswirkungen der swings auf das mindset stark unterschätzen, bis es einen ereilt...
...andererseits kann es auch frustrierend sein kaum vorwärts zu kommen ,weil man zu defensiv im BRM ist und deshalb (zu) lange auf zu kleinen Limits zu spielen.
Muss also jeder selbst wissen, je höher die Disziplin, die Tiltresistenz und der Wille schnell aufzusteigen ist, desto aggressiver sollte das BRM sein, je tiltanfälliger man ist, je schneller man auf scared money ist und je mehr einem Limitabstiege zusetzen, desto defensiver sollte man sein.