Es gibt grundlegend 2 Ansätze wie man gegen loose/passive Spieler mit hohem WTS spielt:
1. Man spielt weniger Hände -> das ist der Ansatz den die meisten Spieler verfolgen
2. Man eröffnet MEHR Pötte -> das ist der schwierigere und varianzreichere Ansatz
Der Trick ist die Handauswahl: Gegen Spieler die Postflop wenig folden und dementsprechend oft 2 oder 3 Streets callen, ist es wichtig Hände zu spielen die SD Value haben bzw. gute Pairs machen können. Je nachdem wer noch mit am Tisch sitzt kann man so seine gesamte Range UTG z.b. von 22+, KQ+, AJs+, AQ+ auf z.b. 77+, KT, KJ, QJ, QTs, JTs, A9s, ATo+ verändern, da wir oft mit dem Fisch in einen Pot verwickelt werden.
Es gibt sogar Spieler die eröffnen noch mehr Hände in den frühen Positionen (suited connectors etc.), um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen eine Setup Position gegen die Station zu erzeugen. (gute Spieler sind grade gegen passive Spieler in der Lage den Pot entsprechend zu manipulieren in der Größe)
Postflop ticken loose/passive Spieler natürlich alle nicht gleich. Die einen callen ihre Gutshots am Turn nochmal, die anderen callen sogar ihre Overcards 2x. Hier ist immer die Frage wie gut du in der Lage bist die Boardstruktur mit möglichen Handranges in Verbindung zu bringen und wie gut deine Beobachtungsgabe ist und deine Fähigkeit aus der Beobachtung eine Schlussfolgerung zu ziehen.
Du hast z.b. gesehen, dass der loose/passive Spieler am Turn seinen Flushdraw und sein Bottom Pair behind checkt, aber jetzt bist du in einer Situation in der dein loose/passiver Gegner am Turn bettet. Flushdraws, Straightdraws, Bottom Pairs, Midpairs, schwache Toppairs kannst du jetzt z.b. schon aus seiner Range entfernen. Wenn du jetzt noch weisst, ob der Gegner Gutshots, Overcards, Toppairs+ bettet (oder auch nicht), dann kannst du seine Range optimal manipulieren und wirklich schnell viel Geld gewinnen.
Der Witz bei loose/passiven Spielern ist nämlich, dass sie entweder dauernd mit Schrott am SD aufwarten müssen (weil sie soviele Hände callen) oder irgendwo mit diesem Schrott anfangen müssen zu betten (und dann eine starke Verzerrung zwischen starken und schwachen Händen - gewichtet in Richtung schwache Hände haben)
Darüberhinaus ist es sehr sinnvoll, wenn du dich mit dem Thema equity-basierte Bets mal auseinander setzt. (ob es dazu Artikel gibt weiss ich nicht genau) Der Plan dahinter ist, dass du vor allem dann setzt, wenn du Equity hast (Foldequity oder Potequity - gegen loose/passive hast du kaum Foldequity, also brauchst du Potequity).