Original von play2win4
weißt du wie ich das bei PT3 machen kann? ich kann zwar über report nach der PP-Flop-Hit-Ratio filtern aber dort kann ich nicht sehen wann ich geraised habe bzw wann darauf gefolded wurde
ansonsten werde ich später nochmal alles durchschauen ob ich was finde
Da kann ich dir leider nicht weiterhelfen
ich fühl mich nicht angegriffen oder so..musst mich nicht mit samthandschuhen anfassen..manchmal brauch ich auch ein paar kritische worte
finde gut dass du mir das so direkt sagst.
Das ist gut, ich habe in den letzten Jahren schon viele User erlebt für die ist es ein Problem, wenn man sie sehr direkt krisitiert.
also die fische (die ja eigentlich nur ihre karten spielen und nicht die gegner) werden wohl nicht gegen meine loosen OR aus LP adapten indem sie lighter 3betten sondern spielen einfach ihre hände (richtig?)
Jain. Ich denke schon, dass viele Fische erkennen können, dass du "zuviele" Hände raist. Du musst hier erkennen, dass ihre Adaption nicht zielgerichtet gegen deine Range ist, sondern gegen dein gesamtes Spiel - die Leute spielen in absoluten Bedingungen: Wenn die erkennen, dass du zuviel raist und ihre persönliche Konterstrategie aus 3-Bets besteht, dann nehmen sie einfach jede Hand die spielbar ist und 3-betten sie. Wenn ihre Konterstrategie aus Calls besteht, dann nehmen sie einfach jede Hand die spielbar ist und callen sie.
die regs werden das merken dass ich viel steale und dementsprechend wohl ihre 3bet-range erweitern , also mehr restealen, worauf ich dann auch mal schlechtere broadways callen kann IP weil ich V dann oft von kleineren PP etc am flop runterbekomme bei nem geeigneten board Axx oder sowas,oder?
Hier hängt alles von der Art der Zusammensetzung der 3-Bet Range hab. Gegen depolarisierte 3-Bet Ranges willst du vermehrt Value 4-Bets machen (teilweise auch sehr dünne Value 4-Bets mit kleinen Paaren - aufpassen das du es da nicht zu schnell übertreibst) und weniger callen.
Das hängt damit zusammen, dass eine depolarisierte 3-Bet Range sehr toplastig ist (sagen wir mal 99+,ATs+,KJs+,AJo+,KJo+) und du diese Range dadurch angreifst, dass du deine Value 4-Bet Range erweiterst und gleichzeitig anfängst mit relativ geringer Frequenz Bluff 4-Bets zu machen.
(du stellst deinem Gegner quasi immer die Frage "ja wirklich" und wenn er meint mit KQ callen zu wollen, dann hast du immer noch ganz gute Equity im Pot)
Sollte dein Gegner eine polarisierte Range 3-betten, dann ist es besser selber depolarisiert zu spielen. Normalerweise ist die Antwort auf eine polarisierte 3-Bet Range häufig zu callen (da er auf 4-Bets ja oft alle Hände folded, die im unteren Ende der Range stecken) - du nimmst Hände wie T9s, 87s, 88, QJs oder was auch immer und callst diese, weil du ja Postflop gegen eine Top und Bottom Range spielst, die entweder stark oder nicht stark ist. Vorteil von Händen wie T9s etc. -> sie können sehr starke Equity floppen in Form von Draws und gelegentlich die Hidden Trips.
Dein Gegner steht jetzt OOP mit seiner polarisierten Range und entweder ist er eher der Spieler, der oft C/F OOP spielt und du gewinnst den Pot ODER er ist der Spieler der eher erstmal die Cbet OOP spielt und guckt.
Was man machen muss bei diesem Ansatz ist es auch häufig mit starken Händen wie AA oder KK zu callen, weil du nicht nur marginale Drawinghände callen kannst Preflop, sondern du musst auch starke Hände in der Range haben. (du verlagerst quasi die gesamte Action auf dem Flop, um von seiner polarisierten Range regelmässig eine weitere Bet zu bekommen -> starke Hände zahlen dich halt wie Preflop auch Postflop meistens dann aus)
Das ganze ist sind jetzt die beiden extremen Adaptionen - du willst in Wirklichkeit in jeder Situation 4-betten können und 3-bets callen können. Insofern musst du deine Strategie ein bisschen in die Richtung der Tendenz deines Gegners ausrichten.
Generell nochmal was ohne auf Ranges einzugehen:
Die Idee ist folgende - wenn du viel openraist und dein Gegner oft 3-bettet, dann hast du ja 3 Möglichkeiten:
1. folden
2. callen
3. reraisen
Wenn du zuoft foldest, dann überrennt dein Gegner dich einfach dadurch, dass du ihm dein Deadmoney gibst
Wenn du zuoft callst und Postflop foldest, dann überrennt dein Gegner dich dadurch, dass du ihm dein Deadmoney am Flop gibst
Wenn du zuoft reraist, dann überrent dein Gegner dich dadurch, dass er Preflop shoved und du ihm sein Deadmoney gibt
Die drei Punkte gehen davon aus, dass der Gegner ZUOFT 3-bettet und du dich nicht richtig daran adaptierst. Es geht letztendlich darum die "richtige" Antwort zu finden - wenn der Gegner etwas zuoft macht (und dabei keine starke Range hat)und aktiv Geld gewinnt, dann ist die richtige Adaption vermutlich nicht den Schwanz einzuziehen und darauf zu warten, dass er dir sein Geld schenkt, wenn du dann doch mal AA hast, sondern Feuer mit Feuer zu bekämpfen (wenn eine Range schwach ist, dann wird sie halt angegriffen).
Die Frage ist also was ist die "beste" Möglichkeit um eine "zu schwache" Range anzugreifen.
Es gibt 2 Fragen zu beantworten:
1. Wie sieht dein Gegner deine Range mit der du auf seine 3-Bet antwortest? Sieht er dich eher eine 4-Bet Strategie spielen oder eher eine Callstrategie - davon abhängig macht ein guter Gegner seine 3-Bet Strategie. (spielst du eher eine Callstrategie, dann 3-bettest er depolarisiert und toplastig, spielst du eine 4-Bet Strategieund foldest oft genug, dann spielt er eine polarisierte Range, weil er ja mit Händen wie 37s nicht so oft Postflop spielen muss)
Auf den Micros musst du dir bei Regs eine extrem wichtige Frage stellen: Denken sie überhaupt darüber nach oder hast du es mit einem "Fischreg" zu tun, der eine feste 3-Bet Strategie spielt.
2. Was ist die optimale Antwortstrategie auf die gegnerische 3-Bet Strategie?
Es ist jetzt extrem wichtig (das ist es in jeder Pokersituation), dass du erkennst, dass du hier etwas problematisches machst: Du stellst eine Annahme auf, dass dein Gegner über deine Handrange aktiv nachdenkt und antizipierst seine Schlussfolgerungen und greifst diese Schlussfolgerung an. D.h. du gehst im Gegensatz zu deinem Gegner jetzt auf Level 3, der auf Level 2 denkt.
Kurz was zu den Leveln (da jeder mit Level0 und Level1 eine unterschiedliche Definition nutzt):
Level 1 -> der Spieler denkt über seine eigene Hand und das Board nach
Level 2 -> der Spieler denkt über die gegnerische Handrange zusätzlich nach
Level 3 -> der Spieler weiss das sein Gegner auch über seine Handrange nachdenkt und antizipiert dieses Wissen (das ist genau das was diese Adaption macht)
Optimalerweise willst du immer genau EIN Level über deinem Gegner sein. Wenn dein Gegner jetzt aber ein "Fischreg" mit einer soliden, aber starren Range ist und auf Level 1 denkt, dann macht es keinen Sinn auf Level 3 zu gehen, weil du dich dann "selber levelst".