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Kurz und knapp: Kommt drauf an ♦
Wenn die Games aggressiv sind, ist es zumindest shorthanded nie ein Fehler, AK preflop reinzustellen. Im HU oder shorthanded am BU/CO/SB/BB bist du sogar froh, wenn du mal AK kriegst und action kommt. Vorausgesetzt die Gegner sind keine totalen Nits.
Der Grund dafür ist simple: Wenn der Gegner sagen wir mal 14% aus UTG openraist, haben dich davon nur AA/KK beat und das sind, nachdem du AA/KK blockst, nur 6 Kombinationen. Gegen den Rest flippst du und bei 3bb openraise und 1,5bb blinds sind das immerhin schon 4,5bb, die du kassierst. Wenn villain mit 99+/AJ+ 4bettet, wird er die 5bet nicht mit der gleichen range callen. Falls doch, ist das vielleicht nicht gut für dein AK, aber AA/KK und evtl. QQ hätten dann einen enormen EV. Außerdem ist AK dann immer noch +EV, weil er ja auch oft foldet.
Viel wahrscheinlicher ist, dass villain entweder sehr wenig preflop 4bettet, dann callt oder foldet er viel und du spielst in Position gegen eine dominierte range oder kassierst oft die 4,5bb. Oder er spielt ein mix aus 4bet/fold, call 3bet und 4bet/call. Gegen alle lines ist AK 3bet/5bet +EV, bei üblichen openraising ranges in UTG (~14%) und vorausgesetzt du verkackst es postflop im 3bet pot nicht total. D.h. aber nicht, dass es auch maxEV ist.
Kannst es dir ja mal genauer anschauen, so kompliziert ist das nicht. Und evlt. nachrechnen. Den Postflop EV wirst zwar nicht berechnen können, aber für die Fälle 4bet/call, 4bet/fold kannst du Annahmen treffen und damit rechnen. Und für die Postflop line kann man davon ausgehen, dass AK gegen eine i.d.R. dominierte range +EV spielbar ist.
Selbst auf den micros dürfte es kein allzu großer Fehler sein, AK preflop immer reinzustellen (shorthanded). Wenn man die Gegner kennt, kann man natürlich davon abweichen. Gegen jemanden der vs UTG 1% 3bettet, stell ich AK auch nicht rein.
Kompetente Gegner und auch unknowns haben aber i.d.R. eine weitere 3bet range und dagegen ist 4bet/call fast immer +EV. Das heißt aber natürlich nicht, dass andere lines keinen größeren EV haben können.
Wenn du denkst, dass 3bet/5bet mit AK bspw. BU vs UTG overplayed ist, dann kannst du a) preflop nur callen, b) 3bet/folden oder c) 3bet/callen. Alle lines kann man begründen, wenn man dafür den richtigen Gegner hat.
Gründe wären z.B.:
a) villains range ist so tight, dass du dich mit der 3bet gegen besseres isolierst oder ~50% Equity hast. Dann ist callen vermutlich besser, da du auf K/A high boards oft die cbet bekommst und seine range im single raised pot dominierst.
b) villain openraised viel, callt auch gerne, aber 4bettet nur die nuts.
c) villain openraist normal bis zu viel, callt oft genug, 4bettet eine solide range, callt die 5bet aber mit einer range gegen die du weniger als 50% Equity hast. Dann könntest du 3bet/5bet spielen (was trotzdem +EV sein sollte), aber evtl. ist das callen der 4bet besser, weil du seine bluffs drin behälst.
Wenn du die Situation genauer beurteilen willst, schau dir doch mal deine Gegner an, auf die du eine gewisse sample hast und überleg dir, was gegen die die beste line ist. Oder überleg dir, wie du selbst in bestimmten Positionen spielen willst. Oder wie die Gegner spielen müssten, dass du a), b) oder c) wählen willst. Das sollte dein Spielverständnis deutlich verbessern.
Ich 3bette AK standardmäßig im shorthanded erst gegen CO openraises und calle ansonsten preflop. Wenn ich in MP/UTG ge3bettet werde, calle ich preflop i.d.R. mit KQs/AQs/AKo/AQo, TT-KK oder TT-QQ/AA und 3bette AKs/KK/AA + bluffs, je nach dem ob MP oder UTG. 4bet/broke erst ab CO.
Mit reads ändert sich das aber natürlich auch mal.