Um mal die Frage von OP zu beantworten.
Deine 3Bet-Range hängt ab von:
- welches Limit spielst du?
- welche Positionen spielen gegeneinander?
- gegen welchen Spielertyp spielst du?
zu 1:
Auf kleineren Limits ist die OR-Range von jeder Position meist tighter. Also ist die Continuing-Range etwas tighter und besser. Ich habe vor ca. 2 Jahren mal bei NL5 Zoom gefiltert --> Autoprofit gab es durch die FE bei keiner Position nach meiner Auswertung. Also sollten wir das für unsere 3Bet-Range bedenken und nicht zu viel ballern. Vor allem keine Hände mit wenig Playability, wie z.B. A6o.
zu 2:
Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob UTG (oft ca. Top 13% Range) openraist oder CO (oft ca. 25% Top Range). Wenn ich also sage, dass uns keine Position nach meiner Auswertung Autoprofit durch ne 3Bet gibt, muss der CO also Hände defenden, die er in UTG vs 3Bet gefoldet hätte. In UTG foldet er JTs, im CO eher nicht.
Gegen weite Ranges können wir weiter 3betten, weil die Defending Range schwächer ist.
Natürlich ist es auch wichtig, ob wir durch unsere 3Bet Postflop IP oder OOP sind. IP können wir immer etwas aggressiver sein.
zu 3:
Spielst du gegen einen 40/5 Fisch oder gegen einen 20/18 Reg? Gegen den Fisch solltest du nicht bluff-3betten, weil er zu viel callt, gegen den Reg schon.
Zum Thema 3Bet-Range selbst konstruieren:
Neben den starken Händen musst du dir überlegen, welche Hände du zum Bluffen nimmst. Zum Bluffen nimmst du immer Hände, die zu schwach zum Callen sind. Außerdem solltest du keine Hände nehmen, die von der Calling Range des Gegners dominiert werden können.
Wenn du z.B. davon ausgehst, dass dein Gegner in der jeweiligen Situation u.a. ATs, KTs, QTs und JTs vs 3Bet callt, solltest du nicht mit T9s 3betten. Da würde sich z.B. 65s deutlich besser eignen.
Ich selbst habe am BTN vs CO z.B. einen eher linearen Ansatz gewählt: JJ+, AJs+, A5s-A2s, KJs+, 87s, 76s, 65s, AQo+
Viele Ranges sehen aber so aus, dass ca. 2:1 Bluffs sind. (Außer im SB, da wird nur linear ge3bettet.)