Das ist richtig und es geht auch nicht darum den Gegner Preflop zu callen, um dann Flop und Turn zu callen und auf so einen Boardrunout zu hoffen.
Es geht darum, wenn du z.b. mit TT auf dem J236 Board callst und dein Gegner am 7 River ein drittes mal bettet, dass seine Valuebettingrange gecapped ist und sogut wie nie eine 5 enthält. Wenn du nicht grade zu der Fraktion Spieler gehörst, die ausschliesslich Pocketpairs coldcallen, dann könntest du unter Umständen Hände wie A5s, 56s, alle Sets und so weiter am River halten.
Das führt dazu, dass der UTG Spieler entweder nur 5x valuebettet oder dünne Valuebets einbaut. Das "Problem" ist, dass er nur 6 Kombinationen Nuts halten kann am River - du dagegen mit 55, 56s, A5s schon weitaus mehr Kombinationen (6 + 3 + 4 = 13). Das führt dazu, dass du weitaus realistischer auf diesem Flop eine Hand repräsentieren kannst und könnte TT z.b. am River raisen auf eine dritte Bet und ihn versuchen von AA runterzubluffen und gleichzeitig 5x und evtl. sogar Sets raisen. Es ist für UTG einfach unglaublich schwierig hier richtig zu entscheiden, wenn seine gesamte Range capped ist - dadurch muss er Hände wie JJ, 66, 77 und vermutlich auch AA (das müsste man nachrechnen) callen. Wenn MP am River diesen Raise mit der richtigen Frequenz ausführt (auch das kann man berechnen), dann kann sich UTG auf den Kopf mit seinen ganzen Händen stellen und kann kein Geld gewinnen, sondern höchstens +-0 spielen.
Wenn UTG jedoch selber in der Lage A5s und 56s zu openraisen, dann hat er genau dieses Problem nicht, weil er selber öfter die Nuts am River repräsentieren kann und es für BU nicht so einfach wird hier öfter als der Gegner die bessere Hand zu halten, wenn er am River bettet.
=> das zentrale Problem bei gecappten Ranges ist das in diesen Ranges bestimmte Handgruppen fehlen.
Wenn du z.b. 3-bettest und du weisst das ein Spieler mit QQ+, AK 4-bettet, aber mit 22 - TT called und dieser Spieler called, dann hat er dadurch das er seine Callingrange gecapped hat, Postflop ein Problem. Er kann auf Boards wie AKQ, AJK, QJK, QTK, QJT etc. nicht so richtig viele Handkombinationen haben, die wirklich stark sind.
Theoretisch sollte man es vermeiden in bestimmten Situationen nichts zu haben oder man sollte zumindest wissen wie die eigene Range in bestimmten Situationen strukturiert ist. Es gibt hier glaub ich so ein Freebie Audiocast in dem genau über so eine gecappte Range diskutiert wird. (Hero steht mit einem Set irgendwie am River und bekommt von einem Reg den Raise und Hero muss callen, um unexploitbar zu bleiben - erwartet aber gleichzeitig nicht wirklich oft zu gewinnen).
Edit: Ich finde das ganze grad nicht. Ich glaub es war mit Siete und Cyde, aber kann mich hier auch täuschen.