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[Geschlossen] Valueraise mit Draws am Flop

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Original von cjheigl
1) Es ist natürlich nicht egal, wenn man bereits am Turn ist, die Turnkarte aufgedeckt ist und man feststellt, dass man nicht getroffen hat. Das ist aber nicht die Situation, die sich am Flop stellt und auf die sich deine vorherige Frage bezieht.

Am Flop weiss man doch, dass man ~69% nicht am Turn trifft. Bin jetzt zu müde, weiss nicht ganz was ich damit sagen will...(morgen vielleicht) hmmmm, könnte nur "kritisch werden, wenn man IP raist und der Gegner das readed und den Turn donkt, aber selbst dann callen wir halt nach Odds.

Am Flop ist die Turnkarte noch nicht aufgedeckt und es ist noch nicht klar, ob man am Turn treffen wird. Du wolltest wissen, ob man sich am Flop Sorgen über weitere Bets am Turn machen muss, weil man dort nicht treffen könnte. Das ist nicht der Fall, denn man weiss noch nicht, ob man am Turn trifft. Man weiss nur, dass man mit dem Monsterdraw bis zum River zu > 50% trifft, deshalb gehört einem von allen Bets ab dem Turn im Schnitt mindestens die Hälfte.

...

EV = (1 - Foldequity) * (2 BB * Equity - 1 BB) + Foldequity * Pot

Huh? Ich kenne die Formel so:
EV = Pfold * Pot + (1-Pfold)(EQ * 1 BB - (1-EQ)*1 BB)

Hast Du das (1-EQ) irgendwie vergessen?! EDIT: seh grad: ist nur umgeformt, NACHTI!!! ;)

@10%: Heisst das: wenn er den turn donk können wir semibluffraisen wenn wir und 10% FE geben?

Den Rest muss mich morgen nochmal durchlesen...


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Die Grundidee des Valueraises am Flop ist, dass die Hand erst am River entschieden wird. Ob das Out am Turn oder am River fällt, ist egal. Vom Flop aus gesehen bilden Turn und River eine Einheit.

Es ist nicht kritisch, wenn der Gegner am Turn donkt. Damit hat er Hero um die Möglichkeit der free Card gebracht, aber da die Raises am Flop schon für sich gesehen für Value waren, hat Hero damit nichts verloren. Das ist dann die gleiche Situation wie bei passiven Spiel am Flop, nur dass Hero Value am Flop mitgenommen hat.

Beispiel: Hero hat heads up am Flop einen 15 Outer. Seine Equity am Flop ist dann 54%. Angenommen, der Flop wird gecappt, dann hat Hero 2 * 4 SB * 0,54 - 4 SB = 0,32 SB Gewinn gemacht. Dieser Gewinn kann Hero nicht mehr genommen werden.

Callt Hero am Flop nur die Bet von SB, dann war der Gewinn am Flop nur 2 * 1 SB - 1 SB = 0,08 SB.

Die 10% sind die benötigte Foldequity für einen Semibluffraise am Turn, wenn Hero den Flop passiv spielt. Wenn Hero am Turn aggressiv spielt und der Gegner donkt am Turn, dann ist der Pot grösser, was sich auf die benötigte Foldequity auswirkt. Auch da kannst du wieder die Formel

P(F) > ( 1 - 2 * EQ ) / ( P + 3 - EQ * ( P + 4 ) ) anwenden.

In diesem Fall ist der Pot am Turn 3,75 BB gross und man kommt auf eine benötigte Foldequity von 8,4%. Die Frage ist natürlich, ob man auf eine Turndonkbet überhaupt Foldequity hat. Das ist wohl ganz selten der Fall, denn dazu müsste die Bet schon ein reiner Bluff sein.


Original von cjheigl
...

Danke! Antoher epic thread. Für mich zumindest (für viele FLer bestimmt bekannter standard).

Erklärung warum ich so "bohre": Beim NL habe ich gelernt immer nur eine Street zu betrachten und da gibt es das Konzept nicht. Intuitiv/nach Equity habe ich da Flop Donkbets aber auch auch geraist, weil man es zur Not dort einfach shippen kann und sonst gibts halt ne Freecard am Turn usw...


bloodmoney87
Beigetreten: 04.09.2007
Elite Grinder

dann hast du bei nl schwachsinn gelernt, oder was meinst du betrachten implied odds zb?


Original von bloodmoney87
dann hast du bei nl schwachsinn gelernt, oder was meinst du betrachten implied odds zb?

Eher so beim Call nach PotOdds. Da darf ich mir für den Flushdraw am Flop zB nur 4:1 geben und nur selten mal 2:1, wenn man denkt, dass der Turn nicht gebettet wird.

Fürs Betten ist mir ab jetzt schon klar, das man ruhig mal die Gesamt EQ betrachten darf.

Fürs Raisen, weiss ich grad nicht, aber ich denke ist ähnlich wie Betten.

Meld dich bitte nochmal, wenn es nicht das war was du wissen wolltest.


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Bei NL gibt es das Konzept auch, aber da funktioniert es anders. Da geht es dann um die Frage, ob man mit einem Draw am Flop all-in gehen sollte, damit einem die Equity von Turn zu River nicht verloren geht. Typischerweise mit einem Monsterdraw von 12 Outs oder mehr.


Das meinte ich damit, wobei es auf den lowstakes oft noch passiert, das son flop raise einfach mal gecallt wird und schwuppst haste den EQ drop am turn und noch zuviel left....


somekindofa
Beigetreten: 25.06.2009
PokerStrategist

Ziel dieses Artikel war es, dir das Prinzip eines Raise for Value am Flop zu erläutern. Das Spielen von Draws am Flop und am Turn kann natürlich auch noch facettenreicher sein, dies benötigt aber einen eigenen Artikel, der bald für die Silbersektion entstehen wird.

?(


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Der Artikel ist ziemlich alt. Inzwischen gibt es die Artikel, aber der Text in diesem wurde nicht angepasst. Gemeint sind z. B. Semibluffs, Raise für free Card, Spiel für Foldequity. Dazu gibt es diverse Artikel, wenn auch ab Gold.


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