so, etwas verspätet werde ich mich deiner kritik mal annehmen. entschuldigung dafür.
Der bisher passive Spieler
...was sich natürlich nur auf preflop bezieht. postflop war er bisher recht aggro.
(der wie er im Chat angibt dem Table bisher einen Lauf hatte)
er schreibt doch: "cmon, gamble a bit, i got a straight". und sogar das ist mir btw bisher gar nicht aufgefallen... lese eig NIE den tablechat. und selbst wenn, würd ich dem ganzen keine bedeutung beimessen. sorgt doch für mehr verwirrung als dass es uns wirklich informationen liefert.
Wäre die Hand nicht preiswerter auf dem Flop die 3-Bet nur zu callen und auf dem Turn CR zu probieren? In dem Falle könntest Du einen Flush angeben und würdest eventuell höhere Paare noch zum Folden bekommen.
diese argumentation ist mmn nach ziemlich fehlerhaft.
1) die 3bet nur zu callen um einen flush zu reppen ist sinnlos -> der flush kommt erst am turn, dh ich weiß noch nichts davon wenn ich am flop bin. den cap mache ich weil 3bet flop for freecard mit draws+A high auf diesem limit ein sehr verbreitetes play ist.
2) wenn wir einen flush reppen wollen verwandeln wir unsere hand in einen purebluff. bessere hände als unsere wären nur overpairs und sets.
und dass ein gegner der bisher so viel stärke gezeigt hat (bzw sogar ein BELIEBIGER gegner) hier ein overpair folden könnte, halte ich für völlig unrealistisch. wir haben dagegen sd value gegen vll schlechtere pockets, A high und flushdraws, weshalb wir aggressives protection+valueplay betreiben.
Warum findest Du einen A high unangebracht?
verstehe nicht ganz was du hier fragen willst
ok jetzt zum eigentlichen content des videos..
Anhand welcher Faktoren bestimmst Du, gegen welche Gegner Du eine geringere Equity benötigst
- absolute position (WICHTIG)
- gegner die nach mir agieren (chance blind zu stehlen = dead money, sowohl nach limper als auch first in)
- edge gegen mgl limper vor mir (aggressivität, position play, deceptiveness)
...fallen mir so spontan ein
Auch die Button-Thematik ist doch stark abhängig von den Gegner, die nach Dir agieren
stimmt, aber aus andern gründen! wichtige faktoren sind hier:
- chance auf blindsteal (s.o.)
- chance auf überaggressivität (villain investiert freiwillig mit worse hands + oop -> wir gainen) usw
Gegen (passive) Calling-Stations, die wirklich jede Hand runtercallen nützt doch auch keine Position etwas ...
hier kommen wir zum interessantesten punkt. gerade gegen DIESE gegner lohnt es sich nämlich besonders, mit der equity runterzugehen, auch wenn es vll im ersten moment ungemütlich erscheint loose gegner mit schlechten händen zu isolieren.
die kernaussage des videos war ja, dass die 50% regel aufgrund dieser, nennen wir sie mal, "equity-edge-anomalie" außer kraft gesetzt wird! das equitykonzept beruht darauf, dass ab der einer bestimtmen situation die hand all-in weiterläuft. das ist aber nicht der fall, sondern wir bestimmen die größe des investments und die hände mit denen wir investieren SELBST - und das geht besser je mehr der obigen faktoren zu unserem vorteil sind. dazu gehören besonders passive spieler, die OOP keinen widerstand leisten, wenig valuebetten, aber viel runtercallen. der keypoint ist dazu die POSITION. sie ermöglicht uns erst, das investment so präzise zu kontrollieren, dass wir mit händen, wo wir ahead sind den gewinn maximieren und mit händen wo wir behind sind den verlust minimieren.
als beispiel hatte ich hier 50% gewählt, und das ergebnis ist dass wir nur noch 33% equity brauchen. dsa wurde von vielen ein bisschen überbewertet, die zahl war rein fiktiv und hatte keinerlei empirische oder mathematische begründung, und ist wohl auch nur gegen wenige gegner realistisch. außerdem muss man natürlich noch andere faktoren wie die gegner hinter sich beachten.
die kernaussage war jedoch die erklärung der investmentkontrolle, und die belegt dass man gegen viele villains DEFINITIV die equity umso mehr senken kann je mehr der oben genannten faktoren einen begünstigen, und ich hoffe dsa ist klar geworden.