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Der Fluch des Graph...
 
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Der Fluch des Graphen

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balrog25
Beigetreten: 03.11.2006
Elite Grinder

Original von EvilSucker
Wie soll man das auch vermeiden?
Zumindest beim Minbet-Poker sehe ich doch, wie sich mein Stack entwickelt und wie oft nachgekauft werden muss. Dafür brauche ich noch nicht mal die Session-Stats.

So geht's:

- autobuyin nutzen, betrag hoch genug waehlen, dass man nicht staendig nachladen muss (so sieht man seine balance nichT beim hinsetzen)
- ggf. autorebuy aktivieren (muss man aber nicht, wenn man buyin ende als stoploss benutzen moechte)
- favorite seat option aktivieren
- HUD als tiltblocker benutzen, indem die eigenen stats oder die table stats den eigenen stack verdecken
- wenn autorebuy aus ist, einfach random oder wenn man paar poette verliert nachkaufen
- im pt/hem $won und bbwon kolumnen rausschmeissen, graph fenster ebenfalls

Fertig.

Ich guck einmal im monat meine results an. War ein langer weg dahin, aber jetzt funktioniert es und ich sag euch: der monat vergeht sehr viel angenehmer als mit staendigem graph und wr studieren.

Tipp: fuer den beginn buddy suchen und prop bet vereinbaren, wer es laenger durchhaelt (erfordert die faehigkeit, sich und andere nicht selbst zu beluegen)


Antwort
Zitat
DrizzyDrake
Beigetreten: 16.03.2012
Elite Grinder

ich denke ein weiterer grund bzw. denke ich mit der größte ist das wohl sehr sehr viele "downswings" auch mit scheiße gespielt zu tun haben... gibt selten einen graphen in dem ich 10 stacks verliere und danach sage "trotzdem alles ansatzweise gut gemacht"

Original von balrog25

Original von EvilSucker
Wie soll man das auch vermeiden?
Zumindest beim Minbet-Poker sehe ich doch, wie sich mein Stack entwickelt und wie oft nachgekauft werden muss. Dafür brauche ich noch nicht mal die Session-Stats.

Ich guck einmal im monat meine results an. War ein langer weg dahin, aber jetzt funktioniert es und ich sag euch: der monat vergeht sehr viel angenehmer als mit staendigem graph und wr studieren.

Tipp: fuer den beginn buddy suchen und prop bet vereinbaren, wer es laenger durchhaelt (erfordert die faehigkeit, sich und andere nicht selbst zu beluegen)

kommt imo darauf an welchen weg man gehen will... ich habe HM2 immer auf einen bildschirm und kann alles sehen... könnte gar nicht 3 stunden spielen ohne auf meine resultate zu sehen... vor allem helfen die auch teilweise weiter... wenn ab 4uhr die redline immer runter geht ist man vielleicht doch zu müde, wie viel equity hatte ich denn bei dem all in genau (spielgefühl verbessern) usw...

außerdem muss ich doch wissen ob die bankroll noch für das limit reicht :f_cool:


Antwort
Zitat
EvilSucker
Beigetreten: 02.01.2008
PokerStrategist

Original von balrog25

Original von EvilSucker
Wie soll man das auch vermeiden?
Zumindest beim Minbet-Poker sehe ich doch, wie sich mein Stack entwickelt und wie oft nachgekauft werden muss. Dafür brauche ich noch nicht mal die Session-Stats.

So geht's:

- autobuyin nutzen, betrag hoch genug waehlen, dass man nicht staendig nachladen muss (so sieht man seine balance nichT beim hinsetzen)
- ggf. autorebuy aktivieren (muss man aber nicht, wenn man buyin ende als stoploss benutzen moechte)
- favorite seat option aktivieren
- HUD als tiltblocker benutzen, indem die eigenen stats oder die table stats den eigenen stack verdecken
- wenn autorebuy aus ist, einfach random oder wenn man paar poette verliert nachkaufen
- im pt/hem $won und bbwon kolumnen rausschmeissen, graph fenster ebenfalls

Fertig.

Ich guck einmal im monat meine results an. War ein langer weg dahin, aber jetzt funktioniert es und ich sag euch: der monat vergeht sehr viel angenehmer als mit staendigem graph und wr studieren.

Tipp: fuer den beginn buddy suchen und prop bet vereinbaren, wer es laenger durchhaelt (erfordert die faehigkeit, sich und andere nicht selbst zu beluegen)

:f_love:
Funktioniert, war aber extrem ungewohnt die ganze Zeit im Ungewissen zu sein.

Jetzt müsste es nur noch eine Möglichkeit geben die Bankroll automatisch zu überwachen, um rechtzeitig ein Limit auf- oder abzusteigen.


Antwort
Zitat
balrog25
Beigetreten: 03.11.2006
Elite Grinder

@evilsucker:

Ist halt wie entzug, weil das graphangeschaue zur gewohnheit/sucht wird.

Zu beginn klappt es dann gut, so lange es ok laeuft, schwierig wird es vor allem dann, wenn man schlecht runnt, denn dann ist der drang am groessten, den loss genau zu erfassen, aber genau dann ist der emotionale gewinn bzw vermiedene emotionale down ebenfalls am groessten, wenn man es naemoich schafft, diesem drang nicht nachzugeben und damit die ganze negative gedankenspirale vermeidet.

Angenehmer nebeneffekt: da man die ganzen upswings nicht so richtig mitbekommt, ist man am ende des monats teils recht ueberrascht, wie gut es lief. Und wenn es halt wider erwarten richtig schlecht gelaufen ist, kriegt man das halt nur 1x im monat schwarz auf weiss mit, und nicht 57x, weil man andauernd guckt, ob der "ungerechte downswing" schon vorbei ist oder fieserweise noch ungerechter und schlimmer geworden ist.


Antwort
Zitat

Also wenn man kein knappes Bankrollmanagement betreibt, ist ein eimaliger Check am Monatsende höchst beneidenswert :). So würde ich es auch versuchen.

Ausnahme ist natürlich wenn man gerade erst lernt und viel an seinem Spiel arbeiten muss und man am Graph noch deutliche Resultate von Spielveränderungen sehen kann.


Antwort
Zitat
DrPepper
Beigetreten: 20.10.2006
Elite Grinder

Was mich an dieser Situation IMMER aufregt, ist, dass sich anscheinend alle Leute der Probleme ihres Mindsets bewusst sind, aber niemand sie :spade: LÖSEN :spade:, sondern jeder sie nur :f_cry: UMGEHEN :f_cry: will.

Ich persönlich gucke mir meinen Graphen während einer Session oft an, da ich PLO spiele und man so immer schnell sehen kann, ob man seine Equity ungefähr richtig abgeschätzt hat. Ich habe damit mindsetmäßig nicht die geringsten Probleme. Und wenn man dann mal ne halbe Stunde länger spielt, weil man noch versucht ins + zu kommen, wo ist das Problem (wenn man deswegen nicht krampfhaft die ganze Nacht durchzockt)? Wenn es nicht klappt, dann klappt's halt nicht, aber ich spiel doch nicht schlechter deswegen.

Wenn ich allerdings solche Probleme hätte, dann würde ich mir doch nicht irgendwelche bescheuerten Systeme ausdenken, um mir selbst Informationen vorzuenthalten, sondern mir einfach vernünftig überlegen, warum mich der Graph rein emotional beeinflussen sollte. Wenn ich weiß, dass ich Winning Player bin, dann gibt es kein Problem, egal was für bescheurte Gedanken ich mir durch meinen Graphen zusammenspinne. Dann denkt man halt mal kurz drüber nach, tut es als Unsinn ab und weiter gehts. Wenn der Graph mir allerdings Anzeichen sendet, dass ich vielleicht wirklich kein Winning Player mehr bin, warum in aller Welt sollte ich mich dann dieser Information verweigern? Man greife auf alle verfügbaren Informationen zu und beurteile sie ehrlich und rational, nur das ist professionell.

Seit ihr echt alle so blind emotionsgesteuert? Ich kenne die ganzen Gefühle, die in dieser Diskussion beschrieben werden, natürlich auch, aber was hindert einen daran, sie durch kurzes logisches Nachdenken sofort abzustellen? War für mich nie ein Problem. Allein der Gedanke sich aus irgendwelchen Psychogründen zu zwingen, nur einmal im Monat auf seinen Graphen zu gucken oder sich ein Stop-Loss-Limit zu setzen ist für mich so jenseits von dämlich, gerade letzteres. Warum sollte es mich interessieren, ob ich gerade eben 10 Buy-Ins verloren habe oder letzte Session oder vor einer Woche etc. Mich würden alle Szenarion exakt gleich viel ankotzen und mein Spiel trotzdem nicht beeinflussen.

Mein Vorschlag: :spade: LÖST :spade: eure Probleme und :f_cry: UMGEHT :f_cry: sie nicht. Wenn ihr dumme Gedanken habt, überlegt euch keine niederen Ausweichmöglichkeiten, sondern analysiert die Irrationalität und bekämpft sie so nachhaltig. Das gilt im Grunde auch nicht nur für Poker, sondern für alle Bereiche des Lebens.


Antwort
Zitat
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

@DrPepper: schöner Post :)


Antwort
Zitat
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007
Elite Grinder

Naja hört sich logisch an, aber man hat nunmal ein Unterbewusstsein und jede Information löst gewisse Dinge in einen aus, ob man will oder nicht. Ich finde man kann das nicht so verallgemeinern. Dein Post hört sich so an, als ob man alles nach seinen Willen steuern kann, dabei ist nur der kleinste Teil von uns selbst beeinflussbar. Kann mir keiner erzählen, dass es ihn nicht beeinflusst, wenn er ein dicken, nach unten verlaufenden Graphen (oder auch andersrum) anschaut. Das beeinflusst jeden. Egal ob man sich einredet, dass es nicht so ist.


Antwort
Zitat
eroticjesus
Beigetreten: 25.05.2009
Elite Grinder

Das stimmt schon. Ich habe bspw. einen buddy, der spielt NL500 zoom up to NL2k auf Stars. Wenn es bei ihm gut läuft und er den Graphen raushaut, dann motiviert es mich ungemein, dass es halt machbar ist. Läuft es bei ihm aber grausam und er dropped mal fix 10-20k, dann atme ich auf und sag mir, dass es auch Top-Spielern passieren kann mal eben 20-30 Stacks zu droppen ohne Tilt usw.

MMn sollte man einfach vor jeder Session den Post von DrPepper durchlesen und die Graphenprobleme sollten sich von selbst lösen :P


Antwort
Zitat
DrPepper
Beigetreten: 20.10.2006
Elite Grinder

MMn sollte man einfach vor jeder Session den Post von DrPepper durchlesen und die Graphenprobleme sollten sich von selbst lösen :P

#

Original von Witz84
Kann mir keiner erzählen, dass es ihn nicht beeinflusst, wenn er ein dicken, nach unten verlaufenden Graphen (oder auch andersrum) anschaut. Das beeinflusst jeden. Egal ob man sich einredet, dass es nicht so ist.

Ich behaupte ja nicht, dass man wie ein kalter Roboter durchs Leben geht. Ja, es beeinflusst einen, aber man muss eben mit dieser Beeinflussung umgehen können und ihr nicht ausweichen. Das ist der entscheidende Punkt, den kaum einer versteht. Zu sagen, wir Menschen sind eben irrational etc. und aufgrund dessen weiter wie eine hauptsächlich emotionsgetriebene Marionette durch die Welt zu taumeln ist nicht gerade der Königsweg. Es steht jedem frei, sich zu entscheiden, mit Poker professionell umzugehen oder sich ein Stop-Loss zu setzen und sich damit als "mentaler Fisch" zu bekennen.


Antwort
Zitat
Ramudis
Beigetreten: 14.08.2013
Legacy Member

Original von Dogdo

Nächstes was ich ausgeschaltet hab ist die Anzeige der aktuellen Bankroll im Pokerclient.

Wo macht man das?


Antwort
Zitat
marchy33
Beigetreten: 13.09.2011
PokerStrategist

ich versuche am ende der session immer zu schätzen, wie es gelaufen ist. dann schau ich einnmal drauf wenn alle tische zu sind oder zumindest auf "sit out next bb" wenn kein rush.

bis zur nächsten session hab ich meinen ärger dann meistens wieder im griff wenns mal nicht lief, so handhabe ich das und komme gut damit klar. kanns halt eh nicht lassen aufn graph zu gucken, dann hab ich mich wenigstens soweit diszipliniert das es nur am ende der session 1x der fall ist.


Antwort
Zitat
balrog25
Beigetreten: 03.11.2006
Elite Grinder

Original von DrPepper
Was mich an dieser Situation IMMER aufregt, ist, dass sich anscheinend alle Leute der Probleme ihres Mindsets bewusst sind, aber niemand sie :spade: LÖSEN :spade:, sondern jeder sie nur :f_cry: UMGEHEN :f_cry: will.

Ich persönlich gucke mir meinen Graphen während einer Session oft an, da ich PLO spiele und man so immer schnell sehen kann, ob man seine Equity ungefähr richtig abgeschätzt hat. Ich habe damit mindsetmäßig nicht die geringsten Probleme. Und wenn man dann mal ne halbe Stunde länger spielt, weil man noch versucht ins + zu kommen, wo ist das Problem (wenn man deswegen nicht krampfhaft die ganze Nacht durchzockt)? Wenn es nicht klappt, dann klappt's halt nicht, aber ich spiel doch nicht schlechter deswegen.

Wenn ich allerdings solche Probleme hätte, dann würde ich mir doch nicht irgendwelche bescheuerten Systeme ausdenken, um mir selbst Informationen vorzuenthalten, sondern mir einfach vernünftig überlegen, warum mich der Graph rein emotional beeinflussen sollte. Wenn ich weiß, dass ich Winning Player bin, dann gibt es kein Problem, egal was für bescheurte Gedanken ich mir durch meinen Graphen zusammenspinne. Dann denkt man halt mal kurz drüber nach, tut es als Unsinn ab und weiter gehts. Wenn der Graph mir allerdings Anzeichen sendet, dass ich vielleicht wirklich kein Winning Player mehr bin, warum in aller Welt sollte ich mich dann dieser Information verweigern? Man greife auf alle verfügbaren Informationen zu und beurteile sie ehrlich und rational, nur das ist professionell.

Seit ihr echt alle so blind emotionsgesteuert? Ich kenne die ganzen Gefühle, die in dieser Diskussion beschrieben werden, natürlich auch, aber was hindert einen daran, sie durch kurzes logisches Nachdenken sofort abzustellen? War für mich nie ein Problem. Allein der Gedanke sich aus irgendwelchen Psychogründen zu zwingen, nur einmal im Monat auf seinen Graphen zu gucken oder sich ein Stop-Loss-Limit zu setzen ist für mich so jenseits von dämlich, gerade letzteres. Warum sollte es mich interessieren, ob ich gerade eben 10 Buy-Ins verloren habe oder letzte Session oder vor einer Woche etc. Mich würden alle Szenarion exakt gleich viel ankotzen und mein Spiel trotzdem nicht beeinflussen.

Mein Vorschlag: :spade: LÖST :spade: eure Probleme und :f_cry: UMGEHT :f_cry: sie nicht. Wenn ihr dumme Gedanken habt, überlegt euch keine niederen Ausweichmöglichkeiten, sondern analysiert die Irrationalität und bekämpft sie so nachhaltig. Das gilt im Grunde auch nicht nur für Poker, sondern für alle Bereiche des Lebens.

Dein Post ist sehr interessant, vielen Dank, dass du deine Sichtweise in die Diskussion eingebracht hast. Ich möchte gern ein paar Richtigstellungen in Bezug auf deinen und meinen Post vornehmen, da hier zwei wesentliche Dinge falsch verstanden werden:

1) Sowohl OP (nani74) als auch evilsucker spielen - wie ich - Fixed Limit. In diesem Kontext sind Graphen und Resultate aus dem kurz- und mittelfristigen Bereich schlicht irrelevant, sie erhalten keinerlei Information, die auf das eigene Skilllevel oder die Richtigkeit vorgenommener Entscheidungen verweist (scheinbar im Unterschied zu deiner Variante), denn a) gibt es keinen All-In-EV-Graphen, aus dem man etwas ableiten könnte und b) ist die Varianz im FL für ring games sehr hoch. Ab den Midstakes gilt ein Spieler bereits als Weltklasse, wenn er eine Winrate von 1BB/100 longterm erzielt. Dies führt dazu, dass selbst ein absoluter Crusher easy über 100k Hände breakeven oder auch down gehen kann.
Das bedeutet im Klartext, dass durch die ausgefilterte Informationen keinerlei theoretische Nachteile entstehen, jedoch unangebrachte Fehlinterpretationen in Bezug auf Skill vermieden werden können.
Die Herangehensweise ist eine Konkretisierung eines Axioms, was sämtliche Sportspychologen ihren Athleten ans Herz legen (übrigens auch "Pokerexperten", die sich mit dem Thema Psychologie des Pokerns beschäfitgen: Konzentriere dich allein auf prozessorientierte Ziele (ich möchte die nächste Hand perfekt spielen) und vernachlässige resultatorientierte Ziele (ich möchte xxx $$ / Zeiteinheit gewinnen). Der Unterschied zw. Hochleistungssportlern und guten Sportlern liegt genau darin, dies zu verstehen und umzusetzen, und zwar mit verschiedenen Optimierungstechniken.

2) Herzlichen Glückwunsch dazu, dass du deine Psyche mit einem sehr einfachen Mittel - rationales Denken - so beeinflussen kannst, dass du völlig tiltfrei und völlig rational Poker spielen kannst - dein Post klingt übrigens nicht so ganz tiltfrei ;).
Diese Herangehensweise ist jedoch für 99,9% aller Pokerspieler - und Menschen - ungeeignet. Der Ansatz negiert völlig den Einfluss unserer Gefühle, Emotionen oder ganz allgemein gesagt den Einfluss des Unterbewussten auf unsere Psyche oder, etwas niedriger gehängt, unsere Entscheidungen. Für den Großteil der Menschen ist es einfach unpraktikabel und naiv anzunehmen, sie könnten sich durch schlichtes Einreden Ihrer Emotionen entledigen, nur weil diese nicht logisch herzuleiten sind.
Tilt manifestiert sich übrigens in seinen geringeren Ausprägungsstufen vor allem unterbewusst und ist damit für die Ratio zum Teil nur schwer oder nicht zu erkennen. Es gibt verschiedene Abstufungen von Tilt (A-Game,B-Game,C-Game etc.) und nur die schwersten Stufen sind rational erkennbar.

Neben der rein rationalen Ergebnisorientierung erlauben verschiedene "Psychotechniken" in Kombination dem Betroffenen/Pokerspiele aber etwas, dass viel wesentlicher ist, als xx $ mehr oder weniger pro Monat zu gewinnen: Die emotionalen Ups und Downs sind einfach wesentlich schwächer ausgeprägt bzw. ganz einfach gesagt: Man leidet einfach weniger mit.

Wens interessiert, der sollte sich mal etwas tiefer mit Dingen wie Atemtechniken/Meditation, Visualisierungstechniken Selbstbefragungen etc. beschäftigen.

Als knallige Schlussthese würde ich dir entgegen halten: Im Gegensatz zu dem, was du behauptest, ist der hier nur angerissene Ansatz eine Problemlösestrategie und keine Umgehungsstrategie. Dein Ansatz mag für dich funktionieren, wäre aber für das Gros der Betroffenen die Problemumgehung schlechthin und keine Lösung des Problems.
Stattdessen bietet es sich für Tiltbetroffene (also alle ;) ) an, Tilt als Teil ihrer Realität zu akzeptieren und von da aus zu starten und das Problem anzugehen. Dazu gehören neben genannten Punkten auch Dinge wie Nahrung& (kein Alkohol), Schlafrhytmus, Hydrierung etc. etc.


Antwort
Zitat
pokerr4b3
Beigetreten: 07.06.2007
Oldschool Grinder

Stimme zu 100% Balrog zu.

Auf welchem Level spielt denn DrPepper? Das Argument, das man an einem Graphen ablesen soll, ob man die Equity richtig einschätzt finde ich irgendwie komisch. Man sollte das Spiel ohnehin beherrschen und das hat nichts mit einem kurzfristigen Graph zu tun.

Ich bezweifle übrigens das jemand tatsächlich emotionslos ist bei Swings. Natürlich können die Effekte bei dem einen geringer ausfallen...
Ich bin auf dem Level, dass ich eine Session nicht auf den Graph schaue, aber danach will ichs dann schon wissen... Wenn ich dick overrolled bin und in Ruhe grinden will, dann würde ich mir allerdings auch längere Zeiträume angewöhnen.


Antwort
Zitat
TimBus
Beigetreten: 06.10.2007
BlackMember

Mir ist vor ein paar Tagen aufgefallen, dass das Problem auch andersrum besteht. Man entwickelt ja trotz Autorebuy ein Gefühl dafür, wann es scheiße läuft. Jetzt hatte ich ne Session, wo dieses Gefühl immer stärker wurde. Eine Hand nach der anderen verloren und immer überall auf Anfangsstack, ich wurde nervös und war letztlich so weit, die Session vorsichtshalber zu beenden. Beim Blick auf die Ergebnisse sah ich dann, dass mein Gefühl dieses Mal daneben lag. Ich war nur minimal abgerutscht. Hab wahrscheinlich einfach ständig ne Hand gewonnen und die nächste verloren, so dass die Stacks einfach immer beim Minimum hingen, ohne dass ich viel nachgekauft habe. Mit einem Blick auf den Graph hätte ich mir den Beinahetilt sparen können.


Antwort
Zitat
DrPepper
Beigetreten: 20.10.2006
Elite Grinder

Original von pokerr4b3
Auf welchem Level spielt denn DrPepper? Das Argument, das man an einem Graphen ablesen soll, ob man die Equity richtig einschätzt finde ich irgendwie komisch. Man sollte das Spiel ohnehin beherrschen und das hat nichts mit einem kurzfristigen Graph zu tun.

Das Ding bei PLO ist einfach, dass man oft 3 way all in ist und das dann manchmal eben nicht so einfach zu sehen ist, wer gerade vorne war. Natürlich muss man sich diese Situationen meist sowieso später nochmal im Trackingprogramm anschauen, um die genaue Equity zu haben, aber ich find's hilfreich, mir schon mal grob anzugucken, ob ich's gerade gut reingestellt habe oder nicht. Das ist aber wirklich nur für PLO relevant und auf keinen Fall mein Hauptargument in dieser Diskussion. Mich interessiert es halt einfach auch, ob ich up bin oder nicht, warum soltte es einen auch nicht interessieren, man spielt ja, um Geld zu gewinnen. Da mich die Information darüber nicht im geringsten spielerisch beeinflusst, sehe ich auch kein Problem darin, mir den Graphen während einer Session anzugucken.

Abgesehen davon merkt man doch eh, ob es gerade super beschissen läuft oder man wie Gott runt. Im Grunde müsste man da ja sogar bei jedem All-In die Augen zu machen und danach blind den Tisch quitten, damit man ja bloß nicht erfährt, wie es ausgegangen ist. Für mich ist das genau so dämlich wie sich selbst zu verbieten, auf seine Pokerergebnisse zu schauen.


Antwort
Zitat
Nani74 Themenstarter
Nani74
Beigetreten: 15.12.2005
BlackMember

natürlich bezieht sich mein statement auf FL, da ich ja nichts anderes spiele und da ist der graph als analysetool gänzlich ungeeignet, aber auch für andere Spielformen (PLO, NL etc...) ist der winninggraph als solcher (ohne analysezusätze wie EV, winwithout SD etc...) kein geeignetes tool zur analyse und psychologisch gesehen einfach kontraproduktiv, da eben oft ein trend signalisiert wird wo keiner ist.


Antwort
Zitat

Ich finde eigentlich auch mit EV, Non SD und SD Graphen macht es kaum Sinn sich den Session Graphen anzuschauen. Schließlich kann man so viele positive wie negative Setups haben in jeglichen Formen dass diese Graphen auch nicht aussagekräftig sind.
Kann ja sein das man sein Pech z.b. in Form von Setups hat, dafür halt häufiger als Underdog gewinnt. Dann denkt man man ist Loosing Player und Luckbox xD obwohl vielleicht beides nicht stimmt.

Ich schau es mir natürlich trotzdem an und freu mich sogar komischer weise wenn ich jetzt sagen wir + 5 Stackes EV gemacht habe aber verloren habe. Im längsten Downswing den ich hatte ca. 100k Hands empfand ich es persönlich auch als Balsam für die Seele den EV steigen zu sehen (ob das nun real war oder nicht^^).


Antwort
Zitat
wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008
BlackMember

Also dass man seine Gefühle durch Gedanken steuern kann halte ich - mit Verlaub - für Blödsinn: "Ich bin verknallt in xy, aber ich weiß, dass das nichts wird, also bin ich jetzt nicht mehr verknallt!"

oder: "Ich habe tierisch Liebeskummer, weil sie mich verlassen hat, aber das nützt ja nichts, also schiebe ich dieses Gefühl einfach mal auf Seite!"

Die Frage ist ja auch immer, wie viele Tische man spielt. Wenn man single tabled kann man auch ein Buch nebenher lesen. Die meisten von uns denke ich wählen aber die Anzahl an Tischen so aus, dass sie gedanklich ausgelastet sind. Und da stört einfach jeder überflüssiger Klick oder Blick.

obv. mache ich es STÄNDIG und versuche mir immer einzureden, dass das sinnvoll ist...


Antwort
Zitat
pokerr4b3
Beigetreten: 07.06.2007
Oldschool Grinder

Original von DrPepper

Original von pokerr4b3
Auf welchem Level spielt denn DrPepper? Das Argument, das man an einem Graphen ablesen soll, ob man die Equity richtig einschätzt finde ich irgendwie komisch. Man sollte das Spiel ohnehin beherrschen und das hat nichts mit einem kurzfristigen Graph zu tun.

Das Ding bei PLO ist einfach, dass man oft 3 way all in ist und das dann manchmal eben nicht so einfach zu sehen ist, wer gerade vorne war. Natürlich muss man sich diese Situationen meist sowieso später nochmal im Trackingprogramm anschauen, um die genaue Equity zu haben, aber ich find's hilfreich, mir schon mal grob anzugucken, ob ich's gerade gut reingestellt habe oder nicht. Das ist aber wirklich nur für PLO relevant und auf keinen Fall mein Hauptargument in dieser Diskussion. Mich interessiert es halt einfach auch, ob ich up bin oder nicht, warum soltte es einen auch nicht interessieren, man spielt ja, um Geld zu gewinnen. Da mich die Information darüber nicht im geringsten spielerisch beeinflusst, sehe ich auch kein Problem darin, mir den Graphen während einer Session anzugucken.

Abgesehen davon merkt man doch eh, ob es gerade super beschissen läuft oder man wie Gott runt. Im Grunde müsste man da ja sogar bei jedem All-In die Augen zu machen und danach blind den Tisch quitten, damit man ja bloß nicht erfährt, wie es ausgegangen ist. Für mich ist das genau so dämlich wie sich selbst zu verbieten, auf seine Pokerergebnisse zu schauen.

ok dann bleiben wir mal bei der Argumentationskette:

Welchen Informationsgewinn hast du durch den Blick auf den Graph genau? Du siehst, ob du gut oder schlecht gespielt hast? Sieht man das wirklich zweifelsfrei an einem Graph von einer Session? Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber kann das Trackingprogramm nicht immer nur konkrete Situationen darstellen und kann ja schlecht Annahmen über Ranges machen oder? Also wenn du All-In gegangen bist, weil du gerade Glück gehast habt, weil du AA gegen KK hat und dann der Flop ein K kommt, dann spiegelt der Graph doch auch was falsches wieder oder?

Aber ok. Nehmen wir an, der Graph bringt dir relevante Informationen über dein Spiel.
Du spielst gut: ok, weiter so!
Du spielst schlecht: hörst du dann jetzt auf? Spielst du dadurch besser? Der einzige Vorteil wäre dann ja, dass du aufhörst, sobald du nach Graph schlecht spielst. Schlechtes Spiel sollte man aber vielleicht auch anders erkennen können.

Also wenn man wirklich die Machine ist, die 0 Emotionen bezüglich Geld und Erfolg hat und sich nicht von dem Graph ablenken lässt, dann kann man sicher auf den Graph schauen. Vielleicht sind die Fixed Limit spieler ja alle von Natur aus TIlter


Antwort
Zitat
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