So, da ich jetz mehrmals gefragt wurde, wie ich zu meiner jetzigen Situation gekommen bin (aus Sicht einiger so weit zurück aus Sicht anderer soweit überhaupt), dachte ich mir, dass mal so ausführlich wie es meine Ungeduld erlaubt hier aufzuschreiben:
Wie ich zum Pokern gekommen bin, kann ich gerne noch einfügen halte es im Moment aber nicht für relevant.
Am 18. Januar 05 installierte ich Partypoker auf meinem Laptop und registrierte mich auf ps.de. Dann laberte ich noch ein wenig mit Korny und entschied mich darauf erst einmal ne Weile Playmoney zu spielen. Es war eine total verwirrende Erfahrung, einfach immer mal hier betten mal da callen, wie man es sich halt von einem richtigen Fish vorstellt. Trotzdem hatte ich Probleme damit zu verstehen, warum ich manchmal mehrmals callen/raisen konnte und manchmal nicht und warum ich manchmal raisen wollte aber der Button nicht da war. Fragen wie "Warum gewinne ich den Pot, wir haben doch beide ein Paar?" "Was habe ich eigentlich gerade für eine Hand?" "Wie erkenne ich, was ich zum Schluss haben könnte?" geisterten durch meine Rübe.
Als ich mir denn das Chart saugte und nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit dem Verständnis (AA-QQ heisst halt nicht AA UND QQ sondern AA bis QQ ^^) langsam versuchte dieses mit in mein Spiel einzubinden, wurde mir immer die �?berleg-Zeit zu knapp. Sehr häufig wurde mir ne recht gute Hand wie AQo gefoldet, weil ich in der Tabelle nicht schnell genug den entsprechenden Punkt gefunden habe. Also musste dass Chart etwas mit einem Stift verbessert werden xD. Ich schaute mir die einzelnen Blöcke, die durch schwarze Zeilen getrennt waren an und analysierte, warum gerade diese Hände zusammen gehörten. Dann schrieb ich ein paar Notizen daneben (wie neben die Pockets "Paare" und neben die AXs "AXs" usw xD) und gewann langsam �?bersicht.
Dann wurde Playmoney plötzlich totaaal langweilig. Man konnte nie spielen, weil viele einfach die ganze Zeit immer nur raisen mussten und auch wenn man immernoch +EV war, isses doch langweilig, an einem Tisch 400 Hände zu spielen eh man dass nächste mal bis zum River dabei ist (rausbluffen geht bei playmoney zu 0,0000000%).
Also fragte ich Korny wie es weiterging und installierte Pokerstars.
Zuerst musste ich mich ma an das etwas sehr andere Design gewöhnen und daran, dass real money doch etwas anderes ist und verlor erstmal 3 von meinen 5 Startdollars. Au�?erdem war gerade der Umgang mit dem Chart noch weit davon entfernt, perfekt zu sein. Ich ignorierte zB komplett die Position bei manchen Händen oder callte immer auch wenn da call 4 stand usw. Dass verminderte meinen Gewinn drastisch, was mir mangels Erfahrung natürlich nicht auffiehl und ich auch nirgendwo erwähnte, weil ich halt nicht darüber nachdachte, ob es ein Fehler sein könnte. Ich merkte nur, dass ich viel zu wenig Hände spielte und mir langweilig war, also war ich glücklich über jede Hand, die überhaupt im Chart stand und die ich dann spielen konnte.
Als ich dann Mühselig auf 12$ gekommen war, versuchte ich mich an 5c/10c, und wurde prompt wieder zurückgeworfen (4$ downgeswing+gewöhnen an neue Gegner). Also weiter 2c/4c, was mir langsam auf den Sack ging.
Inzwischen waren sicher schon 2 bis 3 Monate vergangen, denn ich hatte wegen Schule keine wirkliche Zeit für Pokern, ausserdem war ich noch zusehr in BW drin um dem nicht wenigstens 50% meiner Onlinezeit zu opfern.
Als ich dann endlich doch mal auf 5c/10c kam (mit 15$) und dann anfing dort zu 5-tablen, wollte ich einfach mehr Poker spielen und da ich tagsüber nur selten ins Netz konnte (wir haben ein Internetmodem (kein router) und deshalb kann nur einer On sein. Und dass auf 3 Leute -_-) legte ich mich tagsüber schlafen und ging dann ab um 12 wenn alle anderen schliefen on und spielte so 1-3x in der woche 3-4h.
Tagsüber spielte ich dafür fast garnicht mehr, verbrachte meine Zeit mehr mit BW und Artikel hier fürs Forum schreiben (die sich Aufgrund meines Unwissens teilweise als ziemlich falsch herausgestellt haben oO).
Dann näherte sich die Schulzeit langsam ihrem Ende und ich wusste, dass ich mir danach einen Job suchen musste, da mein Vater nix zahlte und meine Mutter studiert, und darauf hatte ich mal echt keinen Bock. Also ging ich volles Risiko, was sich als der grö�?te Fehler meiner Pokerkarriere überhaupt herausstellte.
Ich schnappte mir etwas Taschengeld, überwies es korn und ging dann auf Party mit über 200$ gesamtsumme. Da ich kein einziges Pokerbuch gelesen hatte, und deutlich zu wenig Pokererfahrung, war ich nicht mehr als ein weiterer Fish auf .5/1 und verlor so langsam dem rake entsprechend meine BR. Da ich nicht wusste, wieviel einen dass lesen eines Buches voran bringt, dachte ich einfach ich hätte unverdient zu viel pech und wäre zu nichts in der Lage... ich hätte heulen können. Also wieder zurück zu EB (mit 90$). Damit war mein Traum, nicht arbeiten zu müssen, erstmal im Arsch. Also hiess es wieder etwas weniger Spielen und schonmal etwasZeit in die JObsuche zu investieren. Nebenbei kaufte ich mir übrigens Small Stakes Holdem und habe den Kauf bis heute nicht bereut. Wieweit dieses Buch den Horizont eines Pokerspielers erweitert ist einfach unglaublich!
Als die Schule dann vorbei war, spielte ich jeden Tag ungefähr 3-4h 5c/10c dann .25/.5 und jetzt schliesslich nach nem halben Jahr Pokern endlich richtig .5/1. Leider hatte ich mir schon einen Ferienjob besorgt gehabt, dem ich jetzt ja erstmal nachkomme... zumindest eine sehr gute Erfahrung um sich zu motivieren, sowas nie wieder machen zu müssen -___-
so, dass Ende ist etwas kurz, aber ich möchte noch etwas Pokern bevor ich zur Arbeit fahre, also so long...
shol
PS: Lobpreisungen, Huldigungen und Lücken in dieser höchsteloqenten Erleuterung, die ihr noch zu schliessen erbeten wollt einfach per Post hier rein
*edit1* 13.10.2005
So, weil nach update gefragt wurde, werde ich diesen Artikel mal auf den neusten Stand bringen. Auf .5/1 FR spielte ich eigentlich noch bis mitte september. Ziemlich erfolgreich und relativ frei von gro�?en Swings (hatte vielleicht ein oder zwei mittelschwere Swings aber nichts bewegendes), also eine ganz angenehme Zeit.
Dann zog meine Familie mit mir nach Werder/Havel, also deutlich dichter an Berlin ran.
Dass brachte folgende Hindernisse fürs Pokern: Umziehen heisst keine Zeit und kein Internet haben, dichter an Berlin wohnen heisst anderen Hobbies wie Warhammer 40k wieder etwas leben einhauchen, weils dort einfach mehr Spieler gibt und schliesslich begann direkt nach meinem Umzug mein Zivildienst.
Mit diesem konnte ich mich nur ziemlich schwer anfreunden. Zivildienst bedeutet bei dem Sold den ich zumindest bekomme (und wie es mir scheint dürfte eigentlcih auch kein anderer relevant mehr bekommen) schaffe ich es gerade so meine Miete zu bezahlen und das auch nur, weil meine Mutter recht tolerant bei der Berechnung meiner kosten ist. Beim Poker hätte ich auch intollerant berechnete Mieten 2x bezahlen können. Au�?erdem bedeutet Poker im Vergleich eigentlich keine Arbeit.
Damit klarzukommen nicht der Gott der Karten zu sein, der im Geld schwimmt sondern der Sklave vom Dienst mit einem Hungerlohn bedarf erst einmal etwas Selbstüberredung. Diese Selbstüberredungsphase dauerte ungefähr bis vor vielleicht einer Woche.
Dementsprechend hatte ich viel stress mit meiner Zivistelle und darf mir jetzt eine neue suchen. Naja, Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen. ^^
Jedenfalls komme ich seitdem nurnoch maximal 2h pro Tag zum Pokern. Ziemlich deprimierend. Und da meine nächste Zivistelle vermutlich nicht so dicht an meiner Wohnung liegt (bisher habe ich einen Arbeitsweg von 5 Minuten. ^^) werde ich wohl noch weniger spielen können oder vielleicht erstmal garnichtmehr.
Doch kommen wir zurück zum Poker.
Nur weil ich die 2-3 Monate keine allzugro�?en Mengen gespielt habe, heisst es noch lange nicht, dass nicht viel passiert ist. Zuerst wechselte ich während des shorthandedbooms wieder auf shorthanded, was mir schon immer lieber war, als fullring und stellte fest, dass man dort die noobs noch mehr abziehen konnte auf .5/1, da sie so schon keine Ahnung hatten, durch den Mangel an Mitzahlern allerdings häufig nicht noch für ihre Fehler von anderen noobs ausgezahlt wurden.
Ab da an ging es mit meiner BR sehr gut aufwärts. Ich versuchte mich auf 1/2 und versagte, wie so viele von uns schon vorher und überging 2/4 ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, da es ja kein shorthandedlimit war (was für ein Fehler). Stattdessen versuchte ich mich ab und zu mit einer viel zu kleinen BR (manchmal nur 600-700$) an 3/6. Ohne unheimliches Glück unschaffbar, wie ich fesstellen musste, als ich meine BR immerwieder versackte und mit 200-300$ weiterspielen durfte (nach einem Tag one-tabling, muss man dazu sagen!). Als ich mal wieder auf meine BR sah und feststellte dass ich 800$ hatte packte mich wieder die Sehnsucht nach anderen Gegnern und etwas mehr Herausforderung als man auf .5/1 kriegen kann. Allerdings stellte ich diesmal fest, dass 800$ für 3/6 unspielbar war. Aber 2/4 fullring war es zwar eine riskante, aber akzeptable BR. Also stieg ich mit ein paar Anfangsschwierigkeiten wieder auf fullring um.
Bisher läuft es ganz gut. ich swinge im Moment ein wenig um die 1,2k und habe garkeinen richtigen Bock wieder auf shorthanded umdenken zu müssen und bleibe daher noch ne Weile auf 2/4. Schliesslich bin ich noch nicht wieder auf Fullring-Maximum zurückgekehrt. Spiele immernoch zu wenig Hände (14% vpip) und bin aus middle Pos imo etwas zu aggro für fullring. Ich denke, dass es mich vom allgemeinen Holdemverständnis deutlich weiter bringen wird, wenn ich mich wieder in fullring einarbeite und dann versuche sowohl mit SH als auch mit FR möglichst Fehlerfrei klarzukommen ohne mich erst ewig vom einen zum anderen umgewöhnen zu müssen.
Es ist ja auch nicht viel. 90% der Veränderungen sind preflop. Dass müsste schafbar sein ^^
so, hoffe das reicht ertsmal als update
shol