Mit Equity^2 meine ich ein etwas modifiziertes Equity-Konzept, dass oft besser geeignet ist, wenn man den EV einer Hand einschätzen will. Zuerst mal ein Bespiel zur Erläuterung:
Angenommen wir befinden uns am Turn, einmal mit Hand1, die egal auf welchem River immer 50% Equity gegen die Range von Villain hat, dann mit Hand2, die auf die Hälfte der Riverkarten 100% Equity hat, sonst 0%. Beide Hände haben nach dem klassischen Equity-Begriff 50% Equity am Turn. Was den EV angeht ist Hand2 klar besser (Implied odds etc.), weshalb Equity hier als ungeeignet für die Bewertung der Stärke der Hand erscheint.
Beheben kann man dieses Problem mit EQ^2. D.h. man quadriert die Equity auf jede Riverkarte (oder allgemein jedem Runout) und summiert dann auf. Hand1 hat auf jedem River 50%, also 0.5^2 * 100% = 25% EQ^2. Für Hand2 ist es 1^2 * 50% + 0^2 * 50% = 50% EQ^2, was einen deutlichen Unterschied zeigt.
In der Praxis kann man sich als Hand1 zum Bespiel eine Hand mit wenig guten Outs aber etwas Showdown-Value vorstellen (A high, bottom Pair, etc.), Hand2 könnte ein guter Draw ohne SD-Value sein.
Im Kopf hatte ich das schon länger und bin beim Durchlesen einiger Forschungsarbeiten in Sachen Poker auch darauf gestoßen. Darin wird EQ^2 verwendet um die Stärke von Händen für spätere Straßen abzuschätzen und hat sich als besser erwiesen als Equity.
EQ^2 als Funktion in Equilab zu implementieren wäre super. Wenn es Anklang findet sollte das drin sein.