ich finds argumentativ schwach und seine beschreibung der realität im besten fall schlitzohrig
die naivität, die da mitschwingt, ist bei einem lobbyisten und werbeträger der branche auch nicht sonderlich glaubwürdig
der imo einzige positive effekt ist, dass, wenn es viele solcher persönlichen meinungsäusserungen gibt, zumindest erkennbar wird, dass hinter dem thema reale menschen stehen und nicht nur ein zwielichtiger haufen süchtiger hinterzimmerprolls und fehlgeleiteter jugendlicher, wie sich das mancher bürger (und politiker) vielleicht noch vorstellen mag
werbeträger wie stefan raab und boris becker tun das imo aber eigentlich deutlich wirkungsvoller
deren auftreten bringt poker aus den randbereichen in die mitte der gesellschaft, inklusive der notwendigen verharmlosung und darstellung von poker als vergnügliche unterhaltung für jedermann
die harmonische sozialutopie des erfahrenen blinddarmzupfers klingt dagegen dann doch zu sehr nach nur einer verniedlichung der problematik
allerdings sind die spieler nur die eine seite der medaille, auf der anderen seite steht die pokerindustrie
selbst wenn der staat alle seine pokerbürger ordentlich lieb hätte und poker selber auch toll fände, will er doch auf alle fälle zugriff auf diese industrie und auf deren umsätze
wer keine vorschläge zu instrumenten der regulierung (also kanalisierung + abschöpfung) des wilden wirtschaftsmarkts online-poker macht, wird wohl, fürchte ich, in der politischen diskussion kaum eine rolle spielen