Ich schiebe nur ungerne Paranoia, aber es scheint so, als ob vielen der Ernst der Lage noch nicht ganz klar ist.
Die grösste unmittelbare Gefahr für uns Pokerspieler besteht nicht wie immer angenommen im Aussterben der Fische, sondern in der Abschottung der nationalen Märkte, was eine signifikante Verminderung des Playerpools und unter Umständen auch irrwitzige Rakemodelle mit sich ziehen wird (7% rake, keine "no flop no drop policy"). Diese Punkte werden momentan hier diskutiert:
Franzosen ab Juni unter sich?
We are sorry but, due government regulations, playing real money ring games is not allowed........
Ab Juni keine franz. Mitspieler mehr?
Ongame - Dramatische Entwicklung
Nationale Lösungen sind das Ende für viele professionelle und semi-professionelle Pokerspieler, weil der Spielerpool für das SSNL-Grinding schlichtweg zu gering ist. Die bisherigen nationalen Pokerräume win2day in Österreich und Svenska Spel in Schweden verzeichnen laut pokerscout.com kaum Traffic über NL100€ bzw. 5/10 SEK.
Für Spieler wie mich, welche aus einem kleinen Land wie der Schweiz kommen, sieht die Zukunft diesbezüglich also nicht sehr rosig aus. Aber auch Spieler aus grösseren Ländern wie Deutschland und Russland sollten sich sorgen machen (diese Länder stellen übrigens die zwei grössten Communities auf Pokerstrategy...) Schaut euch mal die Länderrangliste auf Pokertableratings an ( http://www.pokertableratings.com/top-countries ). Deutschland und Frankreich haben einen signifikant kleineren $/100-Verlust als die USA sowie Frankreich, Italien und die skandinavischen Länder.
Nach meiner Einschätzung bedeutet ein nationaler Markt auch in Deutschland für viele semi-professionelle Grinder das aus. Die Legalität von Poker könnte zwar kurzfristig für einen Aufschwung sorgen, aber aus einer langfristigen "Poker-Ecology"-Perspektive sind international offene Märkte die absolute Grundvoraussetzung.