Ich war auch mal Werksstudent bei einer IT Firma, da kam auch die Frage: Sie sind ein Pokerspieler richtig? Wie kann man sich das vorstellen?
Ich hab es da sehr high level erklärt:
Das Gespräch war ungefähr so:
"Sie sind ein Pokerspieler richtig? Wie kann man sich das vorstellen?"
Beim Pokern kann man sehr einfach zeigen, dass es schwache und starke Strategien gibt. Bereits die Startkarten haben eine unterschiedliche Gewinnwahrscheinlichkeit. Ziel eines guten Spielers ist schwache Strategien bei den Gegner zu identifizieren und sich dann eine Counter-Strategie zu entwickeln und damit einen positiven Erwartungswert zu erzielen.
"Und wie identifizieren sie schwache Strategien? Beim Online-Poker können sie ihrem Gegner nciht ins Gesicht gucken!"
Nun, Poker ist gemessen an der Menge Game States ähnlich komplex wie Schach - ~ 10^42. Wir wissen zwar nicht, wie die optimale Strategie aussieht, aber wir wissen sehr genau welche Strategien schlecht sind. Spielt ein Spieler zum Beispiel in einer bestimmten Situation über 60% seiner Startkarten, dann existiert dagegen eine überlegene Strategie. Das heißt: Ich kann einen positiven Erwartungswert erzielen, die Strategie meines Gegners hat einen negativen Erwartungswert. Die Frage ist also, woran erkenne ich schwache Strategien? Das Läuft im Wesentlichen über Pattern Matching. Auf der einen Seite kann ich das Spiel meines Gegners mit Hilfe von Datenbanken statistisch untersuchen und zum Beispiel einfach zählen wie oft er bislang in die Hand eingestiegen ist und zum anderen reicht mit oft schon eine einzige Hand, in der ich gesehen hab, dass mein Gegner sie in einer Art und Weise gespielt hat, wie es ein Profi niemals tun würde.
"Können sie das mal konkret vorechnen?"
[Arne rechnet EV aus mit AA vs 72o Preflop-Allin] Sagt dann, dass es in der Praxis meist schwieriger ist, aber der Interviewer will nciht mehr sehen.
"Wie hoch ist die Glückskomponente? Ist es möglich, dass sie alles verlieren?"
Die Standardabweichung im Poker liegt bei mir auf $7 Gewinn bei ungefähr $110 pro gespielte 100Hände. Ich kann pro Stunde bis zu 500 Händen spielen. Es kann vorkommen, dass man einen Monat im Minus abschließt, aber das ist die Ausnahme. Wichtig ist, dass man ein sogenannten Bankroll-Management hat, damit man während der Varianz bedingten Downswings nicht Pleite geht.
etc.
Würd also versuchen weniger Details zu erklären. VPIP / PFR interessiert den doch nciht. Genauso wenig, wo Handhistories gespeichtert werden. Versuch eher spieltheoretisch zu argumentieren und das Big Picture zu zeigen. Hier eine Liste von Konzepten, die auch Informatikern ohne Poker Background bekannt sind und womit du arugmentieren solltest.
Data Mining
Heuristik
Komplexität des Spiels
optimale Lösungs vs exploitive Lösung
Standard Abweichung und Varianz
Der EV einer Strategie berechnet sich: Eintrittswahrscheinlichkeit * Gewinnwahrscheinlichkeit * gesetztes Geld - Investment.
Spiel mit unvollständiger Information => man muss die fehlende Information approximieren.
Ecology
.... und bestimmt noch viel mehr, was mir gerade nicht einfällt
edit: Dann würde ich noch kontinuierlich auf mathematisches Wording achten:
Wenn ich sehe, dass mein Gegner x macht, dann existiert für mich ... (Message: Ich habe Existenzaussagen verstanden)
Jede approxmierte Lösung hat natürlich einen Fehler und den gilt es abzuschätzen (Message: Ich habe Fehlerabschätzung bei numerischen Lösungen verstanden)
Es ist mir häufig nicht möglich die optimale Strategie zu berechnen, aber ich kann in der Regel für je zwei verschiedene Optionen abschätzen, welche besser ist. (Approximation vs optimale Lösung)
Bei der Abschätzung von worst case szenarien ermittelt man die oberste maximale Schranke und multipliziert diese mit der Eintrittswahrscheinlichkeit.
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