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[Geschlossen] Versicherung als Alternative zu Staking?

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ahbon
Beigetreten: 02.08.2006

Viele Spieler kommen mit enormen Swings nicht zurecht und suchen deshalb eine Variante mit hoher Fischdichte und gleichzeitig tiefer Varianz. Doch beides ist meistens nur selten gleichzeitig erfüllt, weil hohe Varianz auch den Fischen von Zeit zu Zeit Gewinne beschert und diese somit bei der Stange hält.
Mit optimaler Tableselection oder mit varianzarmem Spiel (meistens auf Kosten der Winrate) können beide Kriterien erfüllt werden.

Ein anderer Ansatz wäre die Varianz mit einer Versicherung von Verlusten etwas zu glätten. Der Spieler würde eine abgemachte Prämie pro Anzahl Hände bezahlen. Der Versicherer übernimmt dafür ab einer gewissen Loss-Grenze einen Anteil vom Verlust. Dabei müssten natürlich verschiedene Faktoren beachtet werden, bspw:

Grosser Selbstbehalt bspw. 50% damit keine falschen Anreize fürs Gamblen gestzt werden

Schwierigkeit von der objektiven Beurteilung des Spielers und der damit verbundenen Festlegung einer Prämie

etc.

Ein erfundenes Beispiel mit vollständiger Information, die Zahlen ergeben wohl nicht viel Sinn, das Beispiel dient nur zur Illustration:

Winrate Spieler 3BB/100
Wahrscheinlichkeit nach 10k Hands down zu sein: 30%
Durchschnittlicher Verlust, wenn down nach 10k Hands: 500BB
Selbstbehalt 50%

D.H. der Versicherer muss durchschnittlich 0.3*500BB*0.5=75BB bezhalen (pro 10K Hands)
Als Prämie wird er dann die durchschnittlichen Kosten + eine Marge von bspw. 25BB/10k Hands verlangen.

Der Spieler bezahlt also 100 BB pro 10k Hands an den Versicherer und tritt reel aber nur 0.25BB/100 an den Versicherer ab.

Ich habe die Idee überhaupt nicht fertig gedacht, ich sehe aber wesentliche Unterschiede zum Staking.

Vorteile Versicherung

Der Spieler gibt im Falle eines Gewinnes nicht viel davon ab (im Unterschied zum Staking).

Für den Spieler ist es gut kalkulierbar.

Der Spieler bleibt unabhängiger (Beim Staking entsteht ein grosser Druck Gewinne einzufahren)

Nachteile Versicherung

Schwierig die Prämie in der richtigen Höhe festzulegen, weil Wahrscheinlichkeit nach xk Hands down zu sein und weil durchschnittlicher Verlust , wenn down nach xk Hands, nur abzuschätzen ist.

Was meint ihr dazu? Hat jemand von euch schon ähnliches ausprobiert?
Hab ich einen groben Denkfehler gemacht?


10 Antworten
LordJogo
Beigetreten: 12.09.2006

Finde die Idee im Prinzip gut...

Hatte die seltsam blöde Idee aber auch shcon:D

Problem ist die Kontrolle:

Was machst du wenn er im Cashgame gegen einen schön 20 Stakcs down geht
ihm da Betrug nachweisen wird wirklich schwer

Nächstes großes Problem:

Willst du bestimmen, dass jmd 3 BB Winning Player ist? Und danach kalkulieren?

Wieviele Hände als Basis?100k um auszusagen, dass er DREI BB Winning Player ist?
Völlig unmöglich

Nächstes Problem:

Es würden sich nur die Leute eine holen, die sie auch brauchen

Ein Schibl0r z.B. würde sich wohlkaum für 10/20 so ein Teil abschließen, da ihm die Varianz da auch scheiße nochmal egal ist

Die Leute würden es also nur bei Limitaufstiege machen bzw. dann wenn sie sich nicht sicher sind das Limit wirklich so stark zu schlagen wie es ausgewiesen wird


Gute Spieler/Spieler die nicht tilten etc. werden sich nicht versichern. Dadurch ist deine Versicherung nur interessant für schlechte Spieler und Spieler die tilten. Deswegen funktioniert das nicht.


Xybb
Beigetreten: 12.05.2007

Original von Ghostmaster
Gute Spieler/Spieler die nicht tilten etc. werden sich nicht versichern. Dadurch ist deine Versicherung nur interessant für schlechte Spieler und Spieler die tilten. Deswegen funktioniert das nicht.

Man könnte dann aber höhere Limits mit kleinerer BR spielen. Problem ist halt wie schon gesagt wurde schlechte Kontrollmöglichkeiten und für den Versichernden auch immer ein Risiko.


Könnte mir so eine Absicherung eher in der Art von Shares in abgewandelter Form vorstellen.

Also abgemachtes Pensum von Händen auf einem festgelegten Limit und dann (v)erspielte Summe zu einem vereinbarten Prozentsatz (evtl. capped? also 20% max €xxx oder so) sharen.


Wody
Beigetreten: 23.01.2007

Original von Xybb
Man könnte dann aber höhere Limits mit kleinerer BR spielen. Problem ist halt wie schon gesagt wurde schlechte Kontrollmöglichkeiten und für den Versichernden auch immer ein Risiko.

In der heutigen Zeit sind doch alle guten Pokerspieler krass overrolled für ihre Limits. Und wenn man dann ein viel höheres Limit spielt weiß man ja nicht ob man da selbst mit einem Riesenfisch am Tisch noch eine edge hat.
Die Kontrollmöglichkeiten halte ich eher für ein kleines Problem. Man könnte die HH direkt auf einem gemeinsamen Server speicher und außerdem gibt es sehr viele Tracking Seiten.


Xybb
Beigetreten: 12.05.2007

Wenn aber ein dritter Spieler involviert ist oder sogar mehrere, an den man dann absichtlich sein Geld verdonkt, dann ist das je nachdem schwer nachzuweisen.

Und das viele Spieler overrolled spielen ist ja auch nicht unbedingt ein Argument, kleinere Varianz ermöglicht trotzdem ein looseres BRM, selbst wenn es dann trotzdem noch vergleichsweise tight sein sollte.

Insgesamt halte ich es echt für schwer sowas aufzubauen, zumal der Versichernde je nachdem auch eine Menge an BR brauch ;).


Maddi
Beigetreten: 20.01.2005

Handversicherer gibts doch schon z.B. bei der WSOP die dir Versicherungsodds geben für vorher standardmässig festgelegte "produkte" kk vs aa, AK vs AA etc.


Marinho
Beigetreten: 23.02.2007

Original von Maddi
Handversicherer gibts doch schon z.B. bei der WSOP die dir Versicherungsodds geben für vorher standardmässig festgelegte "produkte" kk vs aa, AK vs AA etc.

Hat damit hier nichts zu tun.

Ich persönlich kann mir aber auch nicht vorstellen, das sowas fruchtet.


ahbon Themenstarter
ahbon
Beigetreten: 02.08.2006

@kearney deine Idee entspricht meiner Meinung nach dem Staken.

Die Hauptschwierigkeiten, die sich bei der Versicherung ergeben sind:

1) Es wollen sich mehr schlechte, als gute Spieler versichern lassen

2) Die Überwachungsmöglichkeiten bezüglich Collusion sind begrenzt

3) Der Versicherer braucht eine grosse Bankroll, bzw. viel Kapital

Mögliche Lösungsansätze:

1) -Der Versicherer sollte die Möglichkeit haben sich objektiv ein Bild von der Spielstärke des Spielers machen, um die Prämie richtig festzusetzen und schlechte Risiken auszuschliessen. Mögliche Mittel: Videos, Handhistory über eine bestimmte Anzahl Hände, die auf Tiltanfälligkeit etc. analysiert werden könnten. => Betrugs-/Manipulationsgefahr
-Die Prämie verändert sich ergebnisbezogen für die nächste Periode.

2) -Vertrauensbasis zwischen dem Versicherer und dem Versicherten muss bestehen.
- Überprüfung von Handhistory Ausschluss von Verlusten durch klares Missplay
=> Sehr aufwändig, Frage was ist missplayed was nicht???? Wer entscheidet?

3) Durch eine grosse Anzahl von "Kunden" kann das Risiko gestreut, bzw. ausgeglichen werden. => Diversifikation

Punkt 2 und 3 stehen im direkten Widerspruch, auch sonst bestehen viele Zweifel...

Ich denke Staking im klassischen Sinne ist die bessere Variante aus "Versicherer" Sicht, aber für den Spieler nicht so attraktiv, weil damit der Gewinn als auch der Verlust geteilt werden und deshalb Varianz nicht geglättet wird, sondern das Limit auf dem man spielt rein rechnerisch kleiner wird.


Original von ahbon
@kearney deine Idee entspricht meiner Meinung nach dem Staken.

Meiner Meinung nach ist das einfach die Verdoppelung der Samplesize. Staking ist ja nur für Shots oder schnellere Aufstiege auf höhere Limits gedacht, wogegen bei "meiner" Variante die Spieler aus einer "kurzen" eine "mittlere" oder "lange" Frist herstellen können; im Idealfall muss ja keiner der Spieler dem anderen irgendeine Leistung erbringen.


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