Hallo,
ich komme seit längerem auf keinen grünen Zweig und ich glaube, dass ich einfach Probleme beim Mindset habe. Dabei kann ich aber nicht nur ein spezielles Problem aufzeigen, sondern es sind einfach mehrere, die zusammen treffen. Deswegen erstmal meine Situation:
ich hänge momentan zwischen NL10 und NL16 auf Stars 9-Man-FR. Starte gerade meinen zweiten Versuch, auf NL16 aufzusteigen, aber sobald die Bankroll auf NL10 vorhanden ist, stürzt mein Graph auf NL16 komplett ab. Dann brauche ich einige Zeit, um mich wieder zu fangen, spiele recht gut auf NL10, steige auf und stürze wieder ab.
Welche Ursachen hat das? Genau das versuche ich auch herauszufinden. Meistens kann ich mein A-Game nur über wenige Tage halten. Ich beginne voll motiviert, mache vor der Session ein kleines Warm-Up, spiele dann konzentriert und versuche so gut wie möglich, die Hände aufzuarbeiten, die die größten Pötte verursacht haben. Nach einigen Tagen läuft das Ganze ziemlich gut, ich fühle mich selbstsicher und beginne zu träumen und genau darauf merke ich, wie ich von Session zu Session schlechter werde. Dazu kommen dann noch einige Bad Beats und schon stürze ich ab. Ich gehe pessimistisch in die Hände, werde nachlässiger bei der Vorbereitung und der Auswertung und verzweifle, weil ich es nie schaffen werde, in den Limits aufzusteigen. Fühle mich dann auch immer planlos, welche Fehler ich zuerst behandeln sollte. Nach einigen Tagen Abstand vom Poker beginnt das Spiel wieder von vorn.
Dies sehe ich als die schwerwiegendsten Probleme momentan an. Dazu kommen noch kleine Dinge. Ich kann schwer damit umgehen, ganze Stacks zu verlieren. Da braucht es nur einen oder zwei in einer Session, um innerlich aufzugeben. Dies kann wohl auch daran liegen, dass ich relativ wenige Hände spiele, meist sind es etwa 300 pro Session, da ich "nur" 4-table und bei mehr Tischen falsche Entscheidungen treffe. Am Tag investiere ich in der Regel 2,5 Stunden in Poker, mehr ist meiner Meinung nach mit einem 40h-Job und den nötigen Pausen fürs Real Life nicht möglich. Deswegen denke ich mir, dass es wieder lange dauern wird, bis ich diesen Stack wieder reinkriege und genau da beginnt die Verzweiflung. Ich treffe zu schnelle Entscheidungen. Manchmal drücke ich wie ein Roboter ohne wirklich über die Situation nachzudenken und ärgere mich im Nachhinein über Fehler, die dadurch entstehen.
Wie würdet ihr die Situation einschätzen? Falls ihr noch weitere Dinge wissen wollt, dann immer her mit den Fragen, ich will verdammt nochmal endlich diese Probleme aus der Welt schaffen und über mehrere Wochen oder Monate die Tage mit dem Gefühl beenden, dass ich solides Poker gespielt habe und einen weiteren Schritt vorwärts gekommen bin.