Während Kathi schon in der schönsten Vorfreuden schwelgt: „Er ist 23, so süß und sein Schwanz ist auch mindestens genauso.“ kotzt mich das Spiel mit den zwei oder vier Karten immer mehr an. Böse Zungen behaupten ja, Poker sei tot. Ist es aber nicht. Leider. Das einzige, was bald tot ist, ist meine Bankroll. Zumindest liegt sie im sterben. 1000 Buy-Ins sind weniger als man denkt. 10 Bis habe ich in diesem Monat schon vergraben. Wenn ich so weiter mache, bin ich bestimmt bald broke.
Immerhin ein 4. Platz und ein Day im Grand Prix Spring stehen zu Buche. Morgen ab 2205 wird zurück gegrindet.

Aus sicherer Quelle weiß ich, dass einige von euch homoerotischer Fantasien frönen. Finde ich gut. Ich selbst habe auch schon Erfahrungen dieser Natur machen müssen, ich meine dürfen. Aber lest selbst.
Langsam komme ich zu mir. Der Alkohol drückt. Aus verschiedenen Öffnungen. Der Geschmack im Mund undefinierbar. Eine Mischung aus toter Ratte und altem Urin. Mein Zelt: Übelriechend und voll gekotzt. So muss das 69 in Woodstock gewesen sein. Vorsichtig krabbele ich ins Freie. Es herrscht Hochbetrieb. Menschen starren mich an. Langsam stehe ich auf. Mir ist schwindlig und schlecht. Nie wieder trinke ich Alkohol. Das ist mir eine Lehre. Hoffentlich. Ich bin verhalten optimistisch. Jetzt brauche ich Flüssigkeit. Dringend. So schlecht ging es mir noch nie. Ich werde sterben. Hier. Jetzt. 10 Minuten und einen Liter Limonade später, muss ich mir alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Keine gute Idee. Immerhin ist der Geschmack besser.
Ich packe meinen Kram und bewege mich Richtung Bahnhof. Einfach weg. Noch eine viertel Stunde bis zur Abfahrt und ich muss pinkeln. Beim Betreten der Toilette empfängt mich ein starker Geruch. Fast muss ich kotzen. Ich trete ans Pissbecken und hole meinen Schwanz raus. Wie aus dem Nichts erscheint ein Typ neben mir. Unverhohlen starrt er mir aufs Gemächt. Spinnt der? Ich schaue ihn böse an. Keine Reaktion. Na warte. „ Schön groß oder?“ Was bin ich schlagfertig. Ha, Bürschchen, das sollte helfen. Aber ich bin in Polen und sprachliche Probleme sind sprachliche Probleme. Er hat mich falsch verstanden und greift mir an die Nudel. Erschrocken schiffe ich ihm auf die Hand. Fluchend verlasse ich den Ort. Wo bin ich hier gelandet? Kopfschüttelnd besteige ich den Zug und schaue aus dem Fenster. Der Pimmelfreund verlässt das Klo und steigt in den Zug. Er ist der Lokführer.
Wer von uns nicht genug bekommen kann, den laden wir zu uns ein. 0 Uhr auf Twitch