Prosit Neujahr!
Nachdem 18 Jahre, Abitur in der Tasche mit den ersten Versuchen eines Blogs nicht wirklich zufrieden war, ist er nochmal in sich gegangen und setzt für das neue Jahr nochmal alles auf Anfang.
Schwelgen in Erinnerungen:
Spoiler
Als Kind war ich immer eher auf der Seite der Introvertierten. Zwar nicht extrem, aber ich war nie derjenige, den man aus der Gruppe am lautesten brüllen hörte. Bevor ich mit anderen Leuten über meine Probleme diskutiere, hab ich mir lieber selbst erstmal den Kopf darüber zerbrochen, was ja auch nicht unbedingt eine negative Eigenschaft darstellt. Der Nachteil für mich bestand eher darin, dass ich vor allem gegenüber neuen Leuten nicht ich selbst sein konnte, ich hatte oft Angst , das Falsche zu sagen. Die Wende kam dann langsam mit meinem ersten Job als Bedienung in einem Servicekino. Ich wurde offener und hatte weniger Probleme damit, fremde Leute anzusprechen. Dadurch, dass wir dort oft zu 10 gleichzeitig arbeiteten und vom Alter alles von 15 bis 25 vertreten war, lösten sich die Sperren, mal aus sich rauszugehen, selbst wenns dann manchmal peinlich wurde.
Nach gut anderthalb Jahren hat mich ein sehr guter Freund aus dem Kino dann überredet, mich bei seinem Fitnessstudio anzumelden. Mein Eintritt dort, ich war grad 16, war für mich eine lebensverändernde Entscheidung. Sofort faszinierte mich alles, was auch nur irgendwie mit Fitness zu tun hatte, obs jetzt das Training oder die Ernährung betraf. Als ich vor Kurzem von intrinsischer Motivation gelesen habe, konnte ich das sofort in meinen Fitnesswahn einordnen. Trotz diverser Übertrainings bis zum Kotzen in meiner Anfangszeit bekam ich einfach nicht genug davon, sodass ich heute 6 mal die Woche ins Studio dackel, damit ich nicht so hibbelig bin (obv Statement von Eltern
).
Genau diese Motivation möchte ich nun auf Poker übertragen, schließlich habe ich auch nur aus Spaß am Spiel selbst damit begonnen.
Luft nach oben:
Spoiler
Wie jeder andere auch, habe ich natürlich erst als Volljähriger mit Echtgeldpoker gestartet. Von Anfang an treuer PokerStars User, fühl mich mit der Software einfach am wohlsten dort. Durch die Klassiker der Pokerliteratur, ein paar Coachingstunden und durch eine gute Skypegruppe, die jetzt leider nicht mehr so aktiv ist, bin ich meinen Cashgame Weg bis rauf zu den regulären NL10 FR Tischen und schließlich zum derzeitigen NL25 6-max Zoompool gegangen. Da ich mich nicht mit so Sachen wie Table Selection befassen will und meine Timebank momentan richtig leidet
bleibe ich auch bei den Zoomtischen.
Live Cashgame im Casino war ich bisher nur zwei Mal im Sexy Jackpot in Bremen. Wollte eigentlich öfters hingehen, bin aber noch zu money scared obv wegen fehlender Roll und wenig Live Erfahrung. Eine Stunde Fahrtweg kommt noch dazu.
Was will der Proll?
Ja, warum überhaupt einen Blog schreiben?
Alles, was du an Gedanken, die in deinem Kopf umherschwirren, niederschreibst, befreit dich. Du weißt genau, du brauchst dich theoretisch nicht dran erinnern, sondern kannst es einfach nachschlagen. Wer sich getraut hat, bis hier alles zu lesen, hat wohl mitbekommen, dass ich hier in Zukunft auch gerne mal etwas weiter ausholen möchte, da ich der Meinung bin, dass alles, was einen am Tag so beschäftigt, auch irgendwo in Poker einfließt und deshalb in diesem Blog eine Daseinsberechtigung hat. Wer weiß, vielleicht offenbart sich dadurch ja ein grundlegendes Problem im Mental Game? Der Stolz, der einen am Ende des Jahres erfüllt, wenn man sagen kann: Ja, ich habe ein Jahr lang die Motivation gehabt, meine Entwicklung zu dokumentieren! ist mir den Versuch auf jeden Fall wert. Von den Ergebnissen, die sich auf dem Weg dorthin ergeben, mal ganz zu schweigen.
Natürlich erhofft sich jede Blogger der Anteilnahme einiger Leser, weil es eben nochmal einen Motivationskick gibt. Leider wurde ich nicht gerade mit Kreativität gesegnet, ob es interessant genug ist, wird sich dann zeigen.
Der Inhalt des Blogs sollte aber trotzdem primär auf die Optimierung meines Lernprozesses ausgerichtet sein, um mein Game zu perfektionieren.
How To?
Für mich persönlich bedeutet das:
- Begeisterung für das, was ich tun und erreichen will
- Splitten des großen Ganzen in einzelne Schritte
- Feste Strukturen
- Scharfe Kritik an mir selbst und andauernde Aktualisierung dieser festen Strukturen
- Zu jeder Zeit in jedem Bereich jede Schwierigkeit optimal handlen können
Kurz und knapp: Motivation von innen, klare Ziele, Skill Improvement, Tilt Control, Umgang mit Varianz, Disziplin sowie eine glatte Performance
Das bringt mich zum imo absolut schwierigsten Punkt, den ich wohl deswegen auch ganz am Ende setze: Der tatsächlichen Ausformulierung meiner Ziele, über die ich dann im 2.Post philosophieren werde, nachdem ich mir darüber nochmal Gedanken gemacht habe.


