Was bisher geschah
Im Pschyrembel, dem medizinischen Fachlexikon, erscheint als alter Gag in fast jeder Auflage das Stichwort "Steinlaus".
Die hoch ansteckende Pokerosis Doylebrunsonii wird zwar, im Gegensatz zur Steinlaus, nicht im Pschyrembel erwähnt, ist aber Realität. Außerdem gehört sie als ansteckende Geisteskrankheit in ein völlig neues Fachgebiet. Jetzt erwischte es auch mich. Nachdem ich im letzten Sommer einige Runden am Strand gespielt hatte, ging mir dieses Scheißspiel nicht mehr aus dem Kopf. Kurz nach Neujahr entdeckte ich auf meinem vergessenen Paypalaccount 20 Euro, die ich bei betfair eincashte. Daraus wurden erst 60 Euro - me Shaaark! - und dann 7.
Noob.
Anscheinend kam man mit Arroganz only nicht weit.
Nochmal Geld reinstecken wollte ich aus Prinzip nicht, also fing ich auf Everest an, mir eine Bankroll aus dem Nichts zu schaffen. An den Anfängertischen Rhume und Shasta.
Shasta. Moshpit der elektronischen Spielkarten. Mit 0cent Einsatz 5,3 oder 2c gewinnen. Da ich vorher bei betfair Cashgame gespielt hatte, dachte ich mir erst einmal nichts dabei, als hier beim STT im Schnitt 7 Leute den Flop sahen - ich dachte, das sei eine Eigenart des Turnierspiels. Bis mir die ersten 8 Monster durch Karten gekillt wurden, mit denen selbst ich als Noob nichtmal diverse Körperöffnungen abgewischt hätte! KK, QQ, AA ... alles kaputt! Alles!! Kaputt!!! durch 64o, A2o...
Irgendwann hätte es mich nicht einmal mehr gewundert, wenn ich durch 66 suited plattgemacht worden wäre.
Naja, eigentlich war es gar nicht so schlimm. G-gar nicht schlimm. Die Ärzte sagen, dass das Zittern in den Händen besser wird, und da es Oropax gibt, stören meine nächtlichen Schreie auch niemanden.
Ein gutes hatte es aber: Nachdem ich das Grauen hinter mir hatte und bei den 10c - Tischen gelandet war, kamen die mir im Vergleich echt ruhig vor. Außerdem nahm ich das Spiel trotz der Mikrogewinne sehr ernst: "Wenn du nicht lieb bist, kommste nach Shasta!".
(Fortsetzung folgt)