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Kick-Off-Turniere bei Pokerstars

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Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Außer einem eher spöttischen Videobeitrag von Paxis habe ich zu diesen Turnieren hier bislang nicht viel gefunden. Dabei sind die möglicherweise gar nicht so uninteressant. Ich möchte daher versuchen, hier einen kleinen Aufschlag zu dem Thema zu machen; vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere dafür oder spielt sie sogar (es sind nicht wenige Deutsche an den Tischen), vielleicht findet sich sogar jemand, der das hier mathematisch korrekter analysiert als ich es kann.

Zur Struktur:
Wenn man den äußeren Rahmen mit Sprints und Tor und so weiter einmal außer Betracht lässt, werden hier 4-handed-PKO-Turniere mit 20 BB Start und sehr schnell wachsenden Blinds nach dem Format „The winner takes ist all“ gespielt. Der Rake beträgt 10%.
Eine erste Besonderheit liegt darin, dass ein gewonnenes Bounty dem Spieler nicht mit seinem Nennwert zufällt, sondern mit einem Grundbetrag von 25% des Gesamtbountys, der mit einem Multiplikator zwischen 1 und 300, auf den beiden höchsten Stufen mit einem Multiplikator zwischen 1 und 6.000 multipliziert wird. Das ist ähnlich wie bei den Spin-&-Go-Turnieren, so dass sich im Ergebnis durch den Multiplikator zwar die Varianz stark erhöht, der EV aber gleich bleiben sollte.
Die nächste Besonderheit ist, dass man mit 1 $, 2 $, 5 $, 12 $ oder 25 $ in das Turnier einsteigen kann. Es werden immer Spieler mit vergleichbar hohen Einsätzen zusammengestellt. Wenn man eines der Turniere unter 25$ gewinnt, steigt das eigene Bounty so weit an, dass man sich für das nächsthöhere Turnier qualifiziert und dort weiter spielen kann. Ein Ausstieg – und damit der Gewinn des eigenen Bountys – ist erst auf der letzten Ebene möglich.

Überlegungen zur Profitabilität
Im Ergebnis bedeutet dies, dass man auf der höchsten Stufe 25$ einzahlen kann, um, wie erwähnt, ein SnG mit vier Spielern und 10% Rake zu spielen. Wäre es ein Freezeout-Turnier würde das bedeuten, dass man 4 x 22,50 $ = 90 $ bei einem Einsatz von 25 $ gewinnen kann, im Durchschnitt also 36% aller Turniere gewinnen muss, um break even zu spielen.

FRAGE 1: Muss ich diesen Wert angleichen, weil es sich um ein PKO handelt? Wenn ein Spieler in 100% der Fälle 2 Bountys gewinnt, um dann als zweiter auszuscheiden, wäre sein Spiel schließlich auch profitabel.
Nehmen wir die zweite Stufe hinzu, ergibt sich dadurch, dass man erst auf der letzten Stufe seinen Gewinn mitnehmen kann, dass der Spieler in Wahrheit an einem 16er Shootout-Turnier teilnimmt, wiederum nach dem Format „The Winner takes it all“. Dafür zahlt er aber auch nur einen Rake von 1,20 $ statt wie auf der letzten Stufe von 2,5 $.

Das setzt sich so fort: bei 5-$-Buy-In zahlt der Spieler 0,5 $ für ein 64er-Shootout, bei 2-$ sind es 0,2 $ Rake für ein 256er-Shootout und bei 1-$-Buy-In schließlich 0,1 $ Rake für ein 1024er-Shootout-Turnier.

FRAGE 2: Unterstellt, man ist dem übrigen Spielerpool überlegen, kann man dann eine Aussage darüber treffen, ob der Einsatz auf einer niedrigeren Stufe profitabler ist als der Einstieg auf einer höheren Stufe? Wenn sich dies positiv beantworten und beziffern lässt, müsste man den Vorteil noch in Beziehung zu der einzusetzenden Zeit bringen, denn wenn ich mit einem Einsatz von 1 $ starten, muss ich 5 Turniere spielen, um mein eigenes Bounty zu gewinnen, wenn ich mit 25 $ einsteige, nur eines.

Überlegungen zu Varianz und Fischdichte
Die Varianz dieser Dinger sollte stark überdurchschnittlich sein. Das Format bietet eigentlich nur varianzerhöhende Faktoren: Die kleinen Startstacks, die schnelle Erhöhung der Blinds und den Lotteriefaktor bei einem gewonnenen Bounty. Folgerichtig wird es lange dauern, um festzustellen, ob man tatsächlich mit einem positiven EV spielt. Das ist, wenn man seriös oder gar mit Gewinnerzielungsabsicht spielen will, eher ärgerlich. Umgekehrt bedeutet eine hohe Varianz aber auch eine hohe Attraktivität für Fische oder Freizeitspieler. Es ist nun einmal reizvoll mit einem Schlag sehr viel Geld verdienen zu können. Durch den Lotteriefaktor kann auf der höchsten Stufe theoretisch ein Bounty von 27.000 $ gewonnen werden. Das lockt, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nur bei 0,0032 % aller Fälle, in denen man überhaupt ein Bounty auf der letzten Stufe gewinnt, liegt.

FRAGE 3: Kann man die Varianz anhand der äußeren Struktur berechnen und daraus eine BRM-Empfehlung ableiten oder läuft es auf ein Try-and-Error-Vorgehen hinaus?

Noch etwas spricht dafür, dass man auf den Turnieren eine Menge Freizeitspieler antreffen kann: PKO-Turniere sind aufregend, weil man in einem Augenblick vergleichsweise viel Geld verdienen kann (s. o.). Bei den Kick-Offs kommt hinzu, dass sie schnell gehen. Ein einzelnen Turnier dauert selten länger als 5 Minuten. Wer sich also für Turnierpoker interessiert, aber nicht stundenlang in einem MTT spielen möchte, findet bei immer mehr aussterbenden SnGs hier eine Alternative, die wegen der Bountys vielleicht attraktiver ist, als die Spin-&-Gos.

Überlegungen zur Strategie
Bedingt durch die Struktur ist das ganze natürlich sehr Pre-Flop-lastig. Hinzu kommt, dass PKO-Turniere generell looser gespielt werden können als Freezeouts. Im Ergebnis muss man sich also mit Push-or-Fold-Poker auseinandersetzen. Demgegenüber sollte ICM bei einem The-winner-takes-it-all-Format keine Rolle spielen. Hier bietet der ICMIZER auch eine eigene Trainingsmöglichkeit für die Kick-off-Turniere an.
Die Frage ist natürlich wiederum, ob die Gegner hierbei so gravierende Fehler machen, dass der Wissensvorsprung sich in Profit umwandeln lässt. Dazu kann ich noch nicht viel sagen. Ich habe bislang vielleicht 300 dieser Turniere gespielt und bin dezent im Plus, was sich aber varianzbedingt jeden Tag ändern kann.

FRAGE 4: Wie seht ihr nach alledem die Sinnhaftigkeit dieser Turniere? Spielt Ihr sie, habt Ihr sie aufgegeben oder wollt Ihr die Sache einmal antesten?

Zusammenstellung der Fragen:
1. Wie berechnet man in einem PKO den Anteil an Turnieren, den man gewinnen muss, um wenigstens Break-even zu spielen?
2. Kann man eine allgemeine Aussage darüber treffen, ob der Einstieg auf der untersten oder einer höheren Stufe profitabler ist (den Zeitfaktor einmal außer acht gelassen)?
3. Lässt sich anhand der Struktur ein sinnvolles BRM ermitteln, oder kann man angesichts der hohen Varianz nur ein BRM von 1.000 Buy-Ins versuchen und das Beste hoffen?
4. Haben diese Turniere, der Poker nicht nur als sinnfreies Glücksspiel betreiben möchte, überhaupt einen Sinn?


Antwort
Zitat
18 Antworten
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006
BlackMember

Bei solchen besonderen Formaten ist die Wahrscheinlichkeit immer sehr hoch, dass die nur für Entertainment der schlechten Spieler gut sind und man als Reg das nicht wirklich profitabel spielen kann. Gibt es denn etablierte Regs?


Antwort
Zitat
tiltnonstop
Beigetreten: 09.04.2023
Poker Player

Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, würde aber erst mal davon auszugehen, dass der fehlende Content zu diesem Format ein Hinweis darauf ist, dass man es nicht dauerhaft schlagen kann.


Antwort
Zitat
Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Original von Paxis
Bei solchen besonderen Formaten ist die Wahrscheinlichkeit immer sehr hoch, dass die nur für Entertainment der schlechten Spieler gut sind und man als Reg das nicht wirklich profitabel spielen kann. Gibt es denn etablierte Regs?

Meine Theorie ging ja dahin, dass eine hohe Unterhaltung schlechter Spieler zu einer hohen Fischdichte führt, was die Sache für den einen oder anderen Reg dennoch attraktiv machen könnte.
Ob es etablierte Regs gibt, kann ich nicht genau sagen. Es gibt Namen, denen ich in den letzten zehn Tagen immer wieder begegnet bin, auch für längere Zeit. Genauer geht es nicht, weil ich zur Zeit keinen Tracker laufen habe und die Ergebnisse nur in einer Excel-Tabelle notiere.
(Ich habe eine jahrelange Pokerpause hinter mir und weiß noch nicht genau, wie intensiv ich hier wieder einsteigen will, deswegen bislang nur marginale Software-Anschaffungen).
Immerhin gibt es offenbar auf allen Buy-Ins Spieler, die sich dort einkaufen und nicht hochgespielt haben.

Original von tiltnonstop
Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, würde aber erst mal davon auszugehen, dass der fehlende Content zu diesem Format ein Hinweis darauf ist, dass man es nicht dauerhaft schlagen kann.

Nachvollziehbare Argumentation. Es gibt ein paar Videos mit Nick Walsh, aber ob der das dauerhaft spielt, kann ich nicht sagen, auch nicht, mit welchem Ergebnis.
Wenn die Dinger nicht schlagbar sein sollten, kann das eigentlich nur am Rake liegen; denn Stackgröße und Geschwindigkeit sind bei den Spin-&-Gos doch nicht viel langsamer, oder? Wenn der Rake ausschlaggebend sein sollte, komme ich wieder zu meiner Frage Nr. 2.


Antwort
Zitat
T1ron
Beigetreten: 16.05.2023
Legacy Member

Nick Walsch kann natürlich als Werber durch Stars eingesetzt sein.
Er steht als Contentcreator ja für Stars auf der Payroll


Antwort
Zitat
Schnicker
Beigetreten: 03.03.2006
BlackMember

Bei der Überlegung zur Profitabilität ist ein Fehler drin.

Um breakeven zu sein, musst du in x% der Fälle gewinnen und gewinnst dann 3*$22,50 = $67,50, während du in (1-x)% der Fälle $25 verlierst. Profitabel spielst du also, wenn

x*$67,50 - (1-x)*$25 > 0

ist.

Das ist für x > 0,27027027.... der Fall. Du musst also etwas über 27% der Turniere gewinnen um langfristig in die Gewinnzone zu rutschen.

Die Varianz ist aber halt heftig. Schauen wir uns mal den Bountymultiplikator ab einem average buyin von $10,81 an, was auf der höchsten Einstiegsstufe $25 ja gegeben ist. Hier ist der Multiplikator für das gegnerische Bounty nur 1x in 39,8007% der Fälle, du gewinnst also nur 1*20% = 20% des gegnerischen Bountys als Knockoutprämie und in weiteren 26% der Fälle ist der Multiplikator nur 1,5, du erhälst dann also nur 1,5*20% = 30% des gegnerischen Bountys als Knockoutprämie. Dazu kommen dann die 60% des gengerischen Bountys, die auf das eigene Bounty angerechnet werden, das man als Gewinnprämie bei Turniersieg ja auch noch bekommt.

Für oben gemachte Rechnung, dass man 27,027% der Turniere für PKOs gewinnen muss, um breakeven zu sein, wird ja aber davon ausgegangen, dass man um 100% der 3*$22,50 = $67,50 spielt und nicht um 87% oder so. Langfristig stimmt das natürlich auch, dass man um 100% der $67,50 spielt. Zum Beispiel den höchsten Multiplikator erhält man aber halt nur alle 31.250 Knockouts, den 25x nur alle ~9.259 Knockouts usw.


Antwort
Zitat
Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Danke für die Korrektur und die weiteren Erklärungen.
Meine Rechnung war natürlich falsch. Dennoch fürchte ich, dass die Dinge noch etwas komplizierter liegen, denn auch wenn ich das 25er-SnG gewinne, variiert der Gewinn nicht nur durch den Lotteriefaktor, der langfristig den EV nicht verändert, sondern ist auch von dem Weg abhängig, wie es zu dem Gewinn kam:
67,50 $ gewinne ich nämlich dann und nur dann, wenn ich alle drei Gegner selbst eliminiere.
Wenn hingegen Gegner A zunächst die Gegner B und C eliminiert und ich sodann Spieler A ausschalte, gingen ja von den Bountys von B und C schon einmal je 40% an A, so dass dessen Bounty sich nur um 2x60%x22,50 $, als um 26 $ erhöht. In diesem ungünstigsten Fall bekomme ich also nicht 67,50 $ aus meinem Gewinn, sondern lediglich 48,50 $, oder sehe ich das falsch?
Außerdem entsteht ein gewisser Gewinnfaktor auch dann, wenn ich das Turnier nicht gewinne, weil ich trotzdem bis zu 2 Bountys gewinnen kann.

Die Gesamtrechnung dürfte dadurch ziemlich unübersichtlich werden. Ich habe schon überlegt, ob man das ohne großen Verlust an Aussagekraft dahingehend vereinfachen kann, dass man unterstellt, dass ein Turniergewinn immer 2 Bountys von theoretisch möglichen 1-3 Bountys einspielt und wir in der gleichen Zahl von Fällen, in denen wir das Turnier gewinnen auch als Ausgeschiedener wenigstens ein Bounty gewonnen hätten. Eine exakte Formel wäre natürlich schöner!


Antwort
Zitat
rmsds
Beigetreten: 29.08.2018
Legacy Member

Also du musst die BI einzeln abrechnen. Bei 10% Rake und 1000 Starting-Chips benötigst Du halt 111,11 ChipsEV für BE. Generierst Du bsw. 200 Chips/Game, so hast Du einen ROI von 8%.

Ohne Tracker kann man hier nicht ermitteln, ob Du Winning- oder Losingplayer bist. Die reinen Ergebnisse in Excel einzutragen, nützt da auch nichts, da Du den cEV benötigst.


Antwort
Zitat
Schnicker
Beigetreten: 03.03.2006
BlackMember

Original von Midas

67,50 $ gewinne ich nämlich dann und nur dann, wenn ich alle drei Gegner selbst eliminiere.
Wenn hingegen Gegner A zunächst die Gegner B und C eliminiert und ich sodann Spieler A ausschalte, gingen ja von den Bountys von B und C schon einmal je 40% an A, so dass dessen Bounty sich nur um 2x60%x22,50 $, als um 26 $ erhöht. In diesem ungünstigsten Fall bekomme ich also nicht 67,50 $ aus meinem Gewinn, sondern lediglich 48,50 $, oder sehe ich das falsch?
Außerdem entsteht ein gewisser Gewinnfaktor auch dann, wenn ich das Turnier nicht gewinne, weil ich trotzdem bis zu 2 Bountys gewinnen kann.

Die Gesamtrechnung dürfte dadurch ziemlich unübersichtlich werden. Ich habe schon überlegt, ob man das ohne großen Verlust an Aussagekraft dahingehend vereinfachen kann, dass man unterstellt, dass ein Turniergewinn immer 2 Bountys von theoretisch möglichen 1-3 Bountys einspielt und wir in der gleichen Zahl von Fällen, in denen wir das Turnier gewinnen auch als Ausgeschiedener wenigstens ein Bounty gewonnen hätten. Eine exakte Formel wäre natürlich schöner!

Genau, bei diesem Format sind so viele Variablen enthalten, dass man sich natürlich nur grob annähern kann. Das Average-Start-Bounty am Finaltisch dürfte auch von $22,50 abweichen, da Finalteilnehmer oftmals durch Gewinn niedrgier Einstiegsstufen an den Finaltisch gelangt sind usw.

2 * 60% * $22,50 ergibt $27, also wenn Spieler A, die Spieler B und C eliminiert steht sein Bounty bei $22,50 + $27 = $49,50. Wenn du nun diesen Spieler im HU schlägst steigt dein Bounty auf 0,6 * $49,50 + $22,50 = $52,20.

Dein Bountygewinn dafür, dass du Spieler A eliminiert hast liegt bei 0,2 * $49,50 * Multiplikator. Da der EV des Multiplikators bei 2 liegt wirst du in diesem Szenario im Schnitt eben 0,2 * $49,50 * 2 = $19,80 für das Eliminieren von Spieler A erhalten und da du den Gesamtturniersieg geschafft hast insgesamt also $52,20 + $19,80 = $72,00.

Da der Multiplikator in ~40% der Fälle allerdings nur bei 1 liegt gewinnst du in diesem Szenario in ~40% der Fälle aber halt eben auch nur $52,20 + 0,2 * $49,50 * 1 = $62,10.

Die Sache ist allerdings, dass es zu noch ungünstigeren Szenarien kommen kann. Beispiel:

Alle Spieler haben sich direkt für $22,50 (+$2,50 Rake) an den Finaltisch eingekauft.
Spieler A schlägt Spieler B -> Bounty Spieler A = $22,50 + $22,50 * 0,6 = $36,00
Spieler C schlägt Spieler A -> Bounty Spieler C = $22,50 + $36,00 * 0,6 = $44,10
Du schlägst Spieler C -> Dein Bounty = $22,50 + $44,10 * 0,6 = $48,96

Mit einem eigenen Bounty von $48,96 liegt man dann aber unterhalb der $50 Grenze, die man benötigt um bei Sieg die komplette Kick-Off-Reihe und somit sein eigenes Bounty zu gewinnen. Somit musst du die letzte Stufe nochmal spielen.

Bist du eigentlich Mathematiker oder irgendwas in die Richtung? Ich frage wegen deiner Formulierungen.


Antwort
Zitat
Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Original von rmsds
Also du musst die BI einzeln abrechnen. Bei 10% Rake und 1000 Starting-Chips benötigst Du halt 111,11 ChipsEV für BE. Generierst Du bsw. 200 Chips/Game, so hast Du einen ROI von 8%.

Ohne Tracker kann man hier nicht ermitteln, ob Du Winning- oder Losingplayer bist. Die reinen Ergebnisse in Excel einzutragen, nützt da auch nichts, da Du den cEV benötigst.

Kann ich das wirklich allein über den cEV lösen, und die Preisstruktur unbeachtet lassen? Bei einem klaren "Winner takes ist all" - Format verstehe ich Deine Rechnung, aber hier gibt es aber halt auch Bountys zu verdienen, die nur am Rande mit der Zahl der Chips zusammenhängen. Wenn Spieler A spieler B von 500 auf 5 Chips herunterspielt und ich anschließend diese 5 Chips einsammle und dem Turnierleben von B ein Ende setze, gewinne ich sein Bounty, auch wenn ich kaum Chips generiert habe.

Original von Schnicker
Genau, bei diesem Format sind so viele Variablen enthalten, dass man sich natürlich nur grob annähern kann. Das Average-Start-Bounty am Finaltisch dürfte auch von $22,50 abweichen, da Finalteilnehmer oftmals durch Gewinn niedrgier Einstiegsstufen an den Finaltisch gelangt sind usw.

2 * 60% * $22,50 ergibt $27, also wenn Spieler A, die Spieler B und C eliminiert steht sein Bounty bei $22,50 + $27 = $49,50. Wenn du nun diesen Spieler im HU schlägst steigt dein Bounty auf 0,6 * $49,50 + $22,50 = $52,20.

Dein Bountygewinn dafür, dass du Spieler A eliminiert hast liegt bei 0,2 * $49,50 * Multiplikator. Da der EV des Multiplikators bei 2 liegt wirst du in diesem Szenario im Schnitt eben 0,2 * $49,50 * 2 = $19,80 für das Eliminieren von Spieler A erhalten und da du den Gesamtturniersieg geschafft hast insgesamt also $52,20 + $19,80 = $72,00.

Da der Multiplikator in ~40% der Fälle allerdings nur bei 1 liegt gewinnst du in diesem Szenario in ~40% der Fälle aber halt eben auch nur $52,20 + 0,2 * $49,50 * 1 = $62,10.

Die Sache ist allerdings, dass es zu noch ungünstigeren Szenarien kommen kann. Beispiel:

Alle Spieler haben sich direkt für $22,50 (+$2,50 Rake) an den Finaltisch eingekauft.
Spieler A schlägt Spieler B -> Bounty Spieler A = $22,50 + $22,50 * 0,6 = $36,00
Spieler C schlägt Spieler A -> Bounty Spieler C = $22,50 + $36,00 * 0,6 = $44,10
Du schlägst Spieler C -> Dein Bounty = $22,50 + $44,10 * 0,6 = $48,96

Mit einem eigenen Bounty von $48,96 liegt man dann aber unterhalb der $50 Grenze, die man benötigt um bei Sieg die komplette Kick-Off-Reihe und somit sein eigenes Bounty zu gewinnen. Somit musst du die letzte Stufe nochmal spielen.

Bist du eigentlich Mathematiker oder irgendwas in die Richtung? Ich frage wegen deiner Formulierungen.

Nein, ich bin kein Mathematiker, deswegen fühle ich mich hier ja auch ziemlich hilflos!
Die Notwendigkeit, die letzte Stufe zweimal spielen zu müssen, ist wirklich ungünstig, vor allem, weil ich dann mit einem Startbounty von 48 $ das bevorzugte Opfer aller sein dürfte ...

Die Frage ist halt, ob man nach alledem zu einer Annäherung gelangen kann, die das doppelte Rätsel löst, ob
- einerseits es profitabler ist, sich von 1, 2, 5 oder 10 $ hochzuspielen und
- andererseits das Ganze insgesamt profitabel ist.


Antwort
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Schnicker
Beigetreten: 03.03.2006
BlackMember

Das ist jetzt einfach ins Blaue geraten, aber ich denke schon, dass die Dinger profitabel spielbar sind, man muss aber wohl ziemlich leidensfähig sein. Oder man ist superlucky und räumt zeitnah im richtigen Moment einen großen Multiplikator ab, der einen dick in die Pluszone schiebt. Man kann z.B. so 300x Multiplikator mit Glück ja innerhalb der ersten 1.000 Knockouts erhalten und nicht EV-mäßig erst nach 15.384 KOs. Dazu kommt dann aber halt noch, dass man diesen Multiplikator mit viel Glück nicht auf ein $0,45 Bounty angerechnet bekommt, sondern auf ein $4,50 oder so.

Um das mit der eigenen Profitabilität ungefähr einschätzen zu können, könntest du dir anschauen wieviel % der Turniere du nach Buyin gestaffelt gewinnst und dann noch notieren, wie viel Knockouts dir pro Stufe gelingen. Das kann man ja mit einer Strichliste in einer 3 spaltigen Tabelle neben dem Spielen machen.

Genaugenommen müsste man bei den Knockouts dann noch unterscheiden, wie oft man jemanden ausknockt der bereits 0, 1 oder 2 KOs in dieser Runde gemacht hat und dann bei denen mit 1 KOs noch unterscheiden, ob derjenige jemanden ausgeknockt hat, der 0 oder 1 KO hatte. Das wird dann aber in der Praxis wohl zu komplex. Es macht aber halt einen Unterschied, ob ich jemanden mit $0,90 Bounty oder $1,80 Bounty ausknocke.


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welzmar
Beigetreten: 10.09.2009
Poker Player

Servus Midas und die anderen,

gibt es nun, 2 Wochen nach Diskussionsbeginn, neue Erkenntnisse?

@Midas: wie sehen denn Deine weiteren Resultate aus? Und auf welcher Stufe steigst Du immer ein?


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Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Ich tue mich mit dem Multitabeln sehr schwer, deswegen ist meine Samplesize lächerlich gering. Aktuell habe ich 475 Turniere mit einem Start Buy-In von 1 $ gespielt und einen ROI von 3,62 % erzielt, aber das will alles nichts sagen.

Ansonsten habe ich versucht, mein bisschen Mathematik auf die Frage anzuwenden, welcher Start-Buy-In der lukrativste ist. Ich glaube (erbärmliches Wort bei einem mathematischen Problem), dass der EV unabhängig davon ist, auf welchem Buy-In man startet, so dass die hourly bei 25$ an größten wäre, aber belegen kann ich das nicht, weil es einfach zu viele Variablen gibt, je nachdem, wie viele Bountys man gewinnt und daraus resultierend, mit wie vielen Chips man am nächsten Tisch startet.

Schlagbar sollten die Turniere auf lange Sicht sein, weil ich das Gefühl habe, dass die Fischdichte sehr hoch ist. Das wäre bei einem, wie Paxis schrieb, auf Unterhaltung angelegtem Format ja auch zu erwarten. Ich sehe hier teilweise sehr loose All-In-Züge preflop, auch mit 20 BB sowie ein durchaus überschaubares Niveau Postflop (Slowplay mit TP und besser, überaggressiv mit mid- und lowpair und MinBet-Bluffs mit Air), aber vielleicht bin ja auch ich der Fisch, das muss die Zeit zeigen.


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welzmar
Beigetreten: 10.09.2009
Poker Player

Ok, dann läuft es bei uns vergleichbar "gut". Ich habe nach knapp 400 Turnieren mit $1 BI einen ChipEV von ca. 150. Ich bin allerdings nicht im plus, habe einen ROI von ca. minus 10 % - aber auch noch keins der Turniere gewonnen und auch nur einmal am Final Table gewesen :f_cry:

Dass die höheren BI lukrativer sind, kann ich mir nicht vorstellen. Bei durchschnittlich nur 15 Händen pro Game scheinen die 10 % Rake kaum schlagbar wenn die Leute auch nur ansatzweise vernünftig spielen.


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Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Ob die Edge, die man sich bei dem schnellen Format erarbeiten kann, groß genug ist, um 10% Rake zu schlagen, kann ich natürlich nicht mathematisch belegen. Mir scheint nicht, dass die Leute "ansatzweise vernünftig" spielen, aber das sollte sicherlich ein besserer Spieler als ich beurteilen; vielleicht verstehe ich nur die Spielzüge in einem PKO nicht richtig.

Über die Frage, welches Buy-In am lukrativsten sein mag, habe ich wie erwähnt privat ein wenig herumgerechnet, das ist aber nicht ganz einfach (jedenfalls für mich), weil die Berechnung, wenn man alle Variablen einbeziehen will, sehr komplex wird. Mein Ansatz war der, dass wir den fiktiven Fall berechnen, dass alle Spieler gleich gut sind, also alle gleich oft P1, P2 usw. belegen. Das ist natürlich -EV, aber wenn es EV-Unterschiede bei den Buy-Ins gibt, müsste man sehen, wo das Spiel am wenigsten oder am meisten verlustreich ist.
Ich habe dann, um die Komplexität zu beherrschen, den Multiplikator weggelassen, weil der sich auf eine unendliche Samplesize ohnehin ausgleicht, bin also davon ausgegangen, dass man immer 50% des Bountys sofort gewinnt, und die anderen 50% dem eigenen Bounty zugeschlagen werden. Schließlich habe ich angenommen, dass ein Turnier immer nach dem Schema A schlägt C, B schlägt D, A schlägt B abläuft, um einen Mittelwert zwischen dem möglichen Gewinn von keinem, einem, zwei oder drei Bountys zu haben. Da die Spieler gleich gut spielen, nimmt also jeder gleich oft die Rolle A, B, C und D ein.
In einem nächsten Schritt kann man versuchen, das gleiche Verfahren für den Buy-In von 12 $ anzuwenden, dann freilich unter den Bedingungen eines 16er-Shootouts und so weiter. Das Ergebnis lag jedesmal in etwa aber nicht exakt bei dem erwarteten Ergebnis, das bei gleich starken Spielern der EV eben negativ in exakt der Höhe des Rakes liegen müsste. Die Abweichungen erkläre ich mir vor allem damit, dass die Bountys, wenn man aus einem niedrigeren Turnier aufgestiegen ist, nicht exakt denen entsprechen, die sich ergeben, wenn man sich einkauft. Bei dem beschriebenen Schema (A schlägt C, B schlägt D, A schlägt B) etwa liegt das Bounty nach einem 1-$-Turnier für A bei 2,04 $, während sich neue Spieler für 2,00 $ - 10% Rake = 1,80 $ Bounty einkaufen. Deswegen mein Satz weiteroben, ich glaube, dass der EV identisch ist, gleichgültig, auf welchem Buy-In man sich einkauft.

Wenn der EV unabhängig vom Buy-In ist, und wenn die Turniere wegen der Fischdichte überhaupt profitabel zu spielen sind, dann sollten die 25-$-Turniere bezogen auf die EInnahmen pro Stunde am profitabelsten sein, es sei denn, man unterstellt, dass sich mehr bessere Spieler auf 25 $ einkaufen, als sich von 1 $ hochspielen.


Antwort
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welzmar
Beigetreten: 10.09.2009
Poker Player

Also nach meinen Beobachtungen spielen sich die wenigstens nach oben, viele sitzen direkt mit dem Buy In minus 10 % am Tisch. Und ab dem $5 BI wird auch nicht mehr ganz so wild geshippt und gecallt mit any2 für 20 BB.

Ich denke die $1 und $2 Stufen sind gut schlagbar (auch wenn nach dem Rake nicht mehr viel übrig bleibt) und danach kann man nicht mehr viel über break even erwarten.

Hast Du schon eins der Turniere gewonnen und Dein eigenes Bountry kassiert oder wie bist Du up auf den Dingern? (Ist ja nicht selbstverständig schon nach 500 Stück eins zu shippen).


Antwort
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Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Tatsächlich hatte ich auf Pokerstars Anfang Oktober noch eine Bankroll von 6 $ oder so liegen. Ich hatte mich gerade über die Software bei GG geärgert und mehr oder weniger planlos auf Stars drei oder vier von den Kick-Offs für 1 $ gespielt und überraschend eines gewonnen - 90 $ up. Danach habe ich angefangen, die Ergebnisse bei Excel zu notieren und mir locker vorgenommen, einfach mit einem 100-Buy-In-BR-Management zu spielen. Daraus stammen die 500 Turniere, die ich bis jetzt gespielt habe, ohne einen weiteren Sieg, aber wie gesagt dank der Varianz leicht im Plus; der Aufstieg ist jedoch noch in weiter Ferne.

Wäre natürlich ganz schön, wenn ich die Dinger mit Rakeback spielen könnte, aber als Deutscher ...


Antwort
Zitat
welzmar
Beigetreten: 10.09.2009
Poker Player

Ok, alles klar. Aber das bestätigt meine Vermutung, dass die sich langfrisitig nur schlagen lassen, wenn man auch mal eins shipt. Nur von den Bountys die es zwischendurch gibt kann man sich nicht BE halten. Damit ist die Varianz und die Gefahr broke zu gehen hier besonders hoch schätze ich, da man ja nur jedes 1024. gewinnt im Schnitt ^^.


Antwort
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Midas Themenstarter
Midas
Beigetreten: 05.06.2005
Elite Grinder

Nun, in dem Maße wie Du eine Edge auf die anderen Spieler hast, sollte die Gewinnwahrscheinlichkeit > 1:1024 sein, aber ja, der Gewinn des eigenen Bountys ist sicherlich ein integraler Bestandteil der Gesamtgewinnerwartung und ja, wenn man mit einem Buy-In von einem Dollar startet, ist die Varianz ungeheuer. Wenn Du die Kock-Off-Turniere aufrufst und auf das Tor klickst, siehst Du die eltzten Gewinne und kannst erkennen, wie groß die Abweichungen auch des eigenen Bountys sind. Heute morgen stand ein Spieler auf der Liste, der als eigenes Bounty erade einmal 16 $ gewonnen hat. Es wäre iinteressant, wenn jemand die Varianz berechnen könnte, auch, weil sich dann wohl ermitteln ließe, ab welcher SampleSize man einigermaßen verlässliche Aussagen über die WinRate machen kann.


Antwort
Zitat
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