Original von nopi
Yo ... Morrus ... wir kommen der Sache schon näher
Original von Morrus
Angenommen du pusht also neun mal und wirst beim zehnten mal gecallt, dann berechnet dir HM logischerweise nur für den letzten push den ev.
Eine ev Linie gibt es hier nicht.
Meist betrachtet man sich ja eh nicht den eV der einzelnen Hände in einem SNG, sondern eher den jeweiligen eV über mehrere SNG´s.
Wieso soll es keine Linie geben?
Klar betrachtet man longterm usw. usf.
Ich meine aber, angenommen wir vernachlässigen die vorherigen Hände, oder noch besser, das SnG besteht nur aus diesen zehn Pushes, dann wird doch wohl trotzdem ein EV berechnet für diese zehn Pushes, sprich für dieses SnG.
Der eV wird nur für die eine Hand mit showdown berechnet. Für die anderen Hände geht es ja auch gar nicht. Wir wissen ja weder seine Hand noch gab es einen flop.
ES wäre wichtig zu wissen, wie die EV line in HM generiert wird. nämlich durch die Differenz von den summierten $EV Dif werten des SNGs und des Buyins. Wenn du also in einem SNG summeriert 30$ zu wenig bekommen hast und das turnier ein buyin von 30$ hatte würde die rote line genau waagerecht sein. Wenn also nur situationen entstehen ohne EV berechnung, zb dadurch dass du dein ganzen stack am showdown verlierst (wo keine ev berechnung durchgeführt wird/werden kann) ist deine $EV Dif für dieses Turnier auch 0$, minus das buyin von 30$ ginge die Line dann also genau ein Buyin nach unten (auch wenn keine EV berechnung durchgeführt wurde). Macht ja auch sein, denn der EV sagt wieviel du eigentlich hättest gewinnen/verlieren sollen. ohne evberechnung hättest du also genausoviel verlieren sollen, wie du eben verloren hast, nämlich 1 buyin.
Original von Morrus
Aber nur weil es nicht zu einem showdown kam, heißt das nicht, dass die anderen pushes nicht in die eV Analyse mit eingehen. Sie sind halt indirekt enthalten durch eure chipcounts. Dieser Punkt wird von vielen oft übersehen. Hab hier schon öfter von Leuten gelesen, dass die eV Analyse für sie nicht gilt, weil sie besonders loose pushen, ohne dass es zu einem showdown kommt und die Analyse diese spots "vergisst". Das ist aber definitiv falsch.
War das deine Frage? Bin nicht ganz sicher, ob ich verstehe worauf du hinaus willst mit dem etwas konstruierten Beispiel. ^^
...
OK, die Stackvergrößerung durch Villains folds sind implizit schon drin.
Doch sind diese groß genug gewichtet eingerechnet?
Das fragste am besten ICM oder wie in diesem Beispiel beim HU den chipcount. ^^
Das ist vernünftig enthalten, ist ja schließlich der elementare Unterschied zum cash game.
das ist einfach ein mathematisches prinzip bzw eine mathematische rechnung. Da klingt die frage etwas naiv. Du fragst ja auch nicht, wenn 3+1=4 ist, ob die 1 genug gewichtet ist
Grundsätzlich geht es mir darum, ob eine Reihe von +EV-Pushes (hier zehn Stück mit KK) trotzdem zu einer negativen roten Linie führen können?
Daher bemühe ich nochmal das Beispiel:
- ein HU-SnG, das nur aus zehn Pushes vom SB mit KK besteht
- SB + BB beide relativ deep
- jeder der Pushes ist wohl + EV
- nach neun Pushes ist Heros Stack etwas größer als Villains Stack
- beim 10. mal werden ich gecallt und verlieren fast den ganzen Stack gegen AA
- Wie sieht da die EV-Linie aus?
Wenn es jetzt ein HU SNG ist, dann hast du also z.B. 33$ verloren, solltest aber immerhin zu 20% gewinnen. Das wären dann 12$ mehr als du es bekommen hast. Du solltest also laut eV Analyse immer mit rund -20$ das Turnier beenden. Und auch hier gibt es keine Linie sondern nur den einen Punkt.
kommt natürlich drauf an wie hoch die blinds sind. Denn mit hohen blinds gewinnst du durch 10 erfolgreiche steals ja schon recht viele chips vom gegner, sodass du nach dem allin ja einen guten reststack haben solltest, der auch noch weiter in die EV berechnung einfließt. Dass du halt wenn du mit KK in AA läuftst net gut darstehst, ist halt so, das gleicht die samplesize aus. Denn darauf kommt es an: Samplesize. Wobei du +EV pushes nicht mit der EV berechnung in HM verwechseln solltest. Denn die +EV pushes (im Wizard oder durch Nash) sind konstruierte Situationen, die auf Basis von hypothetischen Ranges den EV des Hand errechnen. Der EV in HM arbeitet allerdings anhand konkreter Hände und nicht Handranges, und märzt lediglich die Varianz zwischen den konkreten Händen aus, nicht zwischen den Handranges. Um diese auch auszumärzen brauchst du eben eine größere Samplesize (damit es aussagekräftig wird) und genau deswegen ist es auch möglich immer korrekt zu spielen und trotzdem einen negativen EV zu haben. Wobei natürlich ein negativer EV auch durch falsches Spiel entstehen kann aber auch ein postiver EV durch solches möglich ist. Deshalb samplesize samplesize samplesize. Und deshalb bringt dieses ganze "ohh in dieser Session von 15 spielen hätte ich eigentlich 3 BIs mehr verdient gehabt" auch nix. Ob das nun so ist oder in china fällt n sack reis um. Es spielt einfach keine rolle.
Worum es mir aber tatsächlich geht: Das Ganze dann auf die Realität abgebildet: Kann es sein, dass man mit vielen, vielen +EV-Pushes trotzdem eine negative EV-Linie hat, weil die Villains im Schnitt zu tight callen? ... Darum geht es mir.
Die kausalität ist falsch. Du bekommst eine negative EV Linie bei korrektem Spiel wenn du durch die Handverteilung unglücklich darstehst. das kann gegen zu loose gegner oder gegen zu tighte passieren. Wenn die gegner zu tight sind, sollte deine Edge in der regel ja auch höher sein. dadurch ist also,wenn dann die wahrscheinlichkeit, dass du das turnier mit einer negativen EV-line beendest kleiner, da die Varianz geringer ist, das ist alles.
Generell ist es immer möglich ein Turnier mit einer negativen EVline zu beenden, auch bei richtigem spiel. denn bei der komplexität des spiels und der vielzahl an möglichen Händen braucht es einfach eine ganze zeit bis sich die Handverteilung ausgleicht.
Wenn du also über längere Sicht eine fallende EV Line hast, dann steigt lediglich die wahrscheinlichkeit, dass du loosingplayer bist. und natürlich ist es auch wahrscheinlicher, dass du eben nur einen kleineren ROI hast, solltest du winningplayer sein. Denn je höher der ROI desto niedriger die Varianz (sowohl in realen winnings als auch bei der EV line)
nehmen wir diesen graph als beispiel. Der herr hat ~7% ROI, also schon recht hoch. Dadurch sinkt die wahrscheinlichkeit längere schlechte Phasen zu haben

trotzdem hatte er ca bei spiel 4600 einen niedrigeren EV als 1500 spiele zuvor.
Was ich damit sagen will: du brauchst eh ne große samplesize, da sorgt es nur für mindsetleaks sich nach jeder session sein kack ev graph anzugucken. Arbeite lieber stetig an deinem Spiel, mehr kannst du eh nicht tun.
Gruß, nopi