Original von twopair
Original von Spielstephan
wenn deine sicher gut gemeinte Spende in Afrika vertickt wird, macht sie dort die lokale Textilindustrie kaputt- gibt haufenweise Berichte über das Übel
versuch sie ner lokal tätigen Organisation zu geben, ansonten lieber in Müll
Quelle?
Eine Bekannte hat erst kürzlich eine Tour durch Afrika gemacht und meinte, dass Einheimischen kein Geld wollten (sondern nur Kleider), da sie damit sowieso nichts anfängen könnten. Die Läden seien leer, Geld hätte eh niemand. In wie fern macht eine Kleiderspende dann den Textilmarkt kaputt?
In welchen Ländern war denn diese Bekannte?
Ich habe meinen Zivildienst beim DED in Kongo, Ruanda, Burundi gemacht. Kleiderspenden sind dort wirklich ein großes Übel. Gerade auf dem Land, wo die Leute noch wie bei uns im Mittelalter ohne Strom nur von Landwirtschaft leben. Dort läuft zwar jedes zweite Kind mit nem alten FC Bayern Trikot rum (also die Klamotten kommen schon an)
Aber: Textilindustrie ist eine der wenigen Industrieen, die dort überhaupt entstehen könnten und die Regionen voranbringen können. Es gäbe: Anbau von Baumwolle/Hanf, Weber, Näher, Färber, etc. Doch alle diese Arbeitsplätze gibt es nicht, weil die Waren keine Abnehmer finden.
Natürlich haben die Leute kein Geld, weil sie auch nicht die Möglichkeit haben welches zu verdienen. Wenn man da helfen will, sollte man an Organisationen spenden, die vor Ort, auf den Märkten, einheimische Produkte kaufen und dann verteilen (günstig verkaufen).
Achja, zum Thema die Geschäfte sind leer: Der Afrikaner kauft alles was er braucht auf dem Markt. Dort gibt es auch alles. Geschäfte sind nur für die Touristen, Entwicklungshelfer und Militärs, etc. Die Läden werden in der Regel von Indern betrieben, die denn Gewinn direkt an die Familie in die Heimat schicken.
Ich glaube Kleiderspenden sind am sinnvollsten an Obdachlose in Deutschland oder an Organisationen, die das schreddern und als Dämmaterial verkaufen und von dem Erlös "gute" Projekte finanzieren.