Man sollte nicht in die PKV wechseln, wenn man an seiner KV sparen will.
Man wechselt, weil man seine Leistungen selbst bestimmen möchte. Nicht unbedingt die Kernleistungen, die die GKV auch bietet, sondern "Extras" wie umfangreichere Leistungen bei Reha-MAßnahmen etc.
Der Vorteil einer PKV ist es imo nicht bei einer Erkältung 10 min weniger im Wartezimmer zu sitzen, oder mit dem Blinddarm im einbett/zweibettzimmer zu liegen (dass kann man auch so zuzahlen). Auch braucht man sich nicht einzubilden dass der Chefarzt persönlich aus dem Feierabend kommt, nur weil man nachts mit nem Blinddarm eingeliefert wird.
Der Mehrwert einer PKV liegt imo darin, dass man mit seiner Krebserkrankung zum Spezialisten gehen kann, der den 5-fachen Satz nimmt, mit der hausärztlichen Diagnose "Krebsverdächtig, lassen Sie das mal prüfen" nur eine Woche und nicht 3 Monate auf den Termin beim Facharzt warten muss und bei bestimmten Medikamentenunverträglichkeiten ein teureres Produkt wählen kann. Oder im Falle eines Schalganfalls mehr Reha-Termine bekommt (Oder mehr Sitzungen bei psychischen Erkrankungen).
Oder man sich Heilpraktiker etc erstatten lassen kann, wenn man das möchte.
Der Nachteil liegt darin, dass einem Ärzte was aufschwatzen, das man nicht braucht ("Ihre Füllung könnte evtl. rausfallen, die bohren wir mal weg und machen Sie neu"), sowie in den zT höheren Beiträgen (kann man nicht verallgemeinern, weil es auch keine verallgemeinerte Leistungen gibt).
Wenn man in die PKV wechselt, dann sollte man das tun weil man mehr Geld für seine Gesundheit ausgeben möchte, nicht weil man daran Sparen muss.
Möchtest du wechseln, dann suche dir einen Tarif, der schon einige Jahre am Markt besteht und deren Preisentwicklung du ca. Abschätzen kannst.
Da der Weg zurück nur schwer und nur bis 55(?) möglich ist, solltest du dir evtl eine Zusatzversicherung bzw. GKV mit Beitragsrückerstattung und privater Aufbaupolice als Alternative durchrechnen.