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Deutschland?
Dein Beitrag ist nicht nur sehr kurz gehalten, er ist auch genauso kurz gedacht. In Deutschland haben ALLE Beteiligten nach WW2 aktiv an einer Demokratisierung mitgewirkt. Klar, kamen viele Impulse von den Besatzungsmächten( z.B.: Entnazifizierung), aber es herrschte auch innerhalb großer Demokratisierungswille. Unser Grundgesetz ist vom parlamentarischen Rat 49' verfasst worden, also nicht von den Besatzern. Es wurde nur von den Besatzern genehmigt. Ich hoffe, ich muss nicht erläutern welche demokratischen Grundprinzipien darin stehen.
Irgendwelche anderen Länder die angeblich " Zwangsdemokratisiert" wurden?
Was ist daran kurz gedacht? Bis 45 gab es eine Diktatur und eine Ideologie, die nur mit viel Arbeit und Aufklärung überwunden werden konnte. Hätte man einfach alles zerbombt und wäre 5 Jahre später wieder abgezogen und hätte sich Deutschland sich selbst überlassen, dann wäre ich mir sicher, dass es genauso wie nach dem 1. Weltkrieg geblieben wäre. Es wurde nur durch extreme Hilfe über eltiche Jahrzente eine Demokratie in Deutschland möglich.
Hab' ich gerade geschrieben: Das GG ist Produkt des parlamentarischen Rates und kein Produkt der Besatzer. Ich geb' dir nicht unrecht, dass DE einen Impuls von außen bekommen hat, aber die Kernarbeit kam von innen und alles was damals mit Erschaffung des GG beschloßen wurde, durchzieht bis heute noch alle Demokratisierungsprozesse. Das GG hätte außerdem nicht lange Bestand gehabt, wenn kein Umdenken innerhalb Deutschlands stattgefunden hätte und die Werte auf Ablehnung getroffen wären.
Gegenfrage: Du sagst Deutschland wäre -ohne eigene Mithilfe - von außen demokratisiert worden. Warum funktioniert es dann in anderen Ländern wie beispielsweise dem Irak nicht? Das funktionierende Demokratisierungsrezept scheint den USA deiner Ansicht nach schon seit 1945 vorzuliegen.
Weil man z.B. im Irak nicht die selben Voraussetzungen mitbringt wie ein "westliches" Land. Hier müsste man Aufbauhilfe in den vorhanden Strukturen betreiben und Ihnen nicht den "Westen" überstülpen.
Da Deutschland und die Besatzungsmächte annähernd gleiche Voraussetzungen aus der Historie hinsichtlich Behördenstrukturen etc. hatten, war das auch relativ einfach möglich, Wiederaufbau im Vergleich zum z.B. Irak zu betreiben. Zudem haben natürlich auch vorher in Deutschland allgemein höhere Bildungsstandards geherrscht, sodass ein Wiederaufbau einfacher möglich war.
Die Menschen waren ausgelaugt vom Krieg und es war große Armut und Leid da. Relativ gute Erfolge in kurzen Abständen haben die Menschen dann auch überzeugt.
Zudem kamen dann auch viele Menschen aus allen Ländern der Welt die Ihren Beitrag dazu geleistet haben, da Deutschland selbst, auch nicht die Ressourcen in jeglicher Form dafür alleine stemmen konnte.
Das alles sehe ich in der heutigen Zeit, speziell im Irak nicht. Dort wird zu kurzfristig gedacht und die vorhandenen Gegebenheiten und Strukturen nicht genügend berücksichtigt.
Hab' das wichtigste mal markiert. Mehr gibts dazu auch nicht zu sagen. Die Demokratie wurde mitgetragen und mitgestaltet. Nicht nur einfach übergestülpt.
Außerdem kann ich deiner Argumentation nicht folgen: Auf der einen Seite herrschte eine Dikatur in Deutschland, auf der anderen Seite sagst du, dass die Demokratisierung von außen stattfinden konnte, weil ähnliche Wertsysteme vorlagen. DEMOKRATIE < - > DIKTATUR
Ist ein riesiger Widerspruch und bestimmt nicht durch funktionierende "Behördenstrukturen" wettzumachen. Von welchen Strukturen sprichst du überhaupt? Spätestens nach den großen Entnazifizierungsprozessen, mussten alle Strukturen neu geschaffen werden und zwar mit Hilfe innerländlicher Partizipation. Und am Ende landen wir wieder beim Grundgesetz...
Also Strukturen der Behörden hat nichts mit einem Wertesystem in Sinne von Demokratie zu tun.
Gegenfrage: Wenn deiner Meinung nach in Deutschland nur Lupenreine Demokraten gelebt haben, wie konnte dann Hitler nach dem 1. WW eine Diktatur errichten? Wieso haben die lupenreinen Demokraten Hitler nicht gestürzt oder sich dem 2. WW verwehrt und sind stattdessen in ganz Europa mordend umhergezogen?
Du machst dir das auch ein bisschen zu einfach. Das markierte ist ein wichtiger Punkt, der aber in den heutigen Konfliktländern, nicht erreicht wird. Aber da nach 45 alle deutschen so lupenreine Demokraten waren und ohne Probleme 49 das GG verabschiedet werden konnte, war es ja auch kein Problem noch die DDR bis 89 beizubehalten?
Da in der DDR auch so viel Aufarbeitung betrieben wurde, wie im Westen, gibt es dort heute fast keine rechten mehr, weil ja alles lupenreine Demokraten sind?
Natürlich wurde mitgestaltet, aber im eigentliche Sinne, viel später. Um zu diesem Punkt zu gelangen, war aber die Demokratiersierung von außen notwendig. Diese wurde auch nicht ausschließlich von Amerika betrieben, sonder von halb Europa und Amerika.
Erstens sprach ich vom Zeitraum NACH dem WW2, dürfte aber auch obv. gewesen sein, da alles andere ziemlich zynisch gewesen wäre. Ich habe auch keine Lust jetzt über die schwächen der Weimarer Republik zu reden, die will ich auch gar nicht anzweifeln...
Zweitens spreche ich von Demokratisierungsprozessen und nicht von einem plötzlichen Dasein der Demokratie die dann reibungslos funktionierte.ABER diese Prozesse wurden nicht nur innerhalb des Landes mitgetragen sondern auch maßgeblich mitgestaltet. Das ist auch genau der Grund warum es in anderen Ländern nicht funktioniert. - Weil die demokratie dort nicht mitgetragen wird, geschweige den selbst gestaltet. Ich weiß auch nicht warum wir darüber noch diskutieren, weil du das auch selbst einräumst.
Nochmal: ich streite gar nicht ab, dass von außen auf uns demokratisierend eingewirkt wurde, aber das hätte alles nichts gebracht, wenn kein Wechselspiel zwischen innerlicher und äußerlicher Demokratisierung stattgefunden hätte.
Denke, dass wir mittlerweile sehr abschweifen und den Thread derailen. Bin aber gerne bereit in nem anderen Thread weiterzudiskutieren, aber hier passt es nicht mehr wirklich rein.