Original von JonnyOh
Original von Qancho
Wie oft muss hier eigentlich noch erwähnt werden, dass Saufen, Rauchen und Fressen keine Mitmenschen ansteckt?
Rauchen und Saufen "stecken" keine Mitmenschen an?
Also bei uns beim Bundesheer haben zu beginn vl. 10 von 60 geraucht und gsoffen, am Ende waren es ca. 40 von 60
Der Kernunterschied ist hier, dass es gegen Rauchen und Übergewichtigkeit keine easy Impfung gibt, die Insta die Wahrscheinlichkeit, dass man deswegen das Gesundheitssystem belastet, drastisch reduziert.
Gäbe es diese, müsste man auch darüber über eine Impfpflicht debattieren.
Ich persönlich halte aber nicht so viel von der Impfpflicht-Debatte, ich halte das für zu früh aus verschiedenen Gründen.
Epidemiologisch gesehen hat die Impfung seit Omicron ihren Schutz vor reiner Infektion so weit verloren, dass es als Inzidenzbrecher/Verhinderer einfach den Job nicht leisten kann. Man sieht an den Daten aus UK von Dezember, dass die Inzidenz unter Geimpften bez. Infektion sogar höher ist als in der entsprechenden Kohorte der Ungeimpften.
Das liegt natürlich nicht an der Impfung selbst, sondern daran, dass sich Geimpfte in falscher Sicherheit wahren und unvorsichtig werden oder dass Ungeimpfte wegen Restriktionen besser geschützt werden.
Gegen schweren Verlauf hilft die Impfung natürlich hocheffizient, aber das "Ansteckungsargument" ist mit Omicron einfach nicht mehr haltbar imo.

https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1045329/Vaccine_surveillance_report_week_1_2022.pdf?fbclid=IwAR0VV9ScYGOquuGxaFc4WYWJ2_aZYB7cZOu348AAuWc4x6mC4Oxnh5dzgcw
Kombiniert man das damit, dass die Omicron-Welle in keinem Land bisher zum Kollaps oder Massensterben geführt hat (UK, USA wo es natürlich angespannt ist, aber eben noch im Rahmen), sehe ich derzeit einfach keine zwingende Notwendigkeit für eine Impfpflicht.
Zusätzlich steigt ja die Immunität in der Bevölkerung auf natürliche Weise durch Infektion konstant.
Ich finde, das Thema kann man dann diskutieren, wenn man nach mehreren Jahren ein klareres Bild hat und vllt eine gewisse Stabilität, dass nicht alle 3 Monate eine neue Variante ggfalls alles auf den Kopf stellt. Bis dahin werden die mRNA Impfstoffe auch ihren Ruf als "unerforscht" verloren haben und die Skeptiker werden dann sehen, dass es die ominösen Langzeitfolgen nicht gegeben haben wird. Ebenfalls werden die Impfstoffe dann vielleicht auch besser sein und länger anhalten, zusätzlich sind dann auch die Totimpfstoffe etabliert als Option.
Insgesamt weiß man dann einfach viel mehr darüber, ob man die ganze Bevölkerung auf jährlicher Basis neu impfen muss oder ob irgendwann eine hinreichende Herdenimmunität erreicht ist.
Man stelle sich mal das Desaster vor: Man drückt die Impfpflicht durch. Irgendwie schafft man es dann das durchzusetzen und bekommt 95%+ der Bevölkerung geimpft und dann stellt sich raus, dass der Spaß stets nach 12 Monaten die Wirksamkeit verliert und müsste das Spiel jedes Jahr aufs Neue wiederholen. Dann erkennt man, dass man das nicht durchdrücken kann, hebt die Pflicht für weitere Shots auf und dann hat man gar nichts erreicht und die Gesellschaft ist weiter gespalten.
Bei Masern wurde die Impfpflicht auch erst Jahrzehnte nach Erforschung der Impfung eingeführt.
Ich sehe für die Impfpflicht einfach Risk/Reward nicht hinreichend. Der Spaltung und Radikalisierung stehen ein zweifelhafter Effekt auf das Infektionsgeschehen und eine mit Sicherheit vorhandene aber vllt auch nicht drastische Schonung von Intensivkappas gegenüber, die das meines Erachtens nicht wert machen, gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Man braucht meines Erachtens belastbarere Daten dazu, dass eine Impfpflicht langfristige Ziele hinreichend erfüllen kann.