Keine Ahnung, ob es schon gepostet wurde:
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-eindaemmen-krankenhaeuser-vor-kollaps-bewahren-16681824.html
Die bisherige Wachstumsrate der Fallzahlen – täglich 32 Prozent – erschöpft die Kapazität an sogenannten Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit in weniger als zwei Wochen. Können wir dieses Wachstum mit geeigneten Maßnahmen auf zwanzig oder gar zehn Prozent senken, so wäre die rote Linie im April beziehungsweise im Mai erreicht. Auch nach einem kompletten Shutdown wachsen die Fallzahlen jedoch noch während rund zehn Tagen mit der ursprünglichen Rate weiter.
Mit anderen Worten: In Deutschland wird die rote Linie wahrscheinlich durchbrochen. An diesem Punkt werden Menschen sterben, die unter normalen Umständen gerettet werden könnten.
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Außerdem ist es wahrscheinlich, dass sich ein Teil des ohnehin knappen medizinischen Personals selbst infizieren und ausfallen wird. Die Quarantänevorschriften für das Personal, das infiziert sein könnte, werden in manchen Krankenhäusern schon jetzt nicht mehr eingehalten. Die Krankenhäuser müssen reorganisiert, ganze Abteilungen abgeriegelt werden. Die Schutzkleidung ist knapp. Zur Frage, wie lange sie ausreicht, machen die Unikliniken sehr unterschiedliche Angaben.
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Angesichts dieser Unsicherheiten wäre es unverantwortlich, darauf zu vertrauen, dass optimistischere Abschätzungen der Kapazitäten zutreffen werden. Wir dürfen hier nicht mit dem Feuer spielen. Deutschland hat noch die Möglichkeit, vom mahnenden Beispiel anderer Länder zu lernen. Dort kam der totale Shutdown zu spät, nämlich als die Katastrophe ihren Anfang bereits genommen hatte.
Das gilt ohne Zweifel für Italien, wo manche Beteiligte von kriegsähnlichen Zuständen sprachen. In Spanien ist die Entwicklung der Fallzahlen sogar noch dramatischer. Leider führt die spanische Regierung den Shutdown gerade erst durch. Da seine Wirkung zeitverzögert eintritt, ist auch in Spanien der Kollaps der Intensivstationen unausweichlich.
Wer glaubt, das könne hierzulande nicht geschehen, irrt. Deutschland befindet sich im Wesentlichen auf derselben Kurve wie Italien und Spanien. Die weitere Ausbreitung des Coronavirus ist gut berechenbar. Die Gefahr, dass die deutschen Intensivstationen überlaufen, ist real. Das macht den Shutdown risikoethisch unvermeidbar. Die Frage ist, wie lange wir noch warten – und wie viele Tote wir durch den Aufschub des Unausweichlichen unnötig in Kauf nehmen.

