Original von StratoPrince187
Ich möchte einfach mal meine Subjektive Meinung teilen. Ich hatte in einem frühen Post schon darauf hingewiesen dass die Maßnahmen nicht vollumfänglich durchdacht sind. [Klick]
Aktionismus
Ohne richtige Datenbasis, die teilweise immer noch sehr viel Interpretationsspielraum zulässt, wurden Maßnahmen beschlossen, die an anderer Stelle immensen Schaden anrichten. (Wirtschaft, Soziale Strukturen, Angst der Menschen)
Auf dieser Basis ist es nicht gelungen die optimalen Maßnahmen herauszuarbeiten. Wir befinden uns auch nicht in der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg.
Ich kann verstehen das man hier lieber etwas vorsichtig ist. Wenn man etwas nicht weiß kann man das allerdings auch so benennen und gezielt darauf hinarbeiten fehlende Lücken zu schließen.
Andere Länder zeigen auch sehr wohl, dass man die Corona Krise gesellschaftlich besser lösen kann.
Dennoch muss ich positiv anmerken das wir hier keinen kompletten Lockdown haben. Das finde ich gut.
Angst der Menschen
Ich bin erstaunt wie ängstlich diese Gesellschaft ist. Mal abgesehen davon das man mit Angst die Menschen ungemein gut steuern kann, zeigt sich auch ein asoziales Verhalten. Es ist für mich nicht akzeptabel das man Waren hortet ala. jeder ist sich selbst der nächste. Von den Hobbypolizisten den meinen jetzt überall andere zu belehren möchte ich nicht anfangen. Das schlimmste ist das Freiheitsbeschränkungen einfach so akzeptiert und durchgesetzt werden ohne klare Kommunikation und Fahrplan. Ich hoffe auf unser Rechtssystem.
Medienbild
Mir sind es zu wenig kritische Stimmen. Die Aufgabe der Medien ist zu hinterfragen und nicht ein accelerator für Angst zu sein.
Mein Fazit: Maßnahmen sind nicht weit genug gedacht. Vorsicht vor Vernunft ist ok, allerdings nur mit Fahrplan und Transparenz. Definitiv kein akzeptabler Dauerzustand. Die Gesellschaft ist ängstlich und akzeptiert Freiheitsbeschränkungen, ohne selbst die Sinnhaftigkeit zumindest zu hinterfragen.
Positiv sehe ich die Vorteile eines entwickelten Sozialstaates der hier und da agieren kann, wo andere Länder einfach nicht die Power haben. Auch finde ich das marode Wirtschaftszweige nicht unbedingt mit Steuergeldern gerettet werden sollen. Man muss schon genau hinschauen, wenn oder was man unterstützt.
Profitieren können wir wenn wir die Corona Learnings in unsere Gesselschaft und Wirtschaft einbringen und uns so auf für zukünftige Extremsituationen besser vorbereiten.
1. Aktionismus
Was genau meinst du mit "keine richtige Datenbasis"? Am Fall von Italien und anderen Ländern, war ganz klar ersichtlich, dass wir es mit einem sich rasant ausbreitenden Virus mit signifikanter Sterberate zu tun haben. Es war ebenfalls bekannt, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch überträgt und eine ungebremste Durchseuchung unser Gesundheitssystem massiv überlasten würde, was zu einem gesamtgesellschaftlichen Supergau geführt hätte. Führende Experten, sowie das RKI haben dringendes Handeln empfohlen. Auf was genau hätte die Bundesregierung in dieser Stelle denn noch warten sollen? Darüber hinaus finde ich deinen Ländervergleich für vollkommen verfehlt. Nur weil in Europa Länder existieren, die bis jetzt noch keinen Lockdown hatten und deren Gesundheitssystem noch nicht überlastet ist, kann man daraus noch lange nicht die Schlussfolgerung ziehen, diese Länder hätten die Coronakrise besser "gelöst". Wir befinden uns nach wie vor noch ganz am Anfang der Krise und von "gelöst" kann man erst dann sprechen, wenn eine Herdenimmunität vorliegt. Bis dahin kann aber noch so einiges passieren. Erst wenn die Pandemie vorbei ist, wird sich zeigen, wer sie gut gelöst hat und wer nicht.
2. Angst der Menschen
Also in meinem persönlichen Umfeld sind wirklich alle ruhig und gelassen. Ich kenne absolut niemanden, der wegen Corona oder den aktuellen Maßnahmen in totale Panik verfallen ist. Deine Meinung zur Kommunikation kann ich auch nur begrenzt teilen. Es gibt schon jede Menge Pressekonferenzen, wo alles ausführlich diskutiert wird und für mich ist das meiste durchaus nachvollziehbar. Vielleicht muss aber doch noch mehr getan werden.
3. Medien
Es gibt doch haufenweise Stimmen aus den Medien, die nach Lockerungen schreien und darüber berichten, wie unverhältnismäßig die Maßnahmen doch sind. Ich verstehe nicht, wo du die Einschätzung her nimmst, dass es soetwas gar nicht gäbe und alle nur unseren aktuellen Kurs bejubeln würden.
4. Fazit
Es ist mir auch schon bei einigen anderen Postern hier im Thread aufgefallen: Du kommunizierst ein Menschenbild bei dem quasi alle mehr oder weniger wie blinde Schafe umherwandeln und brav alles mit sich machen lassen, während man selber der einzige ist, der zu kritischem Denken in der Lage ist. Ich bin mir sicher, dass momentan so zeimlich jeder schonmal in irgendeiner Form über das Thema Corona, die Maßnahmen der Politik und die Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft nachgedacht hat.