Original von beni
Das RKI macht keine Hochrechnung. Es zählt Fälle, die entdeckt worden sind. In der weiteren Berechnung tut es so als wären die entdeckten Fälle alle zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Fälle und berechnet damit die Kennzahlen.
Ich hab nirgends gefordert, dass man die exakte Zahl bestimmen soll/muss. Aber man braucht repräsentative Tests. Das schreib ich jetzt ungefähr zum 50. mal hier.
Das las sich bei deiner Kritik an den RKI Zahlen aber schon als implizite Forderung:
Du implizierst doch in dem ersten Quote klar, dass eine exakte Zahl mit einer repräsentativen Stichprobe gegeben wäre (im Gegensatz zur RKI Variante). Aber sei es drum, wir scheinen ja jetzt auf einem Nenner zu sein, dass beide Varianten uns keine exakte Zahl der tatsächlich Infizierten bietet (=beide Datengrundlagen "falsch" sind). Die Frage ist also jetzt, ob eine repräsentative Stichprobe besser/genauer/weniger falsch ist als die RKI Daten...
Original von beni
Was heißt hier Alternative? Das RKI versucht gar nicht erst eine repräsentative Stichprobe zu bekommen. Es zählt übermittelte Fälle.
Ich würde alle Bewohner in eine Liste schreiben und zufällig daraus die Testfälle auswählen. Vielleicht mit 100k starten und die Stichprobengröße an die Zahl der Treffer anpassen. Das dann in regelmäßigen Intervallen wiederholen.
(Gibt bestimmt effizientere Wege, aber das würde funktionieren)
Nachtrag: Laborkapazitäten klettern auf 840.000 PCR-Tests pro Woche
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Laborkapazitaeten-klettern-auf-840000-PCR-Tests-pro-Woche-409425.html
edit: hier steht ne Menge Quatsch drin
("Alternative", weil es die von dir ins Spiel gebrachte Alternative Datengrundlage zur RKI Datengrundlage war).
Ich frage mich schon, wie du dir so sicher bist, dass dein Verfahren zu einer exakteren Abschätzung von R führt und dass sie praktisch durchführbar ist. Ich denke zunächst, dass man ein paar mehr Faktoren berücksichtigen muss um eine wirklich repräsentative Sample zu haben (Siehe Post von Wody). Die Infizierten sind ja nicht komplett random über Deutschland verteilt sondern sie bilden kleine und große regionale Cluster. Nach welchen Faktoren (z.B. Bevölkerungsdichte, Alterszusammensetzung usw.) man die Sample genau zusammensetzen muss weiß aber glaube ich in diesem Kontext niemand. Bei deiner Random-sample würde mich schon interessieren wie groß das Konfidenzintervall ist.
Ich spiel mal bildlich dein Beispiel durch (ohne die Anpassung der Stichprobengröße - ka wie du genau anpassen willst):
In einem sehr großen, leeren Swimmingpool sind 83.000.000 Bälle (Bevölkerung). Angenommen davon sind 200.000 rot (akut infizierte) und 82.800.000 blau (nicht akut infizierte). Die roten Bälle sind zwar einigermaßen in der Menge verteilt, sie haben aber die Tendenz Cluster zu bilden. Jetzt nimmst du jeden Tag jeweils 100k zufällige Bälle aus dem Pool und zählst die Anzahl der roten Bälle. Nach ner Zeit kannst du anfangen R zu berechnen, indem du die Anzahl von roten Bällen in 2 Intervallen (z.B. jeweils 4 Tage = Generationszeit) miteinander vergleichst und R als Quotient der beiden berechnest.
Einige der Fragen die man sich an der Stelle in der quantitativen Forschung stellen muss: Hängt die gezählte Anzahl an roten Bällen pro Tag stark vom Zufall ab? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim Vergleich von 2 Intervallen primär der Zufall über das Ergebnis (mehr/weniger/gleich) entscheidet? Wie groß muss die Sample (= Anzahl der durchgeführten Tests) jeden Tag sein um den Zufallsfaktor ausreichend zu minimieren? Bei welchem Niveau ist er ausreichend klein? Haben wir für diese Testanzahl die Kapazitäten? Ist der so berechnete R-Wert eine bessere Schätzung der relativen Entwicklung von Neuinfektionen als die vom RKI?
Man kann das mit der Stichprobe grundsätzlich natürlich machen. Ich frage mich aber, ob man in der Lage wäre eine wirklich repräsentative Sample zu bestimmen und wie hoch die Stichprobengröße sein muss, insb. wenn man bedenkt, dass die Infiziertenrate wahrscheinlich sehr klein ist. Ich würde nicht drauf wetten wollen, dass wir dafür ausreichend freie Kapazitäten haben.
Original von beni
Es gibt keinen neuen Punkt.
Es ist doch wohl ein Unterschied, ob ich dir sagen kann,
- dass insgesamt genau 200.000 Personen infiziert sind
- oder welche 200.000 Individuen genau infiziert sind