Jeder kennt es und die meisten hassen es:
"Ey, gehst du Bushof oder gehst du Schule, Alda?!" Wer mag schon die Leute, die so sprechen geschweige diese Sprache ansich? Es gibt aber auch weniger krasse Fälle:
"Jo, den Film hatte ich gestern gesehen gehabt!"
"Das ist dem Sebi sein Auto!"
"Wegen dem schlechten Wetter bin ich nicht Fußball spielen gegangen."
"Zum Abschied habe ich noch gewunken."
"der einzigste, der hier komisch redet bist du!"
"Die A3 ist die vielbefahrenste Autobahn Deutschlands!"
"nachdem ich die Wäsche aufgehangen hatte, bin ich ein Eis essen gegangen!"
Die wenigesten finden in jedem Satz den Fehler und wenn nur nach genauem hinehen und fast keiner spricht fehlerlos. Sprache hat sich immer schon verändert. Wer möchte heute noch so sprechen wie vor 300 Jahren? Wer möchte Englisch reden wie zu Shakespears Zeiten (übrigens nicht "Shakespear's Zeiten")?
Wir fordern von Ausländern, dass sie unsere Sprache lernen. Aber vergeht einem nicht verständlicherweise die Lust, wenn man hört "die Lampe, der Tisch, das Fenster" und man keine Ahnung hat und auch keine Begründung geliefert bekommt, warum es einmal der, einmal die und beim nächsten mal das heißt? Ist es nicht einfacher den Artikel wegzulassen? Wozu braucht man ihn? Ich habe 8 Monate in Kambodscha gelebt und die Sprache gelernt. Dort wird weder konjugiert noch dekliniert noch Tempuus (oder Tempi oder Tempen?) benutzt (oder benützt?). ein Satz sieht da folgender Maßen aus: "Gestern ich gehe mit Mutter-ich Schule". Versteht man doch auch. Wer sagt denn heute noch "ich ginge zur Schule, wenn du mir mein Buch gäbest!"? Der Konjunktiv I ist bei den meisten doch auch schon ausgestorben und bis auf so ein paar altmodische Typen wie mich stört es niemanden. Was ist aktzeptabel was verwerflich?