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[Geschlossen] Das Universum expandiert...

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torytrae
Beigetreten: 07.01.2008

Original von StefanNRW
Hm, aber in dem Punkt hat Harry schon recht. Eine Theorie, die auch nur eine falsche Vorhersage liefert, ist falsch. Sie eignet sich nicht mehr um die Welt zu erklären, man muss weitersuchen. Aber sie ist trotzdem oft eine gute Vereinfachung oder Näherung fürs Leben, für Ingenieure... ;)

Nein, das ist nicht richtig ausgedrückt, auch wenn du das richtige meinst. Ich erklärs mal anhand eines Beispiels (ich weiss, alle Vergleiche hinken).

Stell dir mal einen Luftballon vor. Der ist groß, relativ rund, mit Luft gefüllt und wenn du ihn anstösst dann kannst du anhand Newtons Physik seine Bewegung in der Luft exakt berechnen. Also Trägheit, Luftwiderstand, Ballistik, Aufprallwinkel, Abprallwinkel, Kinetische Energie etc. Newtons Physik ist hier also korrekt.

Jetzt schau dir ein Elementarteilchen an. Wenn du jetzt Newtons Physik auf die Bewegung der Elementarteilchen übertragen willst, dann wirst du im Detail scheitern - weil z.B. Luftwiderstand, Ballistik etc in dieser Dimension völlig anders auftreten.

Deswegen ist Newtons Physik aber nicht falsch. Sie ist nur Ausdruck einer übergeordneten Theorie für ein bestimmtes "Scope" - also für größere Objekte.

Ähnlich ist das bei der ART und der Quantenmechanik. Die ART ist einfach ein anderes "Scope" und lässt sich auf Planck-Länge (ca. 1,6 x 10^-35 Meter) nicht anwenden. Zum Vergleich, ein Atom ist mit 1 x 10^-10 Meter vergleichsweise riesig.

Mal davon abgesehen, dass je nach Scope komplett andere Kräfte wirksam werden. Gravitation z.B. benötigt riesige Körper, Planeten zum Beispiel - die schwache Kernkraft wirkt nur auf 1x10^-15 Meter. Eine Theorie für das eine "Scope" kann also gar nicht für Vorsagen des anderen "Scope" dienlich sein, da im Detail zu viele Parameter anders sind.

Man darf die ART eben nur als Teiltheorie verstehen, die gar nicht den Anspruch hat (haben kann) alles zu erklären. Dann passt das auch.

Wir haben also alle irgendwo recht. Es fehlt eine Theorie, die alles erklärt - das heisst aber nicht, dass Teiltheorien falsch sind, sofern man sie auf ihr Scope anwendet :)


@torytrae:

Noch mal zurückkommend auf den tatsächlichen Moment des Urknalls, also dass, was die Wissenschaft "noch" nicht erklären kann.

Könntest du denn einen rein fiktiven Ansatz bieten, der Sinn ergibt?

Was mich auch immens stört, ist das du sagst, wir Physiker verstehen unter Zeit was anderes als man allgemein darunter versteht und unter Raum auch.

Die Begriffe Raum und Zeit gab es, bevor sich die Disziplin Physik entwickelt hat. Jetzt geht ihr hin, nehmt diese Begriffe und sagt dann "jahaa, aber wir meinen was ganz anderes damit" um damit eure Theorien zu rechtfertigen?!?!

Dann könnt ihr Zeit und Raum auch gleich Humpty und Dumpty nennen, wenn ihr euch durch eine alternierende Definition aus Erklärungsnöten wirrer Theorien retten wollt.


torytrae
Beigetreten: 07.01.2008

Raum und Zeit und Raum und Zeit sind zwei Paar Schuhe.

Wir Menschen leben naturgemäß in der Physik unserer Dimensionen. Für uns ist Raum und Zeit greifbar, da wir es bewusst erleben. Das heisst aber nicht, dass unser Eindruck oder unsere Erfahrungen damit auch mit den physikalischen Begriffen Raum und Zeit übereinstimmen müssen.

Wir nehmen das eben so wahr, wie uns das die Evolution erlaubt. Raum ist der Ort, der uns umgibt, indem wir gerade sind - Zeit ist das "Jetzt" für uns, und die Vergangenheit unserer Erinnerungen oder die Zukunft unserer Erwartungen.

Vergangenheit und Zukunft sind also Konzepte unseres abstrakten Denkens, aber eben keine echten Konzepte in der Physik. Natürlich können wir uns vorstellen, dass wir in die Zukunft springen oder in die Vergangenheit reisen könnten. Wir könnten uns auch vorstellen, dass Zeit rückwärts läuft. In unserem Geist ist Zeit eben eine Bewegung entlang einer Strasse.

Physikalisch ist Zeit aber etwas anderes. Es gibt zum Beispiel sehr viele Hinweise, dass Zeit nicht umkehrbar ist. Das liegt an den Quanteneffekten, die nicht umkehrbar sind. Vermutlich liegt es auch daran, dass wir Zeit immer "aufbauend" auf etwas kausales wahrnehmen. Zeit kann also nicht hin und herspringen, sie muss genauso sein, wie sie ist.

Es geht dabei auch nicht darum, Theorien zu rechtfertigen. Es ist genau andersrum, diese Theorien zwingen uns zu einem neuen Verständnis. Im übrigen ändert das nichts an unserer evolutionsbedingten Wahrnehmung von Raum und Zeit. Diese von dir genannten wirren Theorien sind teils schon ziemlich abstrakt, aber sie basieren auf ziemlich umfassenden Berechnungen bzw. Beobachtungen und sind keineswegs aus Lust an der Laune an den Haaren herbei gezogen.

Zum Thema Urknall: Die herkömmlichen Ansätze versagen beim Zeitpunkt 0. Das liegt an der unendlichen Dichte, die z.B. die ART vorhersagt. Wir wissen also, dass die ART für dieses Scope nicht zutreffend ist. Es gibt einige neue Theorien, die man auf den Urknall anwenden kann. Darunter die Stringtheorie oder die Schleifenquantengravitation. Letztere geht von Raumzeitatomen aus (nicht mit normalen Atomen vergleichbar), das sind die kleinsten fiktiven Einheiten der Raumzeit - eine Art "Körnung". Wenn man Materie sehr dicht zusammenpresst - so in der Größenordnung viele Tausend Sonnemassen pro Millimeter, dann werden die Effekte der Schleifenquantengravitation dominierend (bei sehr kleiner Dichte wie im jetzigen Universum sind diese unwirksam). Die Theorie geht kurzum davon aus, dass der Raum eine gewisse Energiesättigungsgrenze hat, wird diese erreicht (ist das Raumgitter quasi mit Raumzeitatomen vollgestopft) dann kehrt sich die Gravitation um und wird zu einer abstossenden Kraft.

Dadurch könnte das Universum pulsieren, ein ewiges Abstossen, Zusammenziehen, Urknall etc.

Diese Effekte sind übrigens in der Theorie mathematisch errechnet und nicht ausgedacht. Interessant ist auch, dass bei jedem Puls ein "Spiegelbild" des Universums vorher entsteht, wo links war, ist jetzt rechts. Durch die Quantenmechanik und die nicht 100% umkehrbaren Effekte (daher kann Zeit nicht rückwärts ablaufen) ist dennoch jedes Universum einzigartig nach jedem Puls. Also, kurz gesagt

Die Schleifenquantengravitation ist ein vielversprechender Ansatz, aber nur eine Teiltheorie die noch vereinfachte Modelle des Universums zur Berechnung nutzt.


wimmi10
Beigetreten: 20.04.2006

Original von torytrae
Raum und Zeit und Raum und Zeit sind zwei Paar Schuhe.

Wir Menschen leben naturgemäß in der Physik unserer Dimensionen. Für uns ist Raum und Zeit greifbar, da wir es bewusst erleben. Das heisst aber nicht, dass unser Eindruck oder unsere Erfahrungen damit auch mit den physikalischen Begriffen Raum und Zeit übereinstimmen müssen.

Wir nehmen das eben so wahr, wie uns das die Evolution erlaubt. Raum ist der Ort, der uns umgibt, indem wir gerade sind - Zeit ist das "Jetzt" für uns, und die Vergangenheit unserer Erinnerungen oder die Zukunft unserer Erwartungen.

Vergangenheit und Zukunft sind also Konzepte unseres abstrakten Denkens, aber eben keine echten Konzepte in der Physik. Natürlich können wir uns vorstellen, dass wir in die Zukunft springen oder in die Vergangenheit reisen könnten. Wir könnten uns auch vorstellen, dass Zeit rückwärts läuft. In unserem Geist ist Zeit eben eine Bewegung entlang einer Strasse.

Physikalisch ist Zeit aber etwas anderes. Es gibt zum Beispiel sehr viele Hinweise, dass Zeit nicht umkehrbar ist. Das liegt an den Quanteneffekten, die nicht umkehrbar sind. Vermutlich liegt es auch daran, dass wir Zeit immer "aufbauend" auf etwas kausales wahrnehmen. Zeit kann also nicht hin und herspringen, sie muss genauso sein, wie sie ist.

Es geht dabei auch nicht darum, Theorien zu rechtfertigen. Es ist genau andersrum, diese Theorien zwingen uns zu einem neuen Verständnis. Im übrigen ändert das nichts an unserer evolutionsbedingten Wahrnehmung von Raum und Zeit. Diese von dir genannten wirren Theorien sind teils schon ziemlich abstrakt, aber sie basieren auf ziemlich umfassenden Berechnungen bzw. Beobachtungen und sind keineswegs aus Lust an der Laune an den Haaren herbei gezogen.

Zum Thema Urknall: Die herkömmlichen Ansätze versagen beim Zeitpunkt 0. Das liegt an der unendlichen Dichte, die z.B. die ART vorhersagt. Wir wissen also, dass die ART für dieses Scope nicht zutreffend ist. Es gibt einige neue Theorien, die man auf den Urknall anwenden kann. Darunter die Stringtheorie oder die Schleifenquantengravitation. Letztere geht von Raumzeitatomen aus (nicht mit normalen Atomen vergleichbar), das sind die kleinsten fiktiven Einheiten der Raumzeit - eine Art "Körnung". Wenn man Materie sehr dicht zusammenpresst - so in der Größenordnung viele Tausend Sonnemassen pro Millimeter, dann werden die Effekte der Schleifenquantengravitation dominierend (bei sehr kleiner Dichte wie im jetzigen Universum sind diese unwirksam). Die Theorie geht kurzum davon aus, dass der Raum eine gewisse Energiesättigungsgrenze hat, wird diese erreicht (ist das Raumgitter quasi mit Raumzeitatomen vollgestopft) dann kehrt sich die Gravitation um und wird zu einer abstossenden Kraft.

Dadurch könnte das Universum pulsieren, ein ewiges Abstossen, Zusammenziehen, Urknall etc.

Diese Effekte sind übrigens in der Theorie mathematisch errechnet und nicht ausgedacht. Interessant ist auch, dass bei jedem Puls ein "Spiegelbild" des Universums vorher entsteht, wo links war, ist jetzt rechts. Durch die Quantenmechanik und die nicht 100% umkehrbaren Effekte (daher kann Zeit nicht rückwärts ablaufen) ist dennoch jedes Universum einzigartig nach jedem Puls. Also, kurz gesagt

Die Schleifenquantengravitation ist ein vielversprechender Ansatz, aber nur eine Teiltheorie die noch vereinfachte Modelle des Universums zur Berechnung nutzt.

und das alles hast du ergoogled? wow


torytrae
Beigetreten: 07.01.2008

Nein, hab ich aus der Bravo abgeschrieben.


Das hört sich alles so konstruiert an.

Du hast aber noch nicht geschrieben, was Zeit denn nach physikalischem Verständnis ist.
So wirkt es ein bisschen wie typische Kindheitserlebnisse "Papa, wieso darf ich das nicht? Du hast das doch auch gemacht!" - "ACH, DAS IST DOCH GANZ WAS ANDERES!"
oder
"Warum darf ich das nich?" - "WEIL ICH DAS GESAGT HABE!"

Physiker sind für mich ein Haufen Nerds die sich toll dabei finden über Theorien zu diskutieren, die richtig oder auch komplette Bumsscheiße sein können. So wie die IT Abteilung in meiner alten Firma, von der man nur was bekommen hat, wenn sie einen mochten. Da konnten sie endlich mal Machtgefühle ausleben, die ihnen in der Freizeit unzugänglich waren.

Das soll jetzt nicht für dich gelten torytrae, du bist ja sehr sympathisch und eloquent.


torytrae
Beigetreten: 07.01.2008


Naja, das Problem ist eben, dass wir hier schon tief in der Materie drinne stecken. Das ganze populärwissenschaftlich zu erklären bedeutet ja nichts anderes, wie auf Formeln und konkrete Beobachtungen zu verzichten, damit der Laie nicht aussteigt.

Im übrigen hast du nicht ganz unrecht. Viele Wissenschaftler behandeln ihre Theorien wie eine Religion und forschen entsprechend nicht mehr objektiv. Sieht man z.B. auch an den Teils heftigen Auseinandersetzungen der String-Theoretiker und der Vertreter anderer Theorien. Es gibt nur sehr wenige, die wirklich absolut unvoreingenommen forschen. Das hat aber auch den Vorteil, dass jede neue Theorie erstmal zerrissen wird und sich beweisen muss.

Ein weiteres Problem ist auch, dass man Theorien a) auf vereinfachte Modelle anwendet und b) auf Teilbereiche anwendet.

Deswegen können zumindest die neuen teilweise einfach unkorrekt sein, oder unvollständig. Es können daher in der mathematischen Lösung unvorhersehbare Konstanten "auftauchen", die man einfach mal als gegeben annimmt etc.

Und nein, es geht auch überhaupt nicht darum irgendwem zu sagen, wie oder was Zeit ist. So wie wir das fühlen, ist das für uns richtig. Ich sehe eigentlich keinen Konflikt in der Grundlagenforschung und unserem Weltbild.


KittenKaboodle
Beigetreten: 29.01.2006

Interessanter Thread :)
Auch wenn ich nicht mit allen Dingen, die hier von Physikern (oder Physik Interessierten) gesagt wurden, übereinstimme, hab ich keine Lust an einer umfassenden Diskussion teilzunehmen. Deswegen nur eine kleine Anmerkung zu dem was maechtigerHarry gesagt hat:

Original von maechtigerHarry
Wenn aber ein User schreibt "Wenn Außerirdische etwas schneller als das Licht verschicken KÖNNTEN..." dann ist es imo nicht sinnvoll zu antworten "das geht aber nicht!!!" oder ähnliches. Gab hier im Fred mehr als ein Beispiel dafür.
Wenn Leute spekulieren wollen, dann lasst sie doch spekulieren.

Klar darf man spekulieren, dafür wird man nicht verhaftet ^^
Aber andererseits sollte man sich auch im Klaren sein, was der Gedanke für Konsequenzen nach sich zieht. Man muss evtl. Prinzipien opfern an die Physiker fest glauben. Von diesen Prinzipien sind wiederum manche leichter zu opfern als andere. Kausalität ist zum Beispiel etwas, was Physiker gar nicht gern über den Haufen werfen. Und deswegen reagieren sie so genervt, wenn User von Überlichtgeschwindigkeit reden :)


torytrae
Beigetreten: 07.01.2008

Ja, zumal die Tatsache alleine, das wir uns etwas vorstellen können (Raumschiff fliegt durch Wurmloch, Warp-Antrieb, Beamen etc.) nicht unbedingt heisst, dass es auch zwangsläufig möglich sein muss.

Und wenn einige Theorien - zumindest eine sinnvolle - Anwendung mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen, dann ist dieser Ausschluß zumindest auf fundierten Argumenten bzw Theorien / Gesetzen begründet.

Im Vergleich zu dem Argument "aber vielleicht gehts ja doch!!!!111" besteht also ein halbwegs solides Fundament.

Damit sage ich gar nicht, dass solche Dinge unmöglich sind. Aber man bräuchte auf jeden Fall ein weitaus höheres Verständnis für Physik als wir das heute haben, von der technischen Umsetzbarkeit mal ganz zu schweigen.


StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von Coffeehouse
Physiker sind für mich ein Haufen Nerds die sich toll dabei finden über Theorien zu diskutieren, die richtig oder auch komplette Bumsscheiße sein können.

Hehe... genau das tut aber ein Großteil der Physiker nicht :) Es gibt aber natürlich immer welche, die auffallen wollen, die teilweise auch gerne missionarisch in Glaubensfragen auftreten - das sind glaube ich die, die du meinst und die genießen unter Naturwissenschaftlern auch kein recht hohes Ansehen. Man kann bei solchen Leuten eigentlich auch immer feststellen, dass sie die Grundlagen der Naturwissenschaft verlassen und das eben nicht kennzeichnen.

Der Großteil arbeitet dafür ganz konkret an beobachtbaren Dingen, von denen dir in naher oder ferner Zukunft einiges sehr nützlich sein kann, wie dir auch jetzt schon vieles von diesen seltsamen Theorien sehr nützlich ist.

Original von torytrae
Stell dir mal einen Luftballon vor. Der ist groß, relativ rund, mit Luft gefüllt und wenn du ihn anstösst dann kannst du anhand Newtons Physik seine Bewegung in der Luft exakt berechnen. Also Trägheit, Luftwiderstand, Ballistik, Aufprallwinkel, Abprallwinkel, Kinetische Energie etc. Newtons Physik ist hier also korrekt.

auch wenn wir glaub ich zu 99 % übereinstimmen finde ich diesen Punkt wichtig genug um zu widersprechen ;) Denn Newtons Physik ist hier nicht korrekt, allerdings sind die Abweichungen von ihr klein genug, dass wir sie guten Gewissens benutzen können. Newtons Physik macht auch ohne weiteres Vorhersagen für große Geschwindigkeiten, die offensichtlich falsch sind. Darum eignet sich Newton nicht, um die Welt zu erklären und es bleibt auch in Teilbereichen nur eine Näherung.

Bei der Relativitätstheorie sieht die Sache anders aus. Da gibt es - soweit ich weiß - keine falsche Vorhersage, weshalb die Theorie erst einmal gut ist. Bleibt eben nur die blöde Urknall-Singularität, mit der wir nicht umgehen können, die wir aber nicht aus der ART selbst bekommen, sondern aus der Vereinigung mit der Quantentheorie.

Der Vorteil der ART gegenüber String-Theorie und Schleifenquantengravitation ist (wobei ich die ART den beiden Theorien aber nicht gegenüber stellen möchte), dass sie neue Vorhersagen gemacht hat, die zutreffend waren. String-Theorie und Schleifenquantengravitation zeichnen sich eher dadurch aus, Vorhersagen zu machen, die nicht überprüfbar sind und - das formuliere ich nach dem ein oder anderen Gespräch mit theoretischen Physikern jetzt mal absichtlich etwas ketzerisch - sich ihre Grundlagen so zurecht gebogen zu haben, dass sie eben mit der schon beobachtbaren Realität übereinstimmen.

Darum ist die ART zumindest aus meiner Sicht eine "gute" Theorie, während die modernen Vereinigungsversuche meistens eher Glaubensfragen darstellen.


MfGOne
Beigetreten: 17.08.2006

Immer wenn ich über solche Sachen nachdenke oder populärwissenschaftlichen Kram von hawking und Co lese explodiert mein Gehirn.

Unsere eigene Existenz ist vor diesem Hintergrund sowas von abgefuckt unwichtig.... ob das nun gut oder schlecht ist sei dahingestellt


torytrae
Beigetreten: 07.01.2008

Es gibt in der Schleifenquantengravitation (LQG) durchaus einige korrekte Vorhersagen.

Die Hawking-Strahlung und die Beckenstein Entropie Schwarzer Löcher gehen aus der LQG hervor. Auch die kosmologische Konstante wird in der LQG als positiv ermittelt, was wiederum mit Einsteins Vermutung, die zu seiner Zeit nicht überprüfbar war, einhergeht. Einstein selbst bezeichnete seine "kosmologische Konstante" mal als Eselei. Vermutlich hatte er aber doch ungewollt Recht, konnte es nur nicht abschätzen.

Ich sag nicht, dass die LQG oder die Stringtheorie stimmen. Dazu ist es zu früh. Ich denke aber, dass beide Zweige der Supertheorie sind, die irgendwann einmal alle Theorien vereinen wird.


StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von torytrae
Es gibt in der Schleifenquantengravitation (LQG) durchaus einige korrekte Vorhersagen.

Die Hawking-Strahlung und die Beckenstein Entropie Schwarzer Löcher gehen aus der LQG hervor. Auch die kosmologische Konstante wird in der LQG als positiv ermittelt, was wiederum mit Einsteins Vermutung, die zu seiner Zeit nicht überprüfbar war, einhergeht. Einstein selbst bezeichnete seine "kosmologische Konstante" mal als Eselei. Vermutlich hatte er aber doch ungewollt Recht, konnte es nur nicht abschätzen.

Ich sag nicht, dass die LQG oder die Stringtheorie stimmen. Dazu ist es zu früh. Ich denke aber, dass beide Zweige der Supertheorie sind, die irgendwann einmal alle Theorien vereinen wird.

Ich kenne da eigentlich nur Skeptiker :) Die Dinge, die du da aufzählst zählen doch gerade zu denen, die man schon kannte und auf deren Grundlage die Theorie entwickelt wurde. Genau genommen gibt es für String-Theorie und Schleifenquantengravitation keine einzige Bestätigung in Form einer neuen Vorhersage, die überprüfbar ist, weil alle neuen Vorhersagen nicht überprüfbar sind. Jetzt einmal eine sehr überspitzte Formulierung: Ich kann mir genauso gut definieren, dass die kleinsten Bauteile der Welt sehr kleine fliegende Spaghettimonster sind. Wenn ich denen die richtigen Eigenschaften gebe, kann ich die Welt sehr gut beschreiben, aber wahrscheinlich scheitere ich an den neuen Vorhersagen. Genau das hat die String Theorie gemacht, nur hat sie ihre Spaghettimonster eindimensionale Strings genannt. Beides hat die gleiche experimentelle Grundlage, nämlich keine. Darum wäre eine Bestätigung für die String-Theorie eher eine große Überraschung.

Die Schleifenquantengravitation ist da vielleicht etwas besser, weil sie sich nicht so fundamental ihr Spaghettimonster definiert (wobei ich hier ganz ehrlich weniger "drin" bin muss ich zugeben), aber auch hier kann man zumindest sagen, dass es noch keine positive Bestätigung der neuen Vorhersagen (die sich auch sehr in Grenzen halten) gibt. Aber die Chancen scheinen mir zumindest größer zu sein als in der String-Theorie.


ich hab zwar nen quantenfeldtheoretiker im haus, aber der ist 2 tage weg. daher die frage - kann man anhand der "ausbreitungsrichtung" des universums dessen "mittelpunkt" bestimmen. also den "ort" von wo aus seit dem urknall alles weg expandiert oder gibts da wieder irgendwelche freaky effekte die das verhindern?


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torytrae
Beigetreten: 07.01.2008

Original von StefanNRW
Die Schleifenquantengravitation ist da vielleicht etwas besser, weil sie sich nicht so fundamental ihr Spaghettimonster definiert (wobei ich hier ganz ehrlich weniger "drin" bin muss ich zugeben), aber auch hier kann man zumindest sagen, dass es noch keine positive Bestätigung der neuen Vorhersagen (die sich auch sehr in Grenzen halten) gibt. Aber die Chancen scheinen mir zumindest größer zu sein als in der String-Theorie.

Das ist halt so eine Sache. Natürlich wird sie kontrovers diskutiert. Es stimmt auch, dass diese Theorien mit dem Hintergrund erschaffen wurden, einige bestimmte bisher nicht ableitbare Vorgänge erklärbar zu machen. Man würde auch niemals einfach so über die LQG stolpern oder über die Stringtheorie ohne diese Absicht.

Es wirds sich in den nächsten Jahren schon zeigen, wie weit diese Theorien ein weiterer Schritt sind oder ein Ausrutscher. Weiss ich natürlich auch nicht. Dreh- und Angelpunkt wird weiterhin die ART sein, da sie in ihrem Scope ausreichend oft experimentell bestätigt wurde.


IgNoRaNt
Beigetreten: 18.03.2006

Original von Brazz
ich hab zwar nen quantenfeldtheoretiker im haus, aber der ist 2 tage weg. daher die frage - kann man anhand der "ausbreitungsrichtung" des universums dessen "mittelpunkt" bestimmen. also den "ort" von wo aus seit dem urknall alles weg expandiert oder gibts da wieder irgendwelche freaky effekte die das verhindern?

Diesen Punkt gibt es eben nicht. Man kann da wieder einmal die Analogie mit der Oberfläche eines Luftballons, der aufgeblasen wird, bemühen. Die Oberfläche wird immer grösser und die Punkte streben voneinander weg, ohne jedoch einen gemeinsamen Expansionspunkt auf der Oberfläche zu haben. Im Falle des Ballons ist der Mittelpunkt der Expansion, der Mittelpunkt des Ballons, der aber quasi in einer anderen Dimension als die Oberfläche liegt. Der Raum expandiert jetzt ebenso, ohne innerhalb des Raumes selber einen Expansionsmittelpunkt zu haben.

Edit: Die kosmische Hintergrundstrahlung unterstreicht das btw auch. Die ist überall gleich, ganz egal in welcher Richtung Du sie misst. Gäbe es einen Mittelpunkt, dürfte man die ja nur von diesem ausgehend messen können.


bigfish777
Beigetreten: 15.06.2007
beni
Beigetreten: 17.10.2006

noobfrage: (hatte physik nur in der schule)

das mit den zwillingen und der rakete "weiß" ich inzwischen. daraus folgt doch, dass für jeden die zeit anders läuft. wie kann man dann sagen vor XXXXXXXX Jahren entstand unsere Erde? Oder warum sagt man Stern Y stirbt in so und so vielen Jahren?


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