Halte ich auch für recht wahrscheinlich, daß sich gewisse Erbkrankenheiten (vor allem jene, welche die Effizienz des Immunsystems betreffen) einfacher weiterverbreiten auf Grund der medizinischen Versorgung. Auch andere Merkmale, die in einer raueren Umgebung eher von Nachteil sind, setzen sich leichter durch. Selektionskriterien verschieben sich. Zeugte früher zB. eine gewisse Stämmigkeit und entsprechender Körperumfang davon, daß derjenige in der Lage ist, effektiv Nahrung zu beschaffen und somit für Geschlechtspartner attraktiv war, so ist heute ja eher das Gegenteil der Fall. Zumindest in der westlichen Welt.
Allerdings sollte man sich bewusst machen, daß es ganz schnell auch wieder in die andere Richtung gehen kann, sofern die äußeren Bedingungen es erfordern. Wenn wir weiter unsere Umwelt so zerstören und die Folgen tatsächlich so eklatant sein werden, wie derzeitige Modelle es befürchten lassen, wird in 2 3 oder 4 Generationen eben nicht mehr die gertenschlanke Figur (ungeachtet sonstiger Fähigkeiten) Selektionskriterium Nummer 1 sein. Sondern den Umwelteinflüssen eher gerechtwerdende Eigenschaften.
So funktioniert Evolution (in groben Zügen)
Daher ist der begriff "Degeneriert" bzw. "Degeneration" auch ansichtssache. Kommt immer auf die Perspektive bzw. Notwendigkeit an.