Nach Ausschluss von Krankheiten gibt es verschiedene Lösungsansätze.
Regelmäßiges Lüften des Raumes, in dem man sich aufhält, eine Temperatur zwischen 18 und 21 Grad einstellen. Tragen Sie lockere, luftige Kleidung Kleidung aus Naturfasern (besonders wenn Sie nur im Sitzen am Po schwitzen, sind enge Jeans eher nicht geeignet).
Ausserdem gilt es, Stress nach Möglichkeit vermeiden oder abbauen, Stressbewältigungstechniken lernen. Helfen sollen auch regelmäßige kalt-warme Wechselduschen und schliesslich sollte Übergewicht abgebaut werden und die Mahlzeiten in kleinere Portionen aufgeteilt werden, heiße Getränke, Alkohol sowie scharfe Gewürze können testweise gemieden werden.
Wenn diese Massnahmen nicht wirken richtet sich die Behandlung der Hyperhidrosis nach dem Schweregrad und der Lokalisation bzw. Ausdehnung der übermäßigen Schweißabsonderung. Ausgeprägtes Schwitzen in den Achselhöhlen kann man mit sogenannten lokalen Antihidrotika auf der Basis von Aluminiumsalzen oder Gerbstoffen behandeln. Ist der gesamte Körper oder große Körperareale betroffen, werden meist sogenannte Anticholinergika (meist Bornaprin) eingesetzt. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Hautarzt zur Planung des weiteren Vorgehens aufsuchen.
Sollten auch spezielle Pflegemittel keine Linderung verschaffen, kann die Durchführung einer Injektionstherapie erwogen werden. Hierbei wird Botulinumtoxin direkt in das Unterhautfettgewebe im Bereich der Schweißdrüsen gespritzt, so dass es zu einer Blockierung der Nervenleitung kommt. Eine starke Transpiration kann hierdurch für etwa drei bis neun Monate unterbunden werden. Die Erfahrungsberichte dieser, in den letzten Jahren häufiger angewandten Methode, sind gut, allerdings wird die Behandlung von den Krankenkassen nicht übernommen. Vorteil dieser Behandlung ist der Verzicht auf eine Operation sowie die „Ausschaltung“ eines definierten Areals. Nachteil: zeitlich begrenzter Erfolg, Wiederholung notwendig, teurer Wirkstoff.
Erst wenn alle konservativen Behandlungsversuche keinen Erfolg zeigen und der Leidensdruck entsprechend hoch ist, kommt eine chirurgische Behandlung in Frage. Hierbei gibt es verschiedene Methoden zur Durchtrennung, Inaktivierung und/oder Teilentfernung der „Schweißnerven“.
Bei der sogenannten lokalen Schweißdrüsenexzision (z.B. in der Achsel) wird über einen oder mehrere Schnitte ein Hautareal mitsamt den Schweißdrüsen herausgeschnitten. Hierbei kann es vor allem zum Auftreten von Wundheilungsstörungen und großen sichtbaren Narben kommen. Ähnlich wird bei der subkutanen Schweißdrüsenkürettage durch kleine Hautschnitte die Haut unterminiert sowie von der Unterlage abgehoben. Dann wird die Hautunterseite ausgeschabt, so dass die zu den Schweißdrüsen führenden Nervenendigungen durchtrennt werden. Vorteil: Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung (ambulant) durchgeführt werden und ist wenig belastend. Nachteil: Führt selten zu völliger Trockenheit, die Rückfallquote ist relativ hoch. Eine Variante ist die sogenannte subkutane Schweißdrüsensaugkürettage. Hier wird, ähnlich wie der Fettabsaugung, Unterhautfettgewebe über kleine Hautschnittzugänge abgesaugt. Auch hierbei kommt es insbesondere zur Durchtrennung der Nerven, ggf. können die Schweißdrüsen zusätzlich "ausgeschabt" werden. Vor- und Nachteile entsprechen denen der Schweißdrüsenkürettage.
Als Nebenwirkung der gegen die Hyperhidrose gerichteten Behandlungsmaßnahmen kann es zu einem vermehrtem Schwitzen an anderen Körperstellen kommen- sogenanntes kompensatorisches Schwitzen. Manchmal kann sich auch eine verstärkte Schweißneigung bei bestimmten Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen entwickeln.
Zu berücksichtigen ist wie gesagt auch eine nicht selten bestehende psychische Komponente. Schwitzen in Stresssituationen ist zunächst einmal natürlicher Ausdruck einer inneren Anspannung. So können Transpirationsbeschwerden auch Entspannungsverfahren, wie z.B. autogenem Training, oder darüber hinaus gehenden Therapieformen (z.B. Gesprächstherapie) zugänglich sein.
Allgemein kann ein Behandlungsversuch mit pflanzlichen Präparaten, wie z.B. Salbei-Tee (mindesten zwei Liter täglich) oder auch mit physikalischen Maßnahmen, wie Anwendung einer „Leitungswasser-Iontophorese“ oder „Stanger-Bäder“ (zwei- bis dreimal wöchentlich) eingeleitet werden. Meist empfiehlt sich eine Kombinationsbehandlung aus lokaler Aluminiumchlorid-Anwendung, Stanger-Bädern und Entspannungsübungen.
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