Hi All!
Folgendes ist mir heute passiert: Bin zur Arbeit und stelle vor dem Gebäude mein Fahrrad ab. Ein Fahrradständer ist leider nicht verfügbar, da alle belegt, deswegen stelle ich es einfach auf die Straße neben ein Beet wo es niemandem im Weg steht.
Mittags kommt jemand zu uns ins Büro und meint mein Fahrrad wäre auf sein Motorrad gefallen. Er kannte meinen Namen, da sich auf meinem Fahrrad ein Aufkleber befindet, dass das Fahrrad polizeilich registriert ist. Er hatte zuvor die Polizei gerufen, um den Schaden zu melden oder so und die haben ihm dann gesagt, dass das Fahrrad auf meinen Namen registriert ist (Lol Datenschutz!). Er ist dann rein ins Büro, da er in der selben Firma arbeitet und hat dann nach meinem Namen gefragt und mich gefunden.
Nun zur eigentlichen Frage/ der Situation: Ich bin mir zu 90% sicher, dass ich mein Fahrrad nicht direkt neben ein Motorrad gestellt habe. Ich denke, er ist später als ich gekommen, stellt sein Motorrad neben mein Fahrrad und kommt irgendwann in der Pause zu mir und meint ich müsste jetzt für den Schaden aufkommen, da mein Fahrrad ja auf sein Motorrad gefallen ist.
Kann ich in diesem Szenario überhaupt für den Schaden haftbar sein?
Wie sieht es aus wenn sein Motorrad schon vorher dastand? Ich bin mir nämlich nicht zu 100% sicher, da ich auch nicht wirklich drauf geachtet habe. Es war ein ganz normaler Gehweg, weder als Fahr- oder Motorradabstellplatz gekennzeichnet.
Die ganze Sache kommt mir insgesamt aber sehr komisch vor:
1. Es befand sich eine Delle am Tank des Motorrades, 1 sehr langer Kratzer und 1 sehr tiefer Kratzer am Tank. Ich bin zu 100% überzeugt, dass ein fallendes Fahrrad nicht gleichzeitig alle diese Schäden anrichten kann, insbesondere wo sich die Kratzer am Tank befinden. Ich habe auch ein Foto gemacht und werde dies hochladen sobald ich kann.
2. Mein Fahrrad ist sehr neu und hochwertig; d.h. der Ständer ist top, das Fahrrad ist noch nie umgefallen seit ich es habe und an die Lenkergriffe sind rundum gummiert. Ich frage mich wie dann der Schaden entstanden sein soll, höchstens noch von der Bremse, aber wie bei 1. geschrieben kommt es mir wirklich komisch vor.
3. Ich hab einfach so ein Gefühl, als ob mich der Typ hier irgendwie abzocken will. Wir sind runtergegangen, um uns den Schaden anzuschauen und er meinte direkt, dass so ein neuer Tank 900€ kosten würde, und er ja hoffe, dass Wir uns so einigen könnten und er nicht seinen Anwalt einschalten muss. Ich denke er versucht hier einfach einen vorherigen Schaden auf mich abzuwälzen.
Wir sind dann dabei verblieben, dass er sein Motorrad zur Werkstatt bringt und er sich morgen bei mir meldet. Ich war wirklich etwas überrumpelt in dieser Situation und alles hat nur 5 Minuten gedauert.
Ich werde ihm aber Morgen sagen, dass ich für seinen Schaden nicht aufkomme, da imo keine Haftpflicht meinerseits vorliegt.
Mein Fahrrad war ja ganz normal abgestellt.
Es kann ja jeder daher kommen und meinen ich hätte ihm einen Schaden verursacht. Außerdem kann das Fahrrad ja auch von irgendjemandem umgeschmissen worden sein, was wiederum nicht mein Fehler wäre. Er soll mir erst mal beweisen, dass sein Schaden auf einen Fehler meinerseits zurückzuführen ist. Das kann er glaube ich nicht.
Das zweite Problem ist nämlich, dass nicht weiß, ob ich überhaupt eine Haftpflichtversicherung habe. Bin Student und mein Dad hat eine, aber k.A. ob ich da überhaupt drin bin, da ich z.Z. bei meiner Mutter lebe. In dem Fall wäre es natürlich teuer. Aber wie gesagt, ich bin mir keiner Schuld bewusst und werde ihm dies auch mitteilen. Wenn er dann tatsächlich seinen Anwalt einschalten will wäre ich bereit mich drauf einzulassen.
Was meint ihr, habe ich hier irgendetwas falsch gemacht und wie sollte ich mich jetzt verhalten?