Stephan Harbort beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Serienmorden und hat alle in Deutschland bekannten Fälle von 1945 bis 2000 statistisch erfasst. Demnach lassen sich, obwohl jeder Mörder für sich steht, einige gemeinsame Merkmale feststellen: Drei von vier Tätern sind männliche Deutsche, zwischen 18 und 39 Jahren alt, ledig oder geschieden, kinderlos und unterdurchschnittlich oder durchschnittlich intelligent. Die meisten haben nur einen Sonder- oder Hauptschulabschluss, arbeiten als Handwerker oder sind arbeitslos. Sie gelten als soziale Außenseiter und sind vorbestraft oder polizeibekannt. Allerdings gibt Harbort zu bedenken, dass dieses Täterprofil in der Regel auch auf Einfachmörder zutrifft. Diese unterscheide aber vom Serienmörder die Persönlichkeitsstruktur und das Motiv.Fast alle Serienmörder haben eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung. Sie sind emotional labil, verantwortungslos, egozentrisch und leiden unter Minderwertigkeitsgefühlen. Viele waren als Kind selbst Opfer von emotionaler Kälte, Gewalt oder Missbrauch und haben diese Erlebnisse nie verarbeiten können. Allerdings entwickelt sich nicht aus jedem traumatisierten Kind ein Serienmörder und nicht jeder Serienmörder hat ein Kindheitstrauma. Die Kette von Faktoren ist so individuell wie jeder Mensch auch. Gemeinsamkeiten ergeben sich aber bei der Frage, warum es nicht bei einem Mord bleibt. Laut Harbort werden die psychischen, sexuellen, emotionalen, finanziellen, sozialen oder anderen Probleme, die den Täter zum Mord treiben, durch die Tat nur vorübergehend gemildert. Grundsätzlich bleiben sie aber ungelöst und rufen deswegen einen neuen Mord hervor.
Glück gehabt
