Mal abgesehen von den behördlichen Schwierigkeiten in Deutschland lässt sich die Frage so nicht beantworten, weil es halt auch stark auf das Tiny House ankommt. Ich hab schon welche gesehen, die deutlich größer als meine Wohnungen waren. Natürlich lässt es sich auf 40qm leben, wenn man vorher 30 hatte.
Wenn man es schafft, sich jetzt irgendwo ein Tiny House hinzusetzen, mag das ja ganz nice sein wenn man ne tolle Stelle findet. Das Konzept lässt sich aber auch nicht durchsetzen, wenn jetzt jeder zweite so ein Ding haben will. Dafür sind sie dann, so "tiny" sie sind, zu platzintensiv wenn jetzt jeder Zweite aus der Platte in so ein Ding zieht. Vielleicht als Ferienwohnung nutzbar, aber wo ist da jetzt der Unterschied zur guten alten Hütte? Hauptwohnsitz ist bei einer Ferienwohnung ja eh woanders. Es ist halt moderner und schöner, kostet aber auch mehr.
Den grundsätzlichen Trend zur Reduktion finde ich hingegen sehr gut, allein aus ökologischen Gründen. Ich lebe selbst sehr minimalistisch, ich habe eine 30qm Wohnung, in der sogar noch eine Ecke ungenutzt ist aber ich weiß einfach nicht, was ich mir dahinstellen soll. Ich habe hier Küche, Bad, Arbeitsplatz, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Home Gym, einen uneinsehbaren grünen Balkon und ich könnte mir noch ne Staffelei oder ne Hantelbank in die Ecke stellen.
Generell mag ich es, wenn man Möbel mit ein paar Handgriffen umfunktionieren kann. Ich habe zum Beispiel 4 billige Ikea Pax Tische, die ich je nach Bedarf zum Regal stapeln, auseinander- oder zusammenstellen kann. Sowas find ich clever, da hab ich mal Berichte über Mini-Wohnzellen irgendwo in München vor Jahren gesehen, die hatten dieses Prinzip maximal ausgereizt. Die waren auch deutlich kleiner als Tiny Houses.
Insgesamt halte ich Tiny Houses für einen Hipster-Trend. Bevor ich mir sowas hole hole ich mir einen Wohnanhänger.