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Tiny House: Tolle Reduktion aufs Wesentliche oder Stockholm-Syndrom bei Befürwortern?

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Santalino2
Beigetreten: 08.06.2007
BlackMember

Fand die Philosophie hinter Tiny House, auch als eine Art Gegenbewegung zum "Big-is-Better-Kapitalismus" ganz interessant. Bisher auch viel Positives gelesen (ok, manches davon war bestimmt auch Marketing von Herstellern...), nur jetzt zufällig mal über anderen Artikel gestolpert, Link, der mich zum Nachdenken angeregt hat.

Wie schätzt ihr Tiny Houses ein? Tolle Reduktion aufs Wesentliche, das naturverbundenes, freies und glückliches Leben ermöglicht oder ist das eine falsche Romantisierung durch fehlgeleiteten Wohnungsmarkt mit Folge dass Menschen für dortige Gewinnmaximierung in Sardinenbüchsen gepfercht werden und sich das dann schönreden?


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11 Antworten
extrapartner
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Das hängt davon ab, wie tiny das Haus ist. Manche Entwürfe minimieren einfach den Raum, das wirkt wie eine Knastzelle. Andere versuchen den Kompromiss zur Nutzenmaximierung ohne Wohnwertverlust. Das ist schon teilweise ansehnlich und auch ausreichend. Letztlich muss jeder entscheiden, warum er ein Haus haben möchte. Ich würde mir eher eine großzügige Aufteilung wünschen, weil das eher meiner Vorstellung von einem eigenen Haus entspricht. Nicht nur einfach eigene 4 Wände.


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andybandy008
Beigetreten: 23.02.2009
Elite Grinder

Ich find es cool. Man kann jetzt auch in den Dingern urlauben. Werd ich mal testen. :)


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Heinz021
Beigetreten: 27.09.2007
BlackMember

Wenn man das Thema weiter treibt, landet man bei Van-Life, mittlerweile sehr verbreitet in den USA.
Da findet man auch zahlreiche Vlogs wo hübsche Instagram Models erzählen wie frei sie doch wären und wie toll das doch ist.
Sucht man ein wenig weiter, findet man ehrlichere Berichte, wo der Average-Joe zugibt trotz Vollzeitjob so hausen zu müssen und aufzeigt, dass das eigentlich hart suckt (Winter, Hygiene, Sicherheit).
--> es wird hier stark romantisiert!

Das wird wohl auch auf die Tiny-Houses zutreffen, wenn auch in geringerem Maße.
Dennoch kann der Lebensstil für manche besser passen, als ihr Leben lang ein Haus/Wohnung für 500k abzuknechten. Aber der heilige Gral wird ein Tiny-House auch nicht sein, der deutsche Winter und die lokalen Behörden vermiesen den Lifestyle sicher ordentlich.


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Mal abgesehen von den behördlichen Schwierigkeiten in Deutschland lässt sich die Frage so nicht beantworten, weil es halt auch stark auf das Tiny House ankommt. Ich hab schon welche gesehen, die deutlich größer als meine Wohnungen waren. Natürlich lässt es sich auf 40qm leben, wenn man vorher 30 hatte.
Wenn man es schafft, sich jetzt irgendwo ein Tiny House hinzusetzen, mag das ja ganz nice sein wenn man ne tolle Stelle findet. Das Konzept lässt sich aber auch nicht durchsetzen, wenn jetzt jeder zweite so ein Ding haben will. Dafür sind sie dann, so "tiny" sie sind, zu platzintensiv wenn jetzt jeder Zweite aus der Platte in so ein Ding zieht. Vielleicht als Ferienwohnung nutzbar, aber wo ist da jetzt der Unterschied zur guten alten Hütte? Hauptwohnsitz ist bei einer Ferienwohnung ja eh woanders. Es ist halt moderner und schöner, kostet aber auch mehr.

Den grundsätzlichen Trend zur Reduktion finde ich hingegen sehr gut, allein aus ökologischen Gründen. Ich lebe selbst sehr minimalistisch, ich habe eine 30qm Wohnung, in der sogar noch eine Ecke ungenutzt ist aber ich weiß einfach nicht, was ich mir dahinstellen soll. Ich habe hier Küche, Bad, Arbeitsplatz, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Home Gym, einen uneinsehbaren grünen Balkon und ich könnte mir noch ne Staffelei oder ne Hantelbank in die Ecke stellen.

Generell mag ich es, wenn man Möbel mit ein paar Handgriffen umfunktionieren kann. Ich habe zum Beispiel 4 billige Ikea Pax Tische, die ich je nach Bedarf zum Regal stapeln, auseinander- oder zusammenstellen kann. Sowas find ich clever, da hab ich mal Berichte über Mini-Wohnzellen irgendwo in München vor Jahren gesehen, die hatten dieses Prinzip maximal ausgereizt. Die waren auch deutlich kleiner als Tiny Houses.

Insgesamt halte ich Tiny Houses für einen Hipster-Trend. Bevor ich mir sowas hole hole ich mir einen Wohnanhänger.


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Gibt es irgendeine Definition für "Tiny House"?

Wenn ich z.B. zwischen einer 30qm Wohnung in einem großen Wohnkomplex und einem alleinstehenden 30qm großen Haus wählen müsste mit toller Aussicht/Natur, dann würde ich das "Tiny Haus" wählen. Ich finde es auch eher unangenehm, wenn das Haus zu groß ist. Ich will als Einzelperson keine 250qm + Garten sauber halten. Gut angeordnet bekommt man in 30 bis 50qm schon einiges rein und hat auch alles was man braucht.

Das ändert sich natürlich mit Familie und Kindern. Pro Kind ein Kinderzimmer finde ich schon sehr sinnvoll. Auf der anderen Seite hocken häufig auf der Welt Familien mit vielen Kindern in einem einzigen Raum. Hier beschweren wir uns dann über eine gratis 30qm Wohnung. Am Ende ist es ziemlich individuell.

Ein Tiny House kann gut sein, kann aber auch schlecht sein.

Das ist schlecht:

Das könnte ich mir schon sehr gut vorstellen:

Leider wird es wohl eher Richtung 1 laufen und Richtung 2 ist eher ein günstiges Aussteigerleben oder eben ein ruhiger Urlaub.


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StoniMahoni77
Beigetreten: 17.03.2008
Oldschool Grinder

Also das ist defintiv kein tiny Haus mehr
Selbst 30 halte ich bei dem Begriff schon für groß
Denke dabei an 12-18m^2
Und das ist halt schon sehr klein auf Dauer


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DoktorBet
Beigetreten: 03.09.2006
Oldschool Grinder

Fand die Idee auch schon immer geil seit ich davon das erste Mal gelesen habe.
Aber 12-18m² wären mir auf Dauer wohl auch zu klein.
Ich stelle mir aber gerade ein kleines Häuschen vor, ca. 30-35 m² Wohnfläche, auf 2 Etagen, mit einem kleinen Balkon oben, sodass man unten vor der Eingangstür auch ein bisschen überdachten Bereich hat. Das Ganze dann vielleicht auf einem 60-80m² Grundstück... klingt nach einem soliden Plan
Wäre dann also ein bisschen wie ein Schrebergarten, nur quasi mit ordentlicher / gehobener Wohnausstattung und als Dauerwohnsitz.
Fände es auch ökologisch recht sinnvoll, da man sich auf dem Grundstück Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf anpflanzen könnte.

@Invidious
Welche behördlichen Schwierigkeiten in D meinst du?


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xn321
Beigetreten: 13.01.2008
PokerStrategist

Original von AyCaramba44

Das ist schlecht:

Das könnte ich mir schon sehr gut vorstellen:


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Fantomas741
Beigetreten: 13.08.2006
PokerStrategist

Ich hab ne weile inner 2 Zi. Whg gewohnt dann jetzt aktuell in 4 Zi. Whg (von Eltern) und dann auch für mich festgestellt das ich eh nur 2 Zi. nutze nämlich Schlaf/Wohnzimmer + natürlich Bad/Küche. (die Restlichen Räume sind abstellkammern ).

Mir jetzt mal 1Zi. Whg. angesehen Schlaf/Wohnzimmer zu kombinieren könnte ich mir noch gut vorstellen aber bräuchte schon ne Küche (nich diese Kochnischen ohne Herd) und nen anständiges Bad mit Wanne (da ich ab und zu auch gerne mal ein Bad nehme) nur eine Nasszelle wär mir zu wenig.


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Heinz021
Beigetreten: 27.09.2007
BlackMember

Man vergisst bei "bin damals als Student auf 15qm auch super klar gekommen, mehr braucht man nicht" gerne mal Räume, die es im TinyHouse kaum gibt.
- Wäsche waschen und aufhängen?
- Nasse Schuhe und Jacken im Winter? Ein Eingangsbereich/Vorraum mit Platz ist da sehr angenehm, im TinyHouse ist man nach der Haustür quasi schon fast im Wohnzimmer.
- Fahrrad im Schuppen/Garage/Keller
- ...


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topspit
Beigetreten: 07.02.2008
Oldschool Grinder

Hab erst vor paar Wochen zu dem Thema zwei Dokus gesehen:

Für mich ist es nix. Finde es aber bemerkenswert und auch glaubwürdig dass da manche mit auskommen und glücklich sind.

Viel Spaß bei den Dokus. Sind auch ein paar „Sozialromantiker“ wo man genau weiß dass die früher oder später auf dem „Boden der Tatsachen“ landen...

@Heinz:

Dann knalltst dir einfach noch ein zweites TinyHaus hin. Notfalls nochmal zwei Stück aufs „Dach“. So einfach ist das :-)


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