Fand es ganz interessant, wobei mir Assange ein wenig zu negativ dargestellt wurde.
Natürlich wird was dran sein, dass er ziemlich egozentrisch und auch ein wenig besitzergreifend ist und so langsam auch aufpassen muss, dass er eine gewisse Struktur und Ordnung reinbringt (und es sich auch nicht mit zu vielen Leuten verscherzt), allerdings kann man bei solchen Projekten auch nicht nach einem unternehmensüblichen Schema verfahren. In Deutschland wird gerne alles tot-diskutiert,... maximale Beschlussdynamik bei minimaler Umsetzungsdynamik,... jedoch muss bei solchen Projekten wie Wikileaks das erste Medien-Interesse entsprechend genutzt werden, damit zumindest anfangs eine entsprechende Aufmerksamkeit generiert wird, auch wenn dann einige (wichtige) Sachen vorerst zu kurz kommen.
In gewisser Weise ist dieser Medien Rummel um ihn auch ein wenig Selbstschutz. Würde er jetzt auf einmal von der Bildfläche verschwinden, würde das auffallen. Hätte er diesen Medien Rummel nicht kreiert, würde auch kein Hahn nach ihm krähen. Es gibt ettliche Internetseiten, die Missstände in dieser Welt aufdecken, aber nur eine kleine Hand voll Leute die davon wissen und sich dafür interessieren. Um sowas einer breiten Masse vor Augen zu führen, brauch es nun mal eine starke und etwas über-zielstrebige Schlüsselfigur, die das entsprechend vorantreibt.
Dieser Domscheit-berg (oder so ähnlich) ist anscheinend mit ein bisschen Internet-Fame zufrieden und verfolgt diese Ziele einfach zu sehr an Ideale geknüpft. Das Problem ist nur, dass das ein Kampf "David gegen Goliath" ist und die Gruppen, denen er damit ans Bein pinkelt einfach zu mächtig sind, solche Initiativen im Keim ersticken zu können. Dazukommt, dass ausgeprägte Strukturen, wie Domscheit es ja bei Wikileaks verlangt hat, einfach zu leicht zu unterwandern und zu infiltrieren sind, bzw. zu bremsen sind. Das Spiel mit der Zeit darf man nicht unterschätzen.