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Allgemeine Mark-Up Diskussion

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MilkFlip
Beigetreten: 03.10.2011

Original von Palmero92
wenn die MU's alle gleich fair angesetzt sind spielt es imo keine rolle. Verkauft er mehr von den Turnieren wo das MU unfairer als avg. ist, ist es ein Problem (z.b. wenn er die Turbos mit dem MU nicht beatet aber überdurchschnittlich viel von verkauft).

bedeutet, dass er bei jedem turnier gleich viel valuecuttet oder? thx :f_cool:


Antwort
Zitat
jukeboxheroo
Beigetreten: 31.01.2007

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Market_for_Lemons


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010

Original von quirrel77

Original von MilkFlip

Spoiler

Original von Palmero92
Erster Gedanke ist halt "wtf", aber:
Wären halt ~1070$ EV den er an einem Sonntag generieren müsste, damit das Staking BE für die Staker ist. Gibt genügend Leute die ähnliche schedules (evtl paar mehr HR drin, aber vom EV der Schedule her sollte sich nicht viel tun) mit nem Gesamtvolumen von 5k für ein 1,2 avg. MU verkaufen. Sind dann halt auch 1k EV der generiert werden muss für BE...

avg. MU entspricht afaik 1.25 bei ner 4255$ schedule - da keine Highroller und recht wenig Turbos drin sind ist es halt nicht wesentlich schlechter als der Rest der Angebote. Geht obv deutlich besser weg, wenn man einfach ein avg. MU nimmt, da einem dann solche MU's nicht so ins Auge stechen.

hab die beiden angebote mal verglichen. ist der staker diese Woche schlechter gestellt als letzte woche, weil er effektiv weniger % an den "valuebomben" hat und dafür mehr an den "tougheren" turnieren hat, oder kommt das longterm aufs gleiche raus, wenn er die markups beatet?

es ist immer die frage, um wieviel roi der staker post MU auf die angebotenen turniere noch hat
wenn alle MU's so gewählt wären, dass noch ein EV von 5% bei allen turnieren über bleibt, spielt es keine rolle ob mehr prozent am SM (1.55MU 60% roi) oder sunday rebuy(1.2MU 25% roi)

Original von MilkFlip

Original von Palmero92
wenn die MU's alle gleich fair angesetzt sind spielt es imo keine rolle. Verkauft er mehr von den Turnieren wo das MU unfairer als avg. ist, ist es ein Problem (z.b. wenn er die Turbos mit dem MU nicht beatet aber überdurchschnittlich viel von verkauft).

bedeutet, dass er bei jedem turnier gleich viel valuecuttet oder? thx :f_cool:

mit fair mein ich den gleichen valuecut, ja. Meine Aussage widerspricht aber quirrel's Aussage und ich hab keine Ahnung wer recht hat...


Antwort
Zitat
quirrel77
Beigetreten: 12.08.2007

Original von jukeboxheroo
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Market_for_Lemons

sehr passend _thumbsup:

@palmero bin mir auch unsicher, mir gefällt aber, dass du die möglichkeit, dass ich recht habe in betracht ziehst, obwohl du vermutlich der experte bist :megusta:

e: auch unsicher, ob wir uns überhaupt widersprechen


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010

@Horror: wäre schon recht intressant.

Keine Ahnung ob es hier genügend Interesse gibt, aber man kann es ja mal versuchen.

Stellt euch folgenden Stakee vor:

Seid 4 Jahren bei ps.de. Mit cg angefangen, auf mtsng's gewechselt und spielt seit 3 Jahren mtt's, (---> er hat weder besondere Stärken noch besondere Schwächen in speziellen Turnierphasen). Er hat 8k mtt's gespielt, 50$ avg. BI, 180k winnings (--->entspricht 45% ROI). Atm spielt er ein 90$ avg. BI. Er hat einen 110k Cash im SM, insgesamt 8 5-digit cashes (---> kein krasser Ausreisser dabei). Er grindet normalerweise zu Stoßzeiten max. 15 Tische parallel (---> kein besonders krasser multitabler, aber kann sich obv nicht 100% auf jeden Tisch focussen) und Dauer der Session ist nicht aussergewöhnlich (---> reggt Sonntags als erstes das WU, unter der Woche fängt er mit Big 22$ an). Wir wissen nichts konkretes über sein Spiel (Blog, Handanalysen, etc.).

So, so viel zu den Rahmenbedingungen und den Informationen, die man bei jedem anderen x-beliebigem Staking auch bekommt.

So, mich würd jetzt einfach interessieren, was ihr Hero für ROI's auf unten stehende Schedule gebt um ne kleine Sample sammeln. Ihr könnt mir eure Liste per Skype (Palmero92) schicken, ich bereite das ein bisschen auf und stelle die Daten dann hier zur Verfügung (nicht Anonym, geht nur drum, dass ihr euch nicht gegenseitig beeinflusst).

Profit:
- Man merkt ob man mit seinen ROI Einschätzungen höher/niedriger liegt als der Rest.
- Man kann feststellen, wie andere regs die ROI-Verteilung sehen (109er Turbo 20%, Bigger 109$ 40%, SM 60% oder doch eher 10%/50%/100% ROI?)
- Man kann anschließend über die Results diskutieren z.b. ob man so einem Spielertyp 20% auf Schedule xy zutrauen kann oder doch eher 40%.

Schedule unter der Woche:
Big 11$
Big 22$
Big 55$
Big 109$
Big 162$
Hot 16,50$
Hot 44$
Hot 55$
Hot 75$
18:45 54er Turbo KO
20:15 22er cubed
20:30 51er Hyper
20:45 215er Turbo
21:30 27er Turbo KO
22:30 109er cubed Turbo
Super Tuesday
23:15 109er Turbo
23:45 33er Quad
Party 50+$ (20:00)
Party 100$ (20:30)
Party 200$ (21:00)
888 109$ Tornado
888 55$ Monsoon
.fr Big 50€
.fr 100€ NoS/reg
.fr hot 30€
.fr 100 Hot 100€
FTP 109$ The Benjamin
FTP 162$ T-Rex
FTP 109$ Turbo Hundo

Schedule Sontags:

Kickoff
16:30 265er KO
Hotter 33$
WU
82er Hyper
Sunday Rebuy
Bigger 22$
54er Turbo KO
Bigger 109$
55er 2nd chance Turbo
Storm
Bigger 11$
Hotter 75$
20:30 51er Hyper
Sunday Million
20:45 215er Turbo
Bigger 55$
s500
bigger 162$
Sunday 2nd Chance
22:30 109er cubed Turbo
23:15 109er Turbo
Hotter 44$
Sunday Supersonic
Party Major
Party Highroller
109$ Party Turbo
Mega Deep
Mega Deep Turbo
Sunday Challenge
.fr NoS (100€ major)
.fr 300€ HR
.fr 100€ Turbo
.fr Hot 50€
.fr Sonic (75€)
FTP Brawl
FTP 109$ Big Ben
FTP Major
FTP 162$ T-Rex
FTP 109$ Multi-Hundo Turbo
Ongame Major

Ja, wenn ihr euch die Mühe machen wollt ROI's zu vergeben, dann schickt mir ne Liste in Skype zu und ich mach irgendwas draus ;) Macht obv nur Sinn wenn paar Leute mitmachen.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
HoRRoR
Beigetreten: 11.02.2005

nunja ich denke der ansatz dass jeder seine schätzung abgibt und man das ganze mittelt kommt zu keinem gutem result, da etliche verzerrungen drin enthalten sind

man sollte ggf die leute die antworten abgeben in 3 gruppen unterteilen
leute die hier verkaufen
leute die hier kaufen
eher neutrale leute

obv werden leute die hier verkaufen alles etwas höher angeben als leute die hier kaufen

leute die es selbst alles spielen überschätzen sich meist deutlich (das ist normal menschlich, wenn man 10 leute hier fragt wer der beste ist, sagen sicherlich 8 leute sie selbst...)

also ich würde vmtl den ansatz vorher noch irgendwie optimieren, da ich nicht denke, dass es so ein irgendwie verwendbares ergebnis gibt


Antwort
Zitat
Kraterspalter
Beigetreten: 12.06.2007

@horror trennen kann man das nachher ja immer noch. Erstmal schauen ob überhaupt genügend leute mitmachen.


Antwort
Zitat
quirrel77
Beigetreten: 12.08.2007

dabei :)
super aktion und mal schauen, was man später mit dem ergebnis anstellen kann


Antwort
Zitat
2pacnrw16
Beigetreten: 15.05.2006

bin in


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010

Original von quirrel77

Original von führtjukeboxheroo
httpist://de.wikipedia.org/wiki/The_Market_for_Lemons

sehr passend _thumbsup:

@palmero bin mir auch unsicher, mir gefällt aber, dass du die möglichkeit, dass ich recht habe in betracht ziehst, obwohl du vermutlich der experte bist :megusta:

e: auch unsicher, ob wir uns überhaupt widersprechen

ich glaube du hast recht - was mich zu folgender Überlegung führt. Dieses MU-Stakingmodell ist äußerst suboptimal. Gerade wenn für einzelne Turniere einzelne MU's und Shares vergeben werden.

Denke folgende Methode wäre deutlich einfacher und übersichtlicher:

Stakee gibt wie gewohnt seine schedule an, wv er pro Turnier verkaufen will, etc. Nur diesmal gibt er den expectet ROI an (im Fall dass er bislang der Meinung war faire MU's anzubieten halt MU*2). Jetzt werden einmal die BI's der verkauften shares zusammengezählt (meinetwegen 2k) und einmal die BI's zusammen mit dem expected ROI (meinetwegen 2,8k) verrechnet. Löst erstens obiges Problem da jetzt klar ist man hat nen ROI von 40% auf sein investment wenn man 1,0 MU zahlt und ausserdem kann der stakee jetzt ohne weiteres nen valuecut angeben den er will. Meinetwegen 3:1 (---> dann kosten die shares 2,6k und das ganze entspricht einem MU von 1,3).

Das würde die ganzen Modelle 1000mal leichter durchschaubar machen. Man muss sich nicht immer fragen "wendet er bei majors wo er wenig verkauft einen 1:1 valuecut an, sind die turbos BE, die hypers wo er viel verkauft -EV und die HR marginal +EV?" ---> ?(

sondern man kann einfach die expected ROI's anschauen und sagen "ok, wenn die ROI's so stimmen mach ich bei dem valuecut 200$ profit. Ich denke im SM hat er 20% mehr ROI (+40$), in dem HR hat er minus 10 ROI (-50$) und bei seinen 5 109er turbos überschätzt er sich um 6% (-30$). bleiben noch 160$ EV bei einem ROI von 160/2600=6,15% auf mein investment --> ich stake.

Variante 2 kann man im kopf überschlagen, bei Variante 1 müsste man erstmal ne Stunde mit excel rechnen und MU's vergeben.

fände das mega intressant was da für valuecuts durchgehen (und wie die ROI's geschätzt werden).

edit: man könnte sich sogar komplett von dem modell der MU's und ROI's lösen sondern man kann dann sagen "ich denke ich verdiene 60$ in diesem Turnier" was äußerst hilfreich bei re-entry und rebuy turnieren wäre. Die aktuelle Situation ist halt kompletter Schwachsinn gleiches MU auf jedes BI zu zahlen, sondern man sollte sich einen Betrag x dafür zahlen lassen mit einer gewissen Rebuy/Re-Entry-strategie ein Rebuyturnier zu spielen (rebuy bis lvl y, nur wenn fisch am Tisch und in bestimmten Posis) - und dieser Betrag ist unabhängig davon, wieviele BI's man tatsächlich braucht (das geht nicht mit MU, da das ja auf die BI's geschlagen wird.

so stell ich mir das vor (achtung Schleichwerbung): klick


Antwort
Zitat
geoelt
Beigetreten: 14.10.2009

Möchte hier auch nochmal was zum Festsetzten von MUs sagen...

Man geht ja davon aus, dass sich dieses wohl vom Expected ROI ableiten soll. Hier im Forum wird oft nach dem "fairen Valuecut" gesucht, bzw. darüber diskutiert. Finde einen festen Valuecuts einfach nicht fair oder sinnvoll sonder würde gerne einen anderen Approach andiskutieren, könnt ihr ja dann sagen was ihr davon haltet. Es geht dabei ausschließlich um die Frage wie der Value zwischen Stakern und Stakee aufgeteilt werden soll bzw. eine Grundlage für eine investitionstheoretisch sinnvolle Verteilung zu schaffen. Der Approach löst nicht das Problem, wie man zu einem Expected ROI kommen kann.

Warum ist ein fester Valuecut nicht sinnvoll?

Ich denke das Problem sieht man am besten anhand eines kleinen Beispiels. Nehmen wir die hypothetischen Spieler X und Y, die Shares für die Sunday Million verkaufen. X schlägt die Sunday Million mit 100% ROI, Y nur mit 10%. Wenn beide Spieler einen Valuecut von 3:1 verwenden würde das bedeuten, dass als MU 1,75 bzw 1,075 angesetzt wird.

Was bedeutet das nun für den Staker?

Bei Spieler X kann er erwarten für 1,75 eingesetzte Dollar im Schnitt 2 $ zu erhalten, was einer Verzinsung/einem StakerROI von 2/1,75=1,1428 bzw 14,28% entspricht.

Bei Spieler Y kann der Staker erwarten für 1,075 eingesetzte Dollar im Schnitt 1,1$ zu erhalten, somit ergibt sich hier eine Verzinsung von 1,1/1,075=1,023 bzw 2,32%.

Obwohl der Value von beiden Spielern gleich gecuttet wird erkennt man schnell, das der Erwartungsgewinn für den Staker bei X deutlich höher und somit attraktiver ist. Selbst wenn Spieler X beschließt das er sogar 4:1 valuecutten will (1,8 MU) würde das noch zu einer Verzinsung von 11,11% führen, was trotz "unfairerem Valuecut" noch immer deutlich attraktiver wäre also die 2,32% im "faireren Valuecut". Wen würdet ihr lieber staken, Spieler X mit einem 4:1 valuecut oder Spieler Y mit einem 3:1 valuecut?

Was ist für einen profitorientierten Staker wichtig?

Aus finanzmathematischer Sicht geht es für den Staker (wenn wir Transaktionskosten wie Zeitaufwand, ggf. Skrillgebühren oder ähnliches mal außen vor lassen) einzig um ein attraktives ROI / Varianz Verhältnis (Ich unterstelle mal grundsätzliche Risikoaversion, der Staker möchte die Varianz also bei gleichem ROI so gering wie möglich halten - das ist eine realsitische Annahme da es auf den absoluten Großteil der Investoren zutrifft). Wieviel % der Spieler an dem Deal mitschneidet ist aus investitionstheoretischer Sicht egal, die entscheidenden Größen sind einzig der StakerROI sowie die dafür getragene Varianz (wie wir oben gesehen haben ist der Deal mit X trotz schlechterem Valuecut attraktiver als der Deal mit Y)

Warum gesteht ein Spieler seinem Staker überhaupt Value zu und vor allem wie viel Value soll er ihm gerechtfertigterweise zugestehen?

Ein Spieler der zu einem MU verkauft das unter seinem ROI liegt (also ein für Staker zumindest marginal profitables Staking) tut dies, um Varianz zu veringern. Er gibt also Value auf, um Varianz loszuwerden. Der Staker wiederum ist gewillt, die Varianz zu übernehmen wenn er dafür im Gegenzug Value erhält. Da er risikoavers ist, fordert er mit zunehmender Varianz auch höheren Value. Wieviel zusätzlichen Value er für zusätzlich übernommene Varianz fordert hängt vom Grad seiner Risikoaversion ab und wird von Investor zu Investor unterschiedlich sein. In der Theorie sollte der StakerROI sich also proportional zur Varianz verhalten. Geringes Risiko, geringer EV ; hohes Risiko, hoher EV - recht intuitiv eigentlich. Wie beim Sparbuch und bei Aktien.

Wie könnte man das Ganze sinnvoll in ein Stakingmodell implementieren?

Mein Ansatz wäre folgender: Als Spieler der ich Anteile verkaufen möchte teile ich zunächst meine Turniere aufgrund der Teilnehmerzahl, Struktur, Gegnerskill,... in verschiedene Varianzgruppen auf. Zum Beispiel mache ich 3 Gruppen: lowvariance, midvariance und highvariance. Da potentielle Investoren ja risikoavers sind, muss ich als Spieler bereit sein den Investoren in highvariance Turnieren höheren Value abzugeben als in lowvariance Turnieren. Nun setzte ich als Spieler eine Zielverzinsung fest die ich dem Staker je nach Varianzklasse zugestehen möchte, zB. 4% für low, 8% für mid und 12% für high.
Je höher die Varianz eines Turniers, desto fehlerbehafteter wird meine ROI-Einschätzung in der Regel auch sein (auch deshalb ist es gut, dass der abgegebene Value bei größerer Varianz höher ist, da dieser ja für die Staker gleichsam einen "Puffer zur Unprofitabilität" darstellt.)
Als nächstes überlege ich mir, was ich in den einzelnen Turnieren für einen ROI habe. Nehmen wir Spieler X der sich für das Big30€ auf Stars.fr unter der Woche, das 22$ 1R 1A auf Stars.com und die Sunday Million staken lassen möchte. Das Big 30€ hat eine sehr gute Struktur, nicht allzuviele Runner und viele schwache Spieler. X ordnet das Turnier daher der lowvariance Gruppe zu. Er gibt sich auf das Feld einen ROI von 25%. Das 20$ 1R1A auf Stars.com um 20:15 hat auch eine sehr gute Struktur. Allerdings spielen hier auch immer ein paarhundert Leute mit, wovon einige Übersickos sind und viele zumindest recht gut spielen. X gibt sich einen ROI von 20% und ordnet das Turnier der mittleren Varianzgruppe zu. Die Sunday Million hat zwar ein durchschnittlich sehr weakes Teilnehmerfeld, allerdings ist die Struktur - gerade im Endgame - sehr turbo lastig und es spielen meist über 6000 Leute mit. X geht von einem ROI von 60% aus und ordnet das Turnier der high variance Gruppe zu.

Die MUs berechnen sich mit diesen Zahlen dann wie folgt:

Für das Big30€:
1,25/1,04 ~ MU 1,202 --> der Staker darf hier mit einem StakerROI von 4% rechnen.

Für das 20er 1R1A:
1,20/1,08 ~ MU 1,111 --> der Staker darf hier mit einem StakerROI von 8% rechnen.

Für die Million:
1,60/1,12 ~ MU 1,428--> der Staker darf hier mit einem StakerROI von 12% rechnen.

Die Anzahl der Varianzgruppen kann man natürlich beliebig verändern und könnte ja sogar theoretisch jedem Turnier eine individuelle Stakerzielverzinsung zuordnen - hier stellt sich einfach die Frage, ob der Mehrwert den Mehraufwand lohnt, sprich "wie fein man das Sieb sinnvollerweise stellen möchte".

Ich hoffe ich konnte meine Gedanken verständlich rüberbringen _cool:

Sämtliche Zahlen die ich hier verwendet habe dienen lediglich dazu meinen "Modellansatz" zu veranschaulichen. Bitte da sonst nichts hineinzuinterpretieren


Antwort
Zitat
yoshiscr
Beigetreten: 11.10.2010

Original von geoelt
Möchte hier auch nochmal was zum Festsetzten von MUs sagen...

Man geht ja davon aus, dass sich dieses wohl vom Expected ROI ableiten soll. Hier im Forum wird oft nach dem "fairen Valuecut" gesucht, bzw. darüber diskutiert. Finde einen festen Valuecuts einfach nicht fair oder sinnvoll sonder würde gerne einen anderen Approach andiskutieren, könnt ihr ja dann sagen was ihr davon haltet. Es geht dabei ausschließlich um die Frage wie der Value zwischen Stakern und Stakee aufgeteilt werden soll bzw. eine Grundlage für eine investitionstheoretisch sinnvolle Verteilung zu schaffen. Der Approach löst nicht das Problem, wie man zu einem Expected ROI kommen kann.

Warum ist ein fester Valuecut nicht sinnvoll?

Ich denke das Problem sieht man am besten anhand eines kleinen Beispiels. Nehmen wir die hypothetischen Spieler X und Y, die Shares für die Sunday Million verkaufen. X schlägt die Sunday Million mit 100% ROI, Y nur mit 10%. Wenn beide Spieler einen Valuecut von 3:1 verwenden würde das bedeuten, dass als MU 1,75 bzw 1,075 angesetzt wird.

Was bedeutet das nun für den Staker?

Bei Spieler X kann er erwarten für 1,75 eingesetzte Dollar im Schnitt 2 $ zu erhalten, was einer Verzinsung/einem StakerROI von 2/1,75=1,1428 bzw 14,28% entspricht.

Bei Spieler Y kann der Staker erwarten für 1,075 eingesetzte Dollar im Schnitt 1,1$ zu erhalten, somit ergibt sich hier eine Verzinsung von 1,1/1,075=1,023 bzw 2,32%.

Obwohl der Value von beiden Spielern gleich gecuttet wird erkennt man schnell, das der Erwartungsgewinn für den Staker bei X deutlich höher und somit attraktiver ist. Selbst wenn Spieler X beschließt das er sogar 4:1 valuecutten will (1,8 MU) würde das noch zu einer Verzinsung von 11,11% führen, was trotz "unfairerem Valuecut" noch immer deutlich attraktiver wäre also die 2,32% im "faireren Valuecut". Wen würdet ihr lieber staken, Spieler X mit einem 4:1 valuecut oder Spieler Y mit einem 3:1 valuecut?

Was ist für einen profitorientierten Staker wichtig?

Aus finanzmathematischer Sicht geht es für den Staker (wenn wir Transaktionskosten wie Zeitaufwand, ggf. Skrillgebühren oder ähnliches mal außen vor lassen) einzig um ein attraktives ROI / Varianz Verhältnis (Ich unterstelle mal grundsätzliche Risikoaversion, der Staker möchte die Varianz also bei gleichem ROI so gering wie möglich halten - das ist eine realsitische Annahme da es auf den absoluten Großteil der Investoren zutrifft). Wieviel % der Spieler an dem Deal mitschneidet ist aus investitionstheoretischer Sicht egal, die entscheidenden Größen sind einzig der StakerROI sowie die dafür getragene Varianz (wie wir oben gesehen haben ist der Deal mit X trotz schlechterem Valuecut attraktiver als der Deal mit Y)

Warum gesteht ein Spieler seinem Staker überhaupt Value zu und vor allem wie viel Value soll er ihm gerechtfertigterweise zugestehen?

Ein Spieler der zu einem MU verkauft das unter seinem ROI liegt (also ein für Staker zumindest marginal profitables Staking) tut dies, um Varianz zu veringern. Er gibt also Value auf, um Varianz loszuwerden. Der Staker wiederum ist gewillt, die Varianz zu übernehmen wenn er dafür im Gegenzug Value erhält. Da er risikoavers ist, fordert er mit zunehmender Varianz auch höheren Value. Wieviel zusätzlichen Value er für zusätzlich übernommene Varianz fordert hängt vom Grad seiner Risikoaversion ab und wird von Investor zu Investor unterschiedlich sein. In der Theorie sollte der StakerROI sich also proportional zur Varianz verhalten. Geringes Risiko, geringer EV ; hohes Risiko, hoher EV - recht intuitiv eigentlich. Wie beim Sparbuch und bei Aktien.

Wie könnte man das Ganze sinnvoll in ein Stakingmodell implementieren?

Mein Ansatz wäre folgender: Als Spieler der ich Anteile verkaufen möchte teile ich zunächst meine Turniere aufgrund der Teilnehmerzahl, Struktur, Gegnerskill,... in verschiedene Varianzgruppen auf. Zum Beispiel mache ich 3 Gruppen: lowvariance, midvariance und highvariance. Da potentielle Investoren ja risikoavers sind, muss ich als Spieler bereit sein den Investoren in highvariance Turnieren höheren Value abzugeben als in lowvariance Turnieren. Nun setzte ich als Spieler eine Zielverzinsung fest die ich dem Staker je nach Varianzklasse zugestehen möchte, zB. 4% für low, 8% für mid und 12% für high.
Je höher die Varianz eines Turniers, desto fehlerbehafteter wird diese Einschätzung in der Regel auch sein (auch deshalb ist es gut, dass der abgegebene Value bei größerer Varianz höher ist, da dieser ja für die Staker gleichsam einen "Puffer zur Unprofitabilität" darstellt.)
Als nächstes überlege ich mir, was ich in den einzelnen Turnieren für einen ROI habe. Nehmen wir Spieler X der sich für das Big30€ auf Stars.fr unter der Woche, das 22$ 1R 1A auf Stars.com und die Sunday Million staken lassen möchte. Das Big 30€ hat eine sehr gute Struktur, nicht allzuviele Runner und viele schwache Spieler. X ordnet das Turnier daher der lowvariance Gruppe zu. Er gibt sich auf das Feld einen ROI von 25%. Das 20$ 1R1A auf Stars.com um 20:15 hat auch eine sehr gute Struktur. Allerdings spielen hier auch immer ein paarhundert Leute mit, wovon einige Übersickos sind und viele zumindest recht gut spielen. X gibt sich einen ROI von 20% und ordnet das Turnier der mittleren Varianzgruppe zu. Die Sunday Million hat zwar ein durchschnittlich sehr weakes Teilnehmerfeld, allerdings ist die Struktur - gerade im Endgame - sehr turbo lastig und es spielen meist über 6000 Leute mit. X geht von einem ROI von 60% aus und ordnet das Turnier der high variance Gruppe zu.

Die MUs berechnen sich mit diesen Zahlen dann wie folgt:

Für das Big30€:
1,25/1,04 ~ MU 1,202 --> der Staker darf hier mit einem StakerROI von 4% rechnen.

Für das 20er 1R1A:
1,20/1,08 ~ MU 1,111 --> der Staker darf hier mit einem StakerROI von 8% rechnen.

Für die Million:
1,60/1,12 ~ MU 1,428--> der Staker darf hier mit einem StakerROI von 12% rechnen.

Die Anzahl der Varianzgruppen kann man natürlich beliebig verändern und könnte ja sogar theoretisch jedem Turnier eine individuelle Stakerzielverzinsung zuordnen - hier stellt sich einfach die Frage, ob der Mehrwert den Mehraufwand lohnt, sprich "wie fein man das Sieb sinnvollerweise stellen möchte".

Ich hoffe ich konnte meine Gedanken verständlich rüberbringen _cool:

Sämtliche Zahlen die ich hier verwendet habe dienen lediglich dazu meinen "Modellansatz" zu veranschaulichen. Bitte da sonst nichts hineinzuinterpretieren

starker thread
sehr starker post _thumbsup:


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010

Original von yoshiscr

Original von geoelt
...

sehr starker post _thumbsup:

#2


Antwort
Zitat
2pacnrw16
Beigetreten: 15.05.2006

die kategorisierung der einzelnen turniere kann man ja locker in einer projektarbeit bewerkstelligen.
zudem müsste man noch den fairen stakerroi erörtern. hier scheiden sich wohl die geister (staker/stakee )

was man noch beachten muss. was für hero lowvariance ist, ist für spieler x aus buxtehude highvariance da er nur 5 % roi hat im big 30. obv korreliert die varianz mit dem roi vom stakee.


Antwort
Zitat
cIassic23
Beigetreten: 14.08.2006

Ich spiele seit ca. 7 Jahren professionell Sportwetten. Aufgrund des täglichen umgangs mit Quoten über diesen Zeitraum meine ich daher ein recht gutes "Gespür" für Quoten(Wahrscheinlichkeiten) und damit verbundenem Value (zu hohe Quoten -> pos. ROI) zu haben.
Bei MTTs ist eine realistische ROI-Einschätzung extrem schwierig ohne größere Anhaltpunkte vorliegen zu haben.
Was für einen ROI erreichen welche Typen von Spielern auf das und das Daily/Weekly MTT? - kann man natürlich mal eine große DB anlegen mit Results um halbwegs realistische Anhaltspunkte zu erlangen (systematische Abweichung sollte man hier aber nicht unterschätzen!).
Eine realistische Errechnung ist hier aufgrund der Komplexität (wie groß ist jeweils bei einem so dynamischen System die Wahrscheinlichkeit von Spieler A den Betrag 1, 2, 3,...,x zu gewinnen) sehr schwierig (der realistischste Wert wird der von oom sein - am wichtigsten sind die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen vorderen Geldränge, aber ziemlich schwer abschätzbar) - umso unwahrscheinlicher ist eine realistische Einschätzung (höhere Abweichung!), selbst von sehr erfahrenen MTTlern.
Über- wie Unterschätzung sind daher vollkommen natürlich. Wobei die Überschätzung eines Stakees überwiegen wird - umso größer, wenn dieser mindestens einen größeren Cash gelandet hat.
Soviel im Allgemeinen zum Thema von mir.

@Palermo
dann will ich mal meine Meinung zu deinem angebotenen Paket direkt hier los werden.

Spoiler

Ohne selbst Erfahrung in Hyper-Turbos oder einem ST (einzige Anhaltspunkte zur "gefühlten" Abschätzung: GESAMT-ROIs von vielen Stakee-Graphen aus den Verkaufsthreads) zu haben würde ich bspw. aus dem Bauch heraus meinen, dass deine exp. ROIs hier deutlich zu hoch angesetzt sind - bei den Hypers wahrscheinlicher als beim ST.
4% exp. ROI für den Staker halte ich aufgrund der systematischen Abweichung bei dem Versuch einen realistische exp. ROIs anzusetzen für viel zu gering. Ein -EV-Geschäft ist für den Staker damit nicht sehr unwahrscheinlich.
Hier einen guten/fairen Lösungsansatz zu finden ist schwierig.
Ein Ansatz wäre bspw. statt dem exp. ROI den mindestens zu erwarteten ROI zu nehmen (also exp. ROI minus "vermeintlicher" Abweichung) - so steigt die Wahrscheinlichkeit sich mit seiner (über)Schätzung einen realistischen Wert anzunähern.

Werde dir auch mal meine überschlagenen ROI-Erwartungen für deine Liste zukommen lassen.
Auch wenn ich nicht erwarte, dass du dadurch, aufgrund viel zu geringer Sample, annährend realitische Werte bekommen wirst. Aber allein die Einschätzungen und Abweichungen im Einzelnen sind interessant.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010

hey, danke für deinen Posts!

Du meinst

dass deine exp. ROIs hier deutlich zu hoch angesetzt sind - bei den Hypers wahrscheinlicher als beim ST.

Es wundert mich, dass du gerade auf den Hyper-ROI zu sprechen kommst. Das ist gerade der, den ich mbMn am besten einschätzen kann. Wir müssen die Diskussion nicht auf Grundlage meines (Turbo-)Skills führen - da ist die Gefahr relativ hoch aufgrund verschiedener Annahmen total aneinander vorbei zu reden.

Folgende Frage: Wie siehst du die ROI-Verteilung in dem 51er Hyper-Turbo? Also man zahlt ja 2% rake, das heißt die ROI-Verteilung muss so aufgeteilt sein, dass im average mit -2% ROI gespielt wird. Das ganze ist ein geschlossenes System, für jeden Spieler, der mit weniger ROI spielt muss es einen Spieler geben, der diesen ROI "übernimmt" (im Gegensatz zu Sportwetten, wobei sich dort die Quoten ja auch nach Angebot und Nachfrage richten so weit ich weiss?).

Was glaubst du, wieviel prozent ROI die besten 5%/10%/25% des Teilnehmerfeldes in diesem Turnier haben? und analog: wie schlecht performen die schlechtesten 5%/10%/25% des Teilnehmerfeldes?

Diese Verteilung muss nicht symmetrisch sein, im Gegenteil. Ich denke die schlechtesten 10% der Teilnehmer werden deutlich höhere negativ ROI's haben als die besten 10% der Spieler postive ROI's haben (bzw. exakter formuliert: Die Differenz zu den -2% ist größer!).

mMn - die ich nur sehr schwer beweisen kann - ist das "ROI-Spektrum" auch in einem Hyper-Turbo breit genug gefächert, dass die top 10% der Spieler im avg. einen 10% ROI haben. Einen Anhaltspunkt bieten dafür die avg. Anzahl der gespielten Hände, die avg. Stacksize und v.a. die "Tatsache", dass toughe Highstake's 6-max Hypersng's mit 3% Rake von den Besten geschlagen werden. Dass man in einem solchen Hyper-Turbo-Turnier im avg. deutlich mehr Hände spielt und das Teilnehmerfeld deutlich weniger Ahnung als der average spieler in einem 6-max sng hat, ist eigentlich die Basis meiner Argumentationsline.

was die 4% StakerROI angeht - ja, das ist verdammt wenig - und wie auch im Verkaufsthread geschrieben habe, kann ich halt im Grunde nicht für die Profitabilität des Stakings garantieren. Es wird imo aber nur dann ein Problem, wenn die ROI's systematisch überschätzt werden (was gut sein kann). Ein Problem ist es nicht, wenn 10% der Stakings unprofitabel werden aufgrund der Ungenauigkeit der Schätzungen. Genauso könnte der ROI ja unterschätzt werden und das Staking ist profitabler als gedacht. So kommt nur noch eine extra Varianz-Komponente als Staker rein, aber am overall EV ändert sich nichts.

Man muss auch immer sehen, auf was für Angebote man 4% Staker ROI bekommt. Auf dieses Package habe ich 20% ROI. Das ist verhältnismäßig wenig und lässt sich deswegen imo relativ exakt einschätzen. Würde ich ein Package verkaufen wo nur Majors drin sind und ich einen exp. ROI von 70% erwarte - dann wäre es tatsächlich ein Problem zu einem avg. MU von 1,63 zu verkaufen, weil dann das Angebot vermutlich zu >30% -EV ist. Bei obigem Angebot würde ich die Wahrscheinlichkeit auf <5% schätzen. In einem Major kann man sich schonmal um 10% ROI verschätzen - bei solche einer Wochentags-Schedule macht das ja fast in der Hälfte der Turniere den Unterschied zwischen solidemr winning-reg und einem BE-grinder aus.


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Das Ganze könnt ihr ja dann die "palmerische Tabelle/Palmero-Tabelle" nennen.


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Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010

:f_love: der Traum eines jeden Mathematikers wird wahr :)


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moosaller
Beigetreten: 26.07.2010

hi,
ich hatte grad eine diskussion über progressive super kos. das thema wurde hier ja auch schon kurz angesprochen.
ist es nicht so, dass der roi gedrückt wird, dadurch dass man auch sehr dünne calls wg der bounties mitnehmen muss im vgl zu normalen fos? was ich meine ist, dass man als größerer stack ja etwas weniger equity braucht, um zu shoven/callen, wenn eine bounty auf dem spiel steht und dadurch die ranges allgemein etwas looser sein sollten (besonders im lategame, wo ja ein großteil des rois generiert wird). gut möglich dass hier ein denkfehler meinerseits vorliegt ;) würde aber gern mal die einschätzung eines guten regs dazu hören.

€ danke


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