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[Geschlossen] Ansehen: Fachhochschule vs. Universität

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belze
Beigetreten: 27.05.2005
Elite Grinder

Irgendwie wird immer vergessen dass das Verstehen und Nachvollziehen von Beweisen nicht unbedingt dazu da ist nach mehreren Jahren genau diesen Beweis auch noch wiedergeben zu können, sondern vielmehr zu lernen, wie so etwas geht und die eigene Abstraktionsfähigkeit zu schulen. Ich bin kurz vorm Abschluss und weiß nichts mehr aus den ersten paar Semestern, ich habe aber gelernt mir dieses Wissen anzueignen und könnte es zur Not wieder tun.

Mit nem Unistudium beweist man eben nicht nur Fachkompetenz, sondern auch so schlecht messbare Dinge wie Belastbarkeit, Stresstoleranz usw. Und letztendlich wird der Beruf ja in vielen Fällen doch ganz anders aussehen und mit den im Studium vermittelten Inhalten nur noch rudimentär zusammenhängen. Man denke an viele Ingenieure im lower/middle Management oder im Vertrieb.


PHCruiser
Beigetreten: 02.06.2006
Oldschool Grinder

Original von NYCityboy
Ich habe nie behauptet, dass Uni-Studenten klüger sind...Lediglich dass das Niveau höher ist. Das ist nun mal Fakt. Dass sich keiner darauf etwas einbilden sollte, ist klar, aber in der Hinsicht sollten die Leute an FHs vielleicht ehrlicher zu sich sein. Ich habe ehrlich gesagt noch nie von FH-Studenten gehört, die an die Uni gewechselt ist und dort übermäßig Erfolg hatten ( es gab an unserer Uni im ersten Masterstudiengang einige FH-Absolventen, die gnadenlos gescheitert sind), allerdings massig Uni-Leute, die nach dem Bachelor keinen Bock mehr auf das Studium an der Uni hatten und überdurchschnittlich gute Ergebnisse an FH-s erzielt haben. Ob das was zu bedeuten hat, sei dahin gestellt, aber eine Aussagekraft hat diese Beobachtung für mich schon.
...

Bei den Erfindungen widersprichst du dir...Entweder du meinst die nicht vorhandene oder unbedeutende Forschung an Fachhochschulen oder du meinst die Erfindungen in der Berufswelt, die dann aber eher von den Uni-Ingenieuren kommen als von den FH-Ingenieuren. Zumindest kenne ich keine nennenswerte Forschungsabteilung, die mit überdurchschnittlich vielen FH-Absolventen besetzt ist. Das macht ja auch keinen Sinn, da diese ihre Fähigkeiten eher bei den anwendungsbezogenen Aufgaben einsetzen können.

anmerkungen:
- ich würde fast behaupten, dass uni-studenten im schnitt (!) klüger sind. zumindest was bildung, weltanschauung und die (meist von zu hause gewohnte) denkweise angeht...
- es gibt gute fh-studenten, die auch an unis erfolg haben. gibt auch fh-absolventen, die promovieren. sehr wenige, aber die gibt es. genause gibt es sehr erfolgreiche manager mit fh-abschluss. rupert stadler ist das prominenteste beispiel. natürlich sind die uni-absolventen in der mehrheit. soll heißen, wer fähig ist, kann sich überall durchsetzen.
- der zweite zitierte absatz ist richtig, mit ausnahme des ersten satzes. die anwendungsbezogene forschung an fachhochschulen ist für die deutsche industrie nicht unbedeutend. das wäre ja fast schon so, als würde man behaupten, der mittelstand in deutschland ist unbedeutend. die beste grundlagenforschung kommt natürlich von den forschungsinstituten, die klassischer und korrekterweise mit uni-absolventen besetzt sind.

(darüber hinaus behaupte ich, wer keine softskills hat, kriegt sie auch nicht mehr. auch nicht durch ein trainee-programm. natürlich überspitzt gesagt.)

@belze: die schwer meßbaren faktoren beweißt ein studium jeder art, sofern die ergebnisse gut sind


FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von belze
Irgendwie wird immer vergessen dass das Verstehen und Nachvollziehen von Beweisen nicht unbedingt dazu da ist nach mehreren Jahren genau diesen Beweis auch noch wiedergeben zu können, sondern vielmehr zu lernen, wie so etwas geht und die eigene Abstraktionsfähigkeit zu schulen. Ich bin kurz vorm Abschluss und weiß nichts mehr aus den ersten paar Semestern, ich habe aber gelernt mir dieses Wissen anzueignen und könnte es zur Not wieder tun.

Mit nem Unistudium beweist man eben nicht nur Fachkompetenz, sondern auch so schlecht messbare Dinge wie Belastbarkeit, Stresstoleranz usw. Und letztendlich wird der Beruf ja in vielen Fällen doch ganz anders aussehen und mit den im Studium vermittelten Inhalten nur noch rudimentär zusammenhängen. Man denke an viele Ingenieure im lower/middle Management oder im Vertrieb.

Jo und das kann man an ner FH dann anschließend nicht? Der Stress und die Belastbarkeit sind ähnlich hoch.

@NYCityboy:
Ich hab das vllt nicht klar genug differenziert, es gibt einmal die wissenschaftliche Forschung, da sind die Uniabsolventen im Vorteil. Aber das, was letztendlich die Wirtschaft massiv stützt sind die "Erfindungen", die Patentwürdig sind. Und da sind FH- Ingenieure ähnlich erfolgreich wie Uni-absolventen, teils auch erfolgreicher, weil mehr FH-Ingenieure in dem Bereich tätig sind(Konstruktion und Entwicklung).

@PHCruiser:
Klar, im Schnitt dürften die intellektuellen Fähigkeiten an Unis höher sein. Das hat aber erstmal gar nichts mit den Fähigkeiten und Anforderungen der Professoren zu tun.


Roxi1983
Beigetreten: 08.01.2009
Poker Player

an der uni erhält ein prof seine lehrbefugnis nur über eine habil. an der fh ist das nicht voraussetzung und dementsprechend haben auch viele "profs" an der fh nicht habilitiert. allein darin liegt ein massiver qualitätsunterschied im lehrpersonal und somit auch in der ausbildung.


FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von Roxi1983
an der uni erhält ein prof seine lehrbefugnis nur über eine habil. an der fh ist das nicht voraussetzung und dementsprechend haben auch viele "profs" an der fh nicht habilitiert. allein darin liegt ein massiver qualitätsunterschied im lehrpersonal und somit auch in der ausbildung.

Eine Voraussetzung zur Berufung als Universitätsprofessor war, je nach Bundesland, bis 2003 beziehungsweise 2005 in der Regel die Habilitation oder eine gleichwertige herausragende wissenschaftliche Leistung, die durch eine Promotion und eine berufliche Tätigkeit erbracht wurde. Seit 2005 war grundsätzlich die Juniorprofessur anstelle der Habilitation Voraussetzung, die Möglichkeit wissenschaftliche Leistungen durch die Berufserfahrung zu erbringen bestand aber weiter. Heute (2007) sind beide Möglichkeiten de facto gleichwertige Zugänge zu Universitätsprofessuren, dies differiert jedoch je nach Fach und auch je nach der einzelnen berufenden Fakultät teils erheblich. In den Ingenieurwissenschaften kann ähnlich wie an Fachhochschulen praktische Erfahrung in der Industrie einen höheren Stellenwert haben als die Habilitation.

Für die Berufung an Fachhochschulen werden dagegen in der Regel die Promotion und eine mindestens fünfjährige Berufspraxis (davon drei Jahre außerhalb einer Hochschule) sowie besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erwartet. Meist werden auch Erfahrungen in der Lehre vorausgesetzt. Private (Fach-)Hochschulen setzen ebenfalls berufspraktische Erfahrung in der Wirtschaft für die Aufnahme einer Lehrtätigkeit voraus; hier können auch Nicht-Promovierte einen Professorentitel führen.

Copy & Paste von Wikipedia.

Gibt also keinen "Qualitätsunterschied" nur durch die Habilitation.

Allerdings bezieh ich mich auf Ingenieurswissenschaften, für andere Studiengänge mag die Habil. durchaus sehr stark für die Qualität der Professoren sprechen;-)


Roxi1983
Beigetreten: 08.01.2009
Poker Player

Die Habilitation ist die höchstrangige Hochschulprüfung in Deutschland, Österreich, der Schweiz und einigen osteuropäischen Ländern, mit der im Rahmen eines akademischen Prüfungsverfahrens die Lehrbefähigung (facultas docendi) in einem wissenschaftlichen Fach festgestellt wird. Die Anerkennung der Lehrbefähigung bildet die Voraussetzung für die zusätzliche Erteilung der Lehrerlaubnis oder Lehrbefugnis (venia legendi), die im Unterschied zur Lehrbefähigung an die Einhaltung regelmäßiger Lehrverpflichtungen gebunden ist. Mit der Habilitation soll geprüft werden, ob der Wissenschaftler sein Fach in voller Breite in Forschung und Lehre vertreten kann. Die Habilitation ist kein akademischer Grad.


Ich bin Werkstudent bei einer Personalberatung.
In WP-Beratungen im Bereich Taxes sind in der Hierarchiestufe ab den Senior Managern fast auschließlich FH- Absolventen.


HeinekenMD
Beigetreten: 27.02.2007
Elite Grinder

fh-absolventen sind obv die besseren berater :rolleyes: olol


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