Eigentlich sollte ich als Freiburger darüber traurig sein, aber wenn man ehrlich ist: Als Student merkt man NULL von dem zusätzlichen Geld. Wahrscheinlicher ist, das ich ab sofort aber das fehlende Geld bemerken werde ...
Habt ihr Erfahrungen, bzw. positive Entwicklungen durch diese "Initiative" gemacht, oder ist sie politischer Schwachsinn?
Ich arbeite am KIT (Karlsruhe) und die Initiative hat halt 3 Doktorandenstellen in unserer Gruppe gestellt + geile Forschungseinrichtungen. Das fällt jetzt alles weg
Ich denke, das größte Problem ist der Imageverlust. Das Siegel dürfte vor allem gute Leute angezogen haben, die bewusst nach Elite-Unis gesucht haben. Da gehen dann halt eventuell sehr gute Leute in der Forschung verloren.
Vom Geld her ist es natürlich schade, aber zumindest einzelne Gruppen dürften das nicht viel mehr merken als den Wegfall jedes anderen Projekts auch. Nominell ist es zwar viel Kohle, aber die wird ja für gewöhnlich zwischen zig Gruppen aufgeteilt. Großprojekte, die davon finanziert wurden, laufen ja (zumindest in der Theorie... ;)) noch weiter. Zumindest musste meines Wissens jede Uni n Konzept vorlegen, wie die durch die Exzellenzinitiative gebildeten Infrastrukturen auch nach eventuellem Auslaufen der Förderung weiterlaufen. Was für ein Bullshit da reingeschrieben wird, damit man das Geld erst mal kriegt, ist mir aber auch klar...
Tja, ehrlich wenn man das mal hinterfragt, ist das kulturelle der größte Schwachsinn. Ist doch nichts anders als ein großes Sparprogramm, aber eben so aufgezogen, dass die breite Masse es als Auszeichnung der Unis sieht.
Naja, bin mal gespannt was uns der "Elite"-Status in Bremen nun bringt.
Den Studenten bringen diese Fördergelder halt nichts.
Ist ja nicht so, als ob die Unis sagen würden "hey, jetzt bekommen wir zusätzliche Gelder für die Forschung, jetzt renovieren wir dafür mal wieder Gebäude xy", sondern die Gelder werden halt zusätzlich in die Forschung investiert aber nix dafür rausgerückt.
Tja, da verbrennt man viel Geld bei der Euro-Rettung und könnte damit die Forschung in Deutschland über Jahrzehnte hinaus fördern und aufrechterhalten, was ja im Grunde genommen der einzige Grund ist, warum nicht schon längst alle nach China/Indien oder sonstwo ausgewandert sind -.-
Naja, also die Studenten profitieren schon auch, Stichwort Bachelor/Masterarbeit. Bei uns wurde halt mal eben so ein Laser für ne Million gekauft an dem dann auch diverse Diplomanden/Master sitzen. Denke nicht, dass sowas ohne die Exzellenz-Initiative möglich gewesen wäre.
Aber die hätten sicher auch ohne den Laser Diplomarbeiten gekriegt...
Klar ist es cool, an sündhaft teurem Gerät Forschung betreiben zu können, und so ne Arbeit macht dann auch etwas mehr her. Aber es geht eben auch ohne, dann besteht die Arbeit halt daraus, so nen Laser aufzubauen. Ich bin der letzte, der sagen würde, die Forschung braucht kein Geld. Aber die Exzellenzinitiative ist nicht unbedingt die beste Art, das Geld zu verteilen...
Btw ist der Laser genau so ein Punkt wie ich meinte: Auch wenn ihr keine Elite-Uni mehr seid, den Laser habt ihr ja immer noch... Und nen zweiten hättet ihr eher nicht gekauft, oder?
(N bissl neugierig wär ich aber doch... Was is es denn für einer, und was macht ihr damit? Wenn du das nicht öffentlich posten willst gern auch per PN. :))
Man sollte nicht vergessen, dass Forschungsgelder nicht nur 1 Mio. teure Laser sind, sondern häufig auch einfach Stellen. Das merkt man als Student schon indirekt, denn weniger Stellen = weniger Lehre. Allerdings ist der Anteil an Stellen, der jetzt wegfällt, wohl eher vergleichsweise gering. Zumindest in Freiburg gibt es ja auch einen neuen Exzellenzcluster.
Original von sarc
Aber die hätten sicher auch ohne den Laser Diplomarbeiten gekriegt...Klar ist es cool, an sündhaft teurem Gerät Forschung betreiben zu können, und so ne Arbeit macht dann auch etwas mehr her. Aber es geht eben auch ohne, dann besteht die Arbeit halt daraus, so nen Laser aufzubauen. Ich bin der letzte, der sagen würde, die Forschung braucht kein Geld. Aber die Exzellenzinitiative ist nicht unbedingt die beste Art, das Geld zu verteilen...
da hast du recht.
Original von sarc
Btw ist der Laser genau so ein Punkt wie ich meinte: Auch wenn ihr keine Elite-Uni mehr seid, den Laser habt ihr ja immer noch... Und nen zweiten hättet ihr eher nicht gekauft, oder?(N bissl neugierig wär ich aber doch... Was is es denn für einer, und was macht ihr damit? Wenn du das nicht öffentlich posten willst gern auch per PN. :))
das stimmt schon, den haben wir noch, aber in 2 Jahren wenn die Finanzierung ausläuft leider weniger Stellen für Leute, die daran sitzen und arbeiten. Dann steht das Ding halt rum und lasert so vor sich hin ;). Und dadurch auch eine weitere Auswirkung für die Studenten wie MisterJ schon gesagt hat: Weniger Leute, die sie bei ihrer Arbeit betreuen können.
Ist btw ein MaiTai (
) TiSa Laser, wird für Fluoreszenzmikroskopie genutzt.
Da ich WiInfo studiere, kann ich mit irgendwelchen Lasern halt herzlich wenig anfangen ♦
war eigentlich auch nicht meine absicht den thread jetzt aufs thema laser zu bringen, das sollte nur ein anschauliches beispiel sein ♦
(btw sollte jeder einen laser haben)
Original von hornyy
Ich arbeite am KIT (Karlsruhe) und die Initiative hat halt 3 Doktorandenstellen in unserer Gruppe gestellt + geile Forschungseinrichtungen. Das fällt jetzt alles weg![]()
In welchem Bereich bist du aktiv/was genau machst du dort?
Man sollte nicht vergessen, dass Forschungsgelder nicht nur 1 Mio. teure Laser sind, sondern häufig auch einfach Stellen. Das merkt man als Student schon indirekt, denn weniger Stellen = weniger Lehre.
Das stimmt natürlich, aber dann muss man auch Fragen, wie diese Lehre aussieht. In den Naturwissenschaften haben wir da natürlich die Abschlussarbeiten. Zumindest bei Diplom- und Masterarbeiten ist da meiner Erfahrung nach die Selbständigkeit, die erwartet (und auch an den Tag gelegt) wird, sehr hoch. Und das ist auch gut, denn nur so lernt man wirklich was bei der Arbeit. Der Betreuungsaufwand hält sich da schon in Grenzen, und optimalerweise entsteht zwischen Diplomand und Betreuer ein Verhältnis, bei dem man sich gegenseitig weiterhilft, so dass sich der Betreuer mehr freut als dass es eine Last ist.
Dann haben wir natürlich Tutorien. Klar, da müssen sich Doktoranden auch irgendwie einbringen. Aber: Ich behaupte, selbst wenn an Instituten die Hälfte der Doktoranden wegfallen würde, würde man das da kaum bemerken. Dann werden diese Sachen eben von studentischen Hilfskräften übernommen (die so billig sind, dass sie in der Kalkulation kaum auffallen dürften...). Wenn ich persönlich zwischen Studenten, die sich für diese Tätigkeit freiwillig melden und den Stoff selber erst vor ein oder zwei Jahren gelernt haben, und Doktoranden, die keinen Bock auf den Mist haben und die Hälfte davon schon nicht mehr wissen entscheiden müsste, wüsst ich, wen ich nehmen würde...
Zumal viel davon aus Studiengebühren finanziert wird / wurde.
Wie gesagt, alles für den naturwissenschaftlichen Bereich, wies bei anderen aussieht weiß ich nicht (allerdings scheinen die auch in der Exzellenzinitiative nicht ganz so vertreten zu sein...).
Für Studenten sehe ich also wirklich keinen Vorteil in diesem Status. Einzig vielleicht noch für sehr gute Studenten, die dadurch vielleicht etwas leichter an ne Promotionsstelle kommen, wenn sie ihre Abschlussarbeit in einem hochaktuellen Gebiet bei ner Eliteuni schreiben konnten (soll Profs geben, die auf so was achten...).
[@hornyy: 1kk € für nen TiSa für Fluoreszenzmikroskopie? Aber schon Ultrakurzzeitspektroskopie oder irgendwas in der Art, oder? Ansonsten meinen Respekt an denjenigen, der eurem Chef das verkauft hat, dass man dafür unbedingt so ein Teil braucht...
Ach ja:
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