Ich arbeite als Software Konsultant und lebe derzeit in Stadt A, die mir sehr gefällt was Leute und Kultur angeht. Leider geht es bald in eine andere Stadt B, die ich ebenfalls kenne und vor der ich weiß, dass es mir dort nicht gefällt. Der Auftrag wäre bei einem großen Konzern, allerdings sagen mir dort die verwendeten Technologien nicht wirklich zu. Ist einfach nicht das, womit ich mich als Softwareentwickler langfristig ausrichten will. Zusätzlich habe ich noch ein Vorstellungsgespräch kurz vor dem Beginn meines Auftrag in Stadt A. Ist ebenfalls ein großer Konzern und wäre vom Job her genau das, was ich machen will. Die Frage ist jetzt nur was ich mache, falls der Konzern in Stadt A mich nimmt. Mein Verhältnis zu meiner jetzigen Firma ist super, wird aber wohl durch das Einreichen der Kündigung kurz vor oder während des Beginns des Auftrags erheblich leiden. Meine Firma hat mir nämlich gesagt, dass sie gerne eine langfristige Beziehung mit dem Konzern aufbauen wollen und ich der erste bin, der dort rein gekommen ist. Auch kann ich mir wohl zukünftige Chancen bei diesem Konzern dann abschminken. Wird sich dass noch weiter auf meine Laufbahn auswirken? Gibt es irgendwelche schwarzen Listen auf die man in so einem Fall gesetzt wird? Sollte ich einfach die Zähne zusammenbeißen und den Auftrag durchführen und mich dann gegen Ende nochmal woanders bewerben?
Moin,
versteh ich das richtig?
Am Konzern in Stadt B scheinst du ja ohnehin kein Interesse zu haben - dass du Stadt B überhaupt erwähnst scheint mir mit deiner Konfusion bzw. deinen "Gewissensbissen" beim eventuellen Wechsel geschuldet zu sein. Auch die Formulierung deines Problems in einem einzigen, durchgängigen Textabsatz deutet auf eine gehörige Portion Verwirrung hin - ist gar nicht böse gemeint aber mein erster Rat wäre: Durchatmen. Einen Schritt nach hinten machen, Abstand gewinnen und das Problem nüchtern betrachten.
Desweiteren zum Verständnis: Du hast für deinen derzeitigen Arbeitgeber einen Geschäftskontakt mit Konzern in Stadt A zustande gebracht, was bisher keinem in deiner Firma gelungen ist und dein derzeitiger Arbeitgeber erhofft sich aus diesem Erstkontakt eine langfristige Geschäftsbeziehung zum Konzern in Stadt A.
Auf der anderen Seite hat der Konzern in Stadt A aber noch vor Beginn des Projektes nichts Besseres im Sinn, als zu versuchen, genau den Consultant abzuwerben, der den Erstkontakt überhaupt erst zustande gebracht hat?
Falls diese Zusammenfassung den Tatsachen entspricht, fallen mir zwei Dinge auf:
1.) Bei so einem Verhalten wage ich zu bezweifeln, dass der Konzern in Stadt A das Interesse deiner Firma an einer langfristigen Geschäftsbeziehung teilt. Vielmehr scheint man hier eine Gelegenheit zu sehen, ein Problem, das ursprünglich durch Outsourcing gelöst werden sollte, nun durch Personaleinkauf zu lösen. Sonderlich seriös käme mir persönlich ein solches Verhalten nicht unbedingt vor.
2.) Gibt es gewöhnlich gegen ein solches Verhalten nicht Vertragsklauseln, die genau solchen Abwerbungsmethoden unter Konventionalstrafe stellen? Zwischen meinem Arbeitgeber und dem Dienstleister mit dem ich regelmäßig zu tun habe, ist jedenfalls genau dies der Fall.
Beste Grüße!
Timmel
Auftrag in B und neuer Job in A nicht möglich? über welche Zeiträume sprechen wir hier?
Firma in B will nur dich?
Schwer, so aus dem Bauch heraus...:thinking:
edit: du hast ihn falsch verstanden, in Stadt A gibt's 2 Player, AG und neue Stelle. Er hat Angst das er bei dem neuen AG keine Chance mehr hat bei der Firma zu arbeiten bei der er jetzt den Auftrag durchführen müsste.
Original von busfahrer09
edit: du hast ihn falsch verstanden, in Stadt A gibt's 2 Player, AG und neue Stelle. Er hat Angst das er bei dem neuen AG keine Chance mehr hat bei der Firma zu arbeiten bei der er jetzt den Auftrag durchführen müsste.
Ah ok - dann nevermind und sorry fürs Gesabbel
Erstmal Danke für eure Beiträge.
Nochmal zur Klarstellung:
AG und Auftrag sind in Stadt B. Niemand aus dem Konzern in B versucht mich abzuwerben.
In Stadt A bin ich durch einen früheren Auftrag gekommen. In Stadt A ist eine neue Stelle.
Der Auftrag in Stadt B würde bis Ende des Jahres gehen mit der Intention für eine mehrjährige Zusammenarbeit. Firma in B versucht generell ihr Team zu erweitern und stellt mehrere Externe ein. Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Ist beides Vollzeit und ich muss vor Ort erscheinen.
Mach dich unbeliebt. Es nützt nichts. Du kannst nicht Jahrelang einen Job machen den du nicht machen möchtest.
Ich würde noch abwägen wie sehr dir der Job in Stadt B nicht gefällt. Würdest du wenn es es beim neuen AG nicht läuft den alten Job in der miesen Stadt haben wollen, oder auf Jobsuche gehen?
Ansonsten kannst du durch ein ehrliches Gespräch mit deinem derzeitigen AG in dem du deine Lage erklärst sicher auch einiges Abfedern.
Würdest du bei jetztigen AG bleiben, wenn du in Stadt A verweilen kannst? Oder ist der andere AG attraktiver? Ist es sicher, dass du nach 9 Monaten in Stadt B bleiben sollst?
Ich hab natürlich meinem AG gesagt, dass ich gerne in A bleiben möchte, aber die haben da nichts für mich gefunden. Was nach 9 Monaten passiert, ist noch vollkommen offen. Der potentielle AG in Stadt A ist um einiges attraktiver, was Fortbildungsmöglichkeiten, Arbeitsumfeld, Gehaltskurve, etc. angeht. Wenn ich bei der neuen Firma anfange und das in der Probezeit nichts wird, werde ich mich weiter in A umsehen. Von meinen Ersparnissen kann ich locker ein Jahr leben. Problematisch ist allerdings, dass mein Lebenslauf nach der Uni eine 9 Monate Lücke hat und ich insgesamt erst seit ca 18 Monaten im Berufsfeld bin. Deshalb würde ich weitere Problemstellen im Lebenslauf gerne vermeiden. Ich hab ein sehr gutes Bachelor-Zeugnis, wobei das im IT Umfeld imho weniger wichtig als Erfahrung und Skills ist.
schauen die im IT bereich wirklich nach Lücken im Lebenslauf? sagst halt "hab ne app entwickelt, meine Anteile verkauft und bin Millionär geworden, was hast du so gemacht 2015?"
Ist es im Consulting nicht üblich, dass man alle 2-3 Jahre nen neuen Arbeitgeber vor seiner Visitenkarte stehen hat? Diese ganze Heuchelei ist es außerdem nicht Wert, nicht das zu machen, worauf man Lust hat. Du hast nen Jobangebot in Stadt A und willst in Stadt A bleiben - also bleib in Stadt A. Stell dir einfach vor, du würdest von heute auf morgen ausfallen? Glaubst du, die Firma würde ganz doll weinen und niemanden zum Kunden in Stadt B schicken? Ich denke mir auch immer, wenn ich gehen würde, würde in einem bestimmten Bereich eine große Lücke entstehen, allerdings würde die dann einfach mit Geld geflickt werden, weil ein Consultant für dieses Gebiet einfach eingekauft werden würde - so wird es auch bei dir der Fall sein. Niemand ist unersetzbar und das Leben ist zu kurz, um aus "Gutmütigkeit" oder welchen Gründen auch immer Sachen zu tun, die man nicht will.
Aber das ist alles nur meine beschiedene Meinung.