Original von limpinbarney
Kann es sein, daß Makler nicht gleich Makler ist?
Mein Bruder hatte vor 2 Jahren ne Wohnung in Stuttgart gesucht.
Hatte mich bisl mit dem (jungen) Makler unterhalten. Er hat gemeint, daß er sich auf Vermietgeschichten spezialisiert hat. Verkauf würde mehr Kohle bringen, wenn man gut ist.
Wenn ich mal so das zeitliche Volumen überlege, kann es in einem städtischen Markt schon schwer sein, alles anbieten zu wollen.
Der war btw Diplomkaufmann und hatte keine Lust aufs Angestelltendasein. Hat auch nach dem Studium noch nen Immokaufmann gemacht.
Ich kenne mich in dem Bereich null aus. Würde mich aber auch mal interessieren, welche Facetten es in diesem Beruf gibt.
klar gibt es da unterschiede. ich verkaufe ausschliesslich und leite vermietungsgeschäfte an einen kooperationspartner weiter. andererseits gibt es auch makler, die ausschliesslich vermieten.
kommt viel auf den makler selbst, aber auch auf das umfeld an.
kurz mal zu dem, was ich so mache:
ich bekomme tipps von meinen bänkern, weil ein kunde der bank verkaufen will/muss.
dann rufe ich den kunden an, mache einen termin aus und frage vorab einige daten der immobilie ab (lage, grösse, alter, evtl. sonderausstattung oder besonderheiten)
noch vor dem termin mache ich eine ca. preisermittlung, durch
a. eine datenbank, die mir sämtliche immobilienangebote (gesammelt aus allen zeitungen, internetportalen usw.) aus dem stadtteil, mit entsprechender grösse und weiteren faktoren anzeigt
b. unsere eigene datenbank. wann haben wir dort schon objekte verkauft und zu welchem preis
somit habe ich einen ersten eindruck, kann dem kunden beim den erzielbaren kaufpreis nennen UND durch die entsprechenden ausdrucke auch nachweisen.
wohnung anschauen, notizen machen (bodenbeläge, alter der heizung usw.). dann muss ich ihm NUR noch erklären, dass er für meine arbeit zahlen muss, was aktuell sicher die königsdisziplin meiner arbeit ist und er muss den auftrag unterschreiben.
will der kunde zu viel geld für seine immobilie, dann nehme ich den auftrag trotzdem an, muss aber im gegenzug auf den zu hohen preis hinweisen und somit die preisreduzierung in 6 wochen bereits vorbereiten.
anschliessend kommt der nächste termin, um fotos zu machen. dann das expose erstellen. fotos und exposetext sind sicher auch noch recht wichtige sachen meiner arbeit, weil man das objekt sowohl mit den bildern, als auch mit dem text so darstellen sollte, wie es wirklich ist.
in unserer firma (und das ist meines wissens einmalig) machen wir von jedem raum 360° aufnehmen, so kann sich der kunde die immobilie komplett von zu hause aus anschauen.
alles was dann kommt, ist sicher auch viel verkaufspsychologie und emotionale intelligenz.
habe ich viele interessenten, dann ist es an mir den preis für den verkäufer, aber durch die käufer in die höhe treiben zu lassen, ohne die interessenten zu vergraulen.
habe ich wenige interessenten, dann gilt es den wenigen die immobilie entsprechend schmackhaft zu machen und den preis nicht zu sehr fallen zu lassen.
habe ich einen käufer gefunden, dann sämtliche daten von käufer und verkäufer einholen, einen notartermin ausmachen und selbstverständlich selber auch teilnehmen. evtl. vorab den vertrag mit den parteien durchsprechen, wenn fragen auftauchen.
any questions???