Hallo
ich habe am Mittwoch ein Bewerbunsggespräch, für das ich 450km anreisen muss. Jetzt habe ich gelesen, dass ich ein Recht auf Kostenübernahme für die Anreisekosten habe.
Meine Frage ist jetzt, wie und wo mache ich das geltend? Möchte ungern während des Bewerbungsgesprächs durch Nachfragen negativ auffallen.
Da es sich um ein größeres Unternehmen handelt, rechne ich eigentlich damit, dass die da auch ein Standardverfahren haben und das von sich aus ansprechen werden. Aber vielleicht könnt ihr ja mal eure Erfahrungen schildern, wie das bei euren Bewerbungsgesprächen lief.
Laut Paragraf 670 BGB muss ein Unternehmen, das einen Bewerber einlädt, notwendige Ausgaben ersetzen, die im Zusammenhang mit einem Vorstellungsgespräch anfallen, wie das Magazin „Karriere“ in seiner Dezemberausgabe berichtet.
Diese Verpflichtung gilt unabhängig davon, ob sich der Jobsuchende auf eine Stellenanzeige oder initiativ beworben hat und ob am Ende ein Arbeitsverhältnis
zustande kommt. „Es spielt auch keine Rolle, ob die Einladung zum Gespräch schriftlich oder telefonisch erfolgt ist“, sagt Pia Alexa Becker, Fachanwältin für
Arbeitsrecht in München.
Ersetzt wird in der Regel eine Bahnfahrt zweiter Klasse oder bei Anreise mit dem Pkw die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer. Prinzipiell werden auch Flüge bezahlt, wenn eine Zugfahrt zu lang und zu umständlich wäre. Wer fliegen möchte, sollte das allerdings vorher auf jeden Fall mit dem Personalverantwortlichen besprechen.
Ich würde nur auf einen Kostenersatz drängen wenn ich den Job nicht bekomme, ansonsten einfach höflich nachfragen.
Original von IIstylesII
...Allerdings würde ich wenn du den Job wirklich haben willst die Firma nicht unter Druck setzen sondern erst mal höflich fragen ob sie die Fahrtkosten ersetzen.
genau das ist ja mein punkt. läuft das bewerbungsgespräch positiv, sehe ich das gerne als investition an und verzichte auf die erstattung, aber kann ich erst das ergebniss abwarten und dann bei negativem ausgang die kosten noch einfordern?
Die Kosten kannst du danach ja immer noch einfordern das is klar. Dir sollte aber auch klar sein dass wenn du die Kosten knallhart einforderst du dich wahrscheinlich nie wieder bei der Firma melden brauchst und man weiss ja nie was in 4-5 jahren passiert.
Würde einfach wenn ne Absage kommt ne freundliche Mail oder nen Brief schreiben, ob sie dir das evtl. ersetzen.
Jede große Firma hat doch ne Kostenstelle und meist n Formblatt, das man ausfüllen kann.
Ist auch nicht schlimm, wenn man danach fragt, außer man stellt sich richtig dumm an^^
Schau dir das doch einfach erst mal an. Könnte ja durchaus sein, dass du direkt n entsprechenden Wisch in die Hand gedrückt kriegst, den du ausfüllen darfst. Ich kenns eigentlich bisher nur so, dass das von deren Seite angesprochen wurde.
Einfach nach dem Gespräch fragen an wen du dich wegen Anfahrtskosten wenden kannst. Meist werden sie dich eh selbst darauf ansprechen.
Darauf zu verzichten ist mal einfach Schwachsinn.
Musst dir auch nicht blöd dabei vorkommen, dass einzufordern. Ist ganz normal. Wird auch deine Chancen auf den Job nicht vermindern, außer du stellst dich selten dämlich dabei an. Dann bist allerdings eher du das Problem, nicht die eingeforderten Kosten
Die paar Euronen jucken da eh keinen, dich allerdings vielleicht schon.
Ich würde auch nicht darauf verzichten, gerade bei 450km wird das schon eine Kleinigkeit sein. Bei einer großen Firma, bei der ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen war, stand in der Einladung, was sie übernehmen (die schon angesprochene 2. Klasse) und mir wurde auch ein Formblatt ausgehändigt.
€: Bei einer Behörde wurde ich direkt zu dem Verantwortlichen geschickt und mir wurde gegen Vorzeigen meiner Fahrkarte das Geld bar ausgezahlt ♦
Du kannst ja auch nach dem Gespräch an der Pforte fragen, wenn dir das unangenehm ist während des Gespräches zu fragen. Kann ich übrigens auch gut verstehen.
Wie die Sache geregelt wird, lässt übrigens auch gut einen Rückschluss auf das Unternehmen zu. Sollten sie sich zieren oder irgendwie anstellen, dann wird das wahrscheinlich auch im normalen Berufsalltag zu Problemen bei Dienstreisen kommen.
Soweit kommt es noch das ich 450km irgendwo hin beordert werde und das auch noch bezahlen muss. Wenn die Firma sich da querstellt, dann würde ich wohl alleine aus den Gründen, sollte es sich zu einer Beschäftigung hin entwickeln, wirklich mich selber hinterfragen ob ich in einem solchen Betrieb langfristig bleiben möchte.
Bei einem grossen Unternehmen würde ich mir keine Sorgen machen. Für die ist das ein absolutes eingespieltes Standardverwaltungsverfahren; ich rechne sogar damit, dass Du das nicht einmal ansprechen musst.
Bei großen Firmen mach Dir mal keinen Streß, die zahlen dies immer.
Es kann allerdings sein, dass es bei diesen Firmen eine Regelung über die Anreise gibt.
So können sie beispielsweise die Anfahrtkosten auf einer Erstattung der Reisekosten mit der Bahn 2. Klasse reduzieren, normalerweise wird Dir dies aber im Vorfeld mitgeteilt.
Ansonsten wird üblicherweise im Rahmen des Bewerbungsgepräches ein entsprechendes Formular ausgegegen.
Wenn Du den Job nicht bekommst und die Firma nicht von ihrer Seite Anfahrtkosten anspricht, dann schreib Ihnen nach der Absage einen Brief mit entsprechender Kostenaufstellung.
Wenn Du den Job bekommst kannst Du Dir ja überlegen ob Du deswegen Streß machen willst.
Auf jeden Fall kannst Du alle nicht erstatteten Bewerbungskosten bei der Steuer als Werbungskosten absetzen. Dies gilt auch dann, wenn die Firma die Bahnfahrt 2. Klasse zahlt, Du aber mit dem Auto angereist bist.
Und bei dieser Entfernung solltest Du beim Finanzamt auch die Spesenpauschale berücksichtigen.
Good luck!
Original von WSpieler
Bei einem grossen Unternehmen würde ich mir keine Sorgen machen. Für die ist das ein absolutes eingespieltes Standardverwaltungsverfahren; ich rechne sogar damit, dass Du das nicht einmal ansprechen musst.
Das kann gut sein, ich wurde oft gefragt, wie ich den angereist bin und wie lange das gedauert hat, wenns weiter weg war. Meistens wird dabei dann auch direkt gesagt: Melden Sie sich hinterher an der Pforte.
so mal ein kurzes fazit.
dienstag ein bewerbungsgespräch mit 70km anfahrt gehabt, dabei wurden die kosten nicht erwähnt und ich habs bei der entfernung dann auch nicht gemacht.
am mittwoch dann wie gesagt eine anfahrt von 450km gehabt und dort wurde mir dann am ende des gesprächs ein formular übergeben, dass ich in den nächsten tagen ausgefüllt zurückschicken soll.
jemand ne ahnung wies aussieht mit bewerbungsgesprächen bei unis? berlin-tübingen nich grad billig
@OP: Solange sie dir vorher nicht mitgeteilt haben, dass sie keinerlei Reisekosten übernehmen, kannst du das auch einfordern..
Original von DasWodka
jemand ne ahnung wies aussieht mit bewerbungsgesprächen bei unis? berlin-tübingen nich grad billig
Doktorandenstelle?
Kommt halt drauf an... Gibt einige Lehrstühle, die da nix zahlen, allerdings müssen auch die vorher drauf hinweisen. Wenn der Prof nix sagt, würd ich da einfach hinterher bei der Sekretärin nachfragen.
läuft bei uns so daß der Bewerber einen Vortrag halten muß, da nur wissenschaftliche Einladungen abgerechnet werden dürfen. Also auf pauschale Kostenübernahme würde ich an der Uni nicht hoffen.
Kommt natürlich drauf an, was ihm der Lehrstuhl anbieten kann. Wenns da ne Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter dabei is, dann sollt das rein rechtlich ein Vorstellungsgespräch wie jedes andere auch sein, und damit hast du Anspruch auf Kostenübernahme (soferns nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird).
Allerdings ist es schon so, dass das viele Institute direkt ausschließen. Was ich eigentlich ziemlich lächerlich finde, da jede x-beliebige Tagung deutlich mehr kostet, und ich mich schon fragen würde, ob ein Chef, der nicht mal die Kosten der Anreise beim Vorstellungsgespräch übernimmt, wirklich so geil wäre. Selbst an sehr großen Instituten hält sich die Auswahl an Bewerbern doch eher in Grenzen, weils meistens sehr spezialisiert ist und sich eh nur wenige dafür interessieren.