Bin allg. halt sehr unsicher in welcher Größenordnung ich zitieren soll oder meine eigenen worte nehmen soll
Kannte ich, kenne ich noch immer und hat mir zeitweise den Kopf weggetiltet, aber führe ich hier mal lieber nicht weiter aus.
Ich helfe gerne noch weiter, möchte vorerst nur auf eine Sache zu sprechen kommen, nämlich: wie ist deine Fragestellung gemeint? Die Nachfrage deshalb, weil du nach der Legitimität eines Mittels für ein bestimmtes Ziel fragst. Denn: Legitimität als sozialwissenschaftliches Konzept ist ziemlich ausdifferenziert, weswegen sich die Frage stellt, ob es auch genau so in der Arbeit erscheinen soll.
Ich würde fast sagen: nein . Also vielleicht etwas andere Wortwahl in der Fragestellung (vielleicht: Perspektiven oder einfach das "legitim" weg, und nur "als Mittel gegen").
Andererseits: Legitimität passt enorm zu dem Thema als solches, allerdings eher insofern, dass Entscheidungen durch direktdemokratische Verfahren zu mehr Legitimität führen, dies auch so wahrgenommen wird, dadurch z.B. Vertrauen wieder erhöht wird, und es somit ein effektives Mittel gegen Politikverdrossenheit sein könnte.
Aber mach Dir nicht so einen Kopf, das soll nur eine kurze Arbeit zum Einüben von Techniken sein (nehme ich an?).
Das mit der klaren, stringenten Argumentationslinie ist übrigens wirklich heftig wichtig und sollte sich auch in der Gliederung wiederspiegeln.
Du willst auf deine Frage ein Ergebnis liefern.
Im Hauptteil führst du nun Begriffe ein, stellst gegenüber und anhand der Fragestellung müsste doch noch auch irgendwo kommen, inwieweit nun die direktdemokratische Dinge auf Politikverdrossenheit wirken.
Bei den beiden Demokratiektageorien kann man vielleicht auch sich nur auf Definition und Contra (zum Beispiel Probleme repräsentatriver Demokratien) beschränken. In der Definition kann man mitunter den Rest einbauen (Ziele, Entstehung etc.) Der Grund für diesen Vorschlag ist: man hat zwar dann wunderschön systematische Gliederungspunkte und deckt etwas relativ ausführlich ab, aber es ist einerseits dann zum teil auch zu deskriptiv und bietet in meinen Augen zu viel Raum für nicht wirklich nötiges. Zuletzt fühlt man sich dann beim Schreiben noch unter Druck gesetzt, irgendso ein Randthema perfekt abzuwickeln (Über Entstehung von Regierungssystemen lassen sich mehrbändige Werke schreiben. Aber Wieviel bringt das Einbringen von Erkenntnissen über die Entstehung von Demokratietyp 1 für die konkrete Fragestellung?)
Für "Kuddelmuddel" könnte auch sorgen, wenn die Fragestellung sich auf sehr konkrete Erscheinungen bezieht, die Ausführungen in der Arbeit dazu dann aber im Verhältnis zu viel allgemeines enthalten. Das könnte hier so sein, wenn unter 1. und 2. nur anhand der Modelle der Systeme gearbeitet wird. Die Fragestellung jedoch ist sehr konkret BRD und CH (zumindest als Vorbild)
Also, neben dem roten Faden, also der stringenten Argumentationslinie, folgender, damit zusammenhängender Tipp: Was man bringt muss funktional für die Fragestellung, es muss ihr dienen.
Das bedeutet nicht, dass Gliederungspunkte, die noch nichts für die Ergebnisse einer Fragestellung liefern, nicht funktional sind. Es gilt schließlich auch Verständnis zu erzeugen, und es ist auch unabdingbar, zu erläutern, was man mit welchen Begriffen genau meint.
Und - im Rahmen der Fragestellung - Vorsicht mit den Überlegungen von Punkt 4. Passen fast auch sehr gut, aber kann auch gut an der Fragestellung vorbeigehen. Eine Option wäre, falls man in der Arbeit nun ganz kurz den rechtlichen Rahmen der BRD über Plebiszite absteckt (sind bei Fragen der Eisenbahn zum Beispiel kaum möglich), und sagt, es gibt eben rechtliche Probleme mit direktdemokratischen Wegen, aber man könne zumindest mittels Foren von Einbindung der Bevölkerung mehr erreichen, gerne so wie bei S21 aber bitte vorher. Mit allen Betroffenen und mit den Tatsachen offengelegt.
Oder auch: Zivilgesellschaft stärken. Oder wir brauchen in unserer Demokratie einfach mehr offenen Austausch. etc.
Das sind nun Punkte die wohl am besten zum Schluss / im Ausblick passen würden. Vielleicht mal schauen, was in diesen ganzen Talk-Runden nach der S21-Schlichtung die Leute gesagt haben.
Sonst mal etwas zu Demokratietheorien aufschlagen und unter "deliberative Demokratie" schauen.