Hey,
lese gerade das "Lehrbuch der Soziologie", indem Aufgabenfelder der Soziologie knapp beschrieben werden.
Bin gerade im Kapitel "Wirtschaft und Arbeit", dort geht es im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, um die "Effizienzlohntheorie".
Dort steht:
Effizienzlohntheorie
Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie nimmt an, dass der dem Arbeiter gezahlte Lohn seine Grenzprodukt entspricht; d.h., der Arbeiter strengt sich bei der Arbeit auch tatsächlich in dem erwarteten Maß an.
Diese Annahme muss aber nicht zutreffend sein.
Schließlich kann der Arbeiter sich denken, er werde seinen Lohn schon bekommen, auch wenn er während der Arbeit bummelt. Dieses Problem, bezeichnet als Arbeitskraftextraktionsproblem, ist Ausgangspunkt der Effizienzlohntheorie.
Was kann der Arbeitgeber tun, um seine Arbeiter vom Bummeln abzuhalten? Eine Möglichkeit ist die genaue Kontrolle der Arbeiter. Dies allerdings bringt auch Kosten mit
sich und könnte zur Demotivierung der Arbeiter führen. Eine andere Möglichkeit ist,
dass soziale Normen und pure Arbeitsfreude den Arbeiter gar nicht auf den Gedanken
kommen lassen zu bummeln. Eine weitere Möglichkeit – und diese wird von der Effizienzlohntheorie verfolgt – besteht darin, Bedingungen für den Arbeitnehmer zu schaffen, dass dieser nach Möglichkeit nicht entlassen werden will.
Wenn Vollbeschäftigung herrscht, dann ist die Entlassung nicht weiter schlimm. Man findet schnell den nächsten Job.
Bei hoher Arbeitslosigkeit ist dies anders. Arbeitslosigkeit kann also im Interesse der Arbeitgeber liegen.
Sie entsteht, wenn der Gleichgewichtslohnsatz über dem Grenzprodukt der Arbeit liegt (neoklassische Theorie). Wenn die Arbeitgeber freiwillig höhere Arbeitslöhne zahlen, produzieren sie Arbeitslosigkeit, weil der Lohnsatz über dem Gleichgewichtslohn liegt, bei dem alle Arbeitskräfte nachgefragt werden.
Weil die Arbeitgeber glaubhaft drohen können, dass Arbeitnehmern bei Entlassung arbeitslos werden, bummeln die Mitarbeiter jetzt nicht mehr, sondern bringen einen hohen Arbeitseinsatz. Schuld an Arbeitslosigkeit sind jetzt nicht die Gewerkschaften, sondern die Arbeitgeber, bzw. die Freiheit des Arbeitnehmers, in seiner Arbeitsleistung faktisch nicht festgelegt zu sein.
Ich verstehe den markierten Sachverhalt nicht und es wäre nett, wenn mir jemand den kurz & knapp (sofern möglich) erläutern könnte.
Ist die Idee dahinter, dass ein besser bezahlter Arbeiter effektiver arbeitet und der Arbeitgeber deswegen weniger Arbeitnehmer einstellen muss?
Man braucht quasi für die Herstellung des Produktes X nurnoch 4 anstatt 5 Arbeitern, weil alle mit 100% anstatt mit 80% arbeiten.
Die Arbeitlosenzahl wäre dann +1 und daraus folgt, dass Motivation/Leistung des einzelnen Arbeitnehmers, zu dem höheren Lohn, sogar noch weiter steigt, weil er Angst hat seinen Job zu verlieren?
Hoffe ich habe meine Gedanken nicht zu kompliziert ausgedrückt.
Vielen Dank schonmal im Vorraus.
mfg