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[Geschlossen] Problem "Effizienzlohntheorie"

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toRRid
Beigetreten: 22.02.2006

Hey,

lese gerade das "Lehrbuch der Soziologie", indem Aufgabenfelder der Soziologie knapp beschrieben werden.
Bin gerade im Kapitel "Wirtschaft und Arbeit", dort geht es im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, um die "Effizienzlohntheorie".
Dort steht:

Effizienzlohntheorie

Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie nimmt an, dass der dem Arbeiter gezahlte Lohn seine Grenzprodukt entspricht; d.h., der Arbeiter strengt sich bei der Arbeit auch tatsächlich in dem erwarteten Maß an.
Diese Annahme muss aber nicht zutreffend sein.
Schließlich kann der Arbeiter sich denken, er werde seinen Lohn schon bekommen, auch wenn er während der Arbeit bummelt. Dieses Problem, bezeichnet als Arbeitskraftextraktionsproblem, ist Ausgangspunkt der Effizienzlohntheorie.
Was kann der Arbeitgeber tun, um seine Arbeiter vom Bummeln abzuhalten? Eine Möglichkeit ist die genaue Kontrolle der Arbeiter. Dies allerdings bringt auch Kosten mit
sich und könnte zur Demotivierung der Arbeiter führen. Eine andere Möglichkeit ist,
dass soziale Normen und pure Arbeitsfreude den Arbeiter gar nicht auf den Gedanken
kommen lassen zu bummeln. Eine weitere Möglichkeit – und diese wird von der Effizienzlohntheorie verfolgt – besteht darin, Bedingungen für den Arbeitnehmer zu schaffen, dass dieser nach Möglichkeit nicht entlassen werden will.
Wenn Vollbeschäftigung herrscht, dann ist die Entlassung nicht weiter schlimm. Man findet schnell den nächsten Job.
Bei hoher Arbeitslosigkeit ist dies anders. Arbeitslosigkeit kann also im Interesse der Arbeitgeber liegen.
Sie entsteht, wenn der Gleichgewichtslohnsatz über dem Grenzprodukt der Arbeit liegt (neoklassische Theorie). Wenn die Arbeitgeber freiwillig höhere Arbeitslöhne zahlen, produzieren sie Arbeitslosigkeit, weil der Lohnsatz über dem Gleichgewichtslohn liegt, bei dem alle Arbeitskräfte nachgefragt werden.
Weil die Arbeitgeber glaubhaft drohen können, dass Arbeitnehmern bei Entlassung arbeitslos werden, bummeln die Mitarbeiter jetzt nicht mehr, sondern bringen einen hohen Arbeitseinsatz.
Schuld an Arbeitslosigkeit sind jetzt nicht die Gewerkschaften, sondern die Arbeitgeber, bzw. die Freiheit des Arbeitnehmers, in seiner Arbeitsleistung faktisch nicht festgelegt zu sein.

Ich verstehe den markierten Sachverhalt nicht und es wäre nett, wenn mir jemand den kurz & knapp (sofern möglich) erläutern könnte.
Ist die Idee dahinter, dass ein besser bezahlter Arbeiter effektiver arbeitet und der Arbeitgeber deswegen weniger Arbeitnehmer einstellen muss?
Man braucht quasi für die Herstellung des Produktes X nurnoch 4 anstatt 5 Arbeitern, weil alle mit 100% anstatt mit 80% arbeiten.
Die Arbeitlosenzahl wäre dann +1 und daraus folgt, dass Motivation/Leistung des einzelnen Arbeitnehmers, zu dem höheren Lohn, sogar noch weiter steigt, weil er Angst hat seinen Job zu verlieren?

Hoffe ich habe meine Gedanken nicht zu kompliziert ausgedrückt.

Vielen Dank schonmal im Vorraus.

mfg


3 Antworten
krush22
Beigetreten: 19.12.2008

Hatte die Effizienzlohntheorie in Mikro 1,
also es geht um das Shirking, ein Arbeitnehmer wird bei dem gleichgewichtslohn bummeln, da für ihn kein Anreiz besteht sich anzustrengen, weil eine Entlassung keinen sonderlich Verlust seines Nutzen bedeutet. Da der Arbeitgeber das nicht kontrollieren kann, bezahlt er mehr als der Gelcihgewichtslohn, so besteht für den Arbeiter ein Anreiz sich anzustrengen, da ein Verlust seines Arbeitsplatz bedeutet das er einen Verlust seines Nutzen bekommt. Nun ist aber ja sein lohn dadurch über dem Gleichgewicht, das heißt es werden weniger Leute eingestellt bei diesem Lohn als es im Gleichgewicht der Fall wäre. Es entsteht also nicht Arbeitlosigkeit weil die leute effektiver arbeiten, sondern weil der Arbeitgeber sie nicht kontrollieren kann und nun einen höheren Lohn zahlen muss um dies zu vermeiden.

http://www.uni-trier.de/index.php?id=37561

benutzername vwlapo
pw Mimesis im 4 Teil Informationsassymetrie auf Folie 44 ist das gut erklärt.


toRRid Themenstarter
toRRid
Beigetreten: 22.02.2006

Link geht leider nicht.

Wie sieht denn das in der Theorie mit der Produktion aus?
Der Arbeitgeber kann ja weniger Leute einstellen, da Geld fehlt.
Gleicht die zusätzliche Anstrengung dies aus?

(Ist wahrscheinlich sowieso alles nur rein theoretisch zu betrachten, da im RL wohl viele viele weitere Faktoren mit reinspielen. Interessiert mich trotzdme ;) )

Soweit aber schonmal danke schön :)

mfg


Original von toRRid
Link geht leider nicht.

Wie sieht denn das in der Theorie mit der Produktion aus?
Der Arbeitgeber kann ja weniger Leute einstellen, da Geld fehlt.
Gleicht die zusätzliche Anstrengung dies aus?

(Ist wahrscheinlich sowieso alles nur rein theoretisch zu betrachten, da im RL wohl viele viele weitere Faktoren mit reinspielen. Interessiert mich trotzdme ;) )

Soweit aber schonmal danke schön :)

mfg

die zusätzliche anstrengung muss die fehlenden arbeitskräfte nicht ausgleichen. kann ja weniger produziert werden, oder? höhere löhne -> im optimum wird weniger arbeit eingestellt und weniger produziert. ist aber immernoch besser, als im "marktgleichgewicht" zu sein (d.h. marktlöhne und vollbeschäftigung und höhere produktion), diese höhere produktion wird aber nicht erreicht, weil die arbeiter nix schaffen.


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